Olympia Rio: Kein Durchbruch für Wilhelm und Buhl auf RS:X und Laser – doch noch ist nichts verloren!

„Gut für die Seele!“

Rio, Olympia, Wilhelm, Buhl

Toni Wilhelm im anstrengenden Angleit-Modus © sailing energy

Auch der zweite Olympiatag waren für die deutschen Segel-Asse nicht gerade berauschend. Ohne Podiumsplätze auch kein Treppchen.

Auf diesen Nenner war der zweite Wettfahrttag im olympischen Rio de Janeiro zu bringen, an dem RS:X-Surfer Toni Wilhelm bei ca. drei Beaufort Windstärke dreimal in den Top Ten landete, aber im Gesamtklassement auf den siebten Platz rutschte. Philipp Buhl zeigte sich zwar leicht verbessert, behauptete im Laser aber nur den 17. Gesamtrang.

„Da war mehr drin, und da muss auch mehr drin sein“, sagte Wilhelm nach drei anstrengenden Rennen, „für eine Medaille war das nicht gut genug.“ Der 33-jährige beklagte eigene taktische Fehler, vor allem im zweiten Tagesrennen, als er nach einem zehnten Platz zuvor Neunter wurde. „Ich habe das Verfolgerfeld angeführt und hätte die kleine Spitzengruppe in der Situation nicht mehr angreifen dürfen. Das war aussichtlos“, analysierte der Wahl-Schweizer. Statt sich nach hinten abzusichern, riskierte er viel, verlor aber zum Glück nur wenige Plätze.

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Surfen vorm Zuckerhut – bisher ist noch keiner gegen Sofas gerauscht © sailing energy

Wilhelm: “Musste ganz schön pusten!”

Als sich die Sonne schon dem Horizont entgegen neigte, mussten die Surfer noch ein drittes Mal auf die Bahn, obwohl der ohnehin etwas schwächere Wind weiter nachgelassen hatte. „Das war weniger anstrengend, als die Angleitbedingungen vorher“, so Wilhelm weiter, „ich musste trotzdem schon ganz schön pusten.“ Grund: Eine Erkältung hat den Modellathleten angeschlagen. Er nahm seit morgens Ibuprofen „wie Gummibärchen“, um durchzuhalten. Und der vierte Platz wurde das beste deutsche Einzelergebnis bisher und „tat der Seele gut“ (Wilhelm)!

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Schöne Gegenlicht-Studie vom hart kämpfenden Philipp Buhl © sailing energy

Die Pause am Mittwoch komme gerade rechtzeitig. Ausruhen und Auftanken laute die Devise, wahrscheinlich den ganzen Tag im Olympischen Dorf. „Vielleicht gehe ich mit meiner Freundin mittags im Deutschen Haus was essen, aber mehr nehme ich mit lieber nicht vor“, verordnete sich der gebürtige Lörracher, der in Lausanne/Schweiz wohnt, möglichst viel Ruhe.

Er könnte relaxed zuschauen, wenn der andere deutsche Medaillenkandidat, Philipp Buhl, bei vorhergesagtem Starkwind auf Wiedergutmachung aus ist. „Ja, darauf freue ich mich schon, wenn es denn so kommt“, meinte der zweimalige Segler des Jahres, „aber an zu wenig Brise hat es sicher nicht gelegen, dass ich noch nicht da bin, wo ich hin will.“ Erneut haderte er mit den Vorwindstrecken, aber auch „der zweite Start misslang gründlich.“

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Deutschlands Vorzeige-Segelass Philipp Buhl hat vor dem Wind immer noch nicht den richtigen “Dreh” gefunden © sailing energy

Buhl: “Den hatte ich gar nicht auf der Rechnung!”

Und das bedeutet im dicht gedrängten Laser-Feld sofort, mühsame Positionskämpfe im Mittelfeld. „Alle machen an der Linie mächtig Druck. Wenn du nicht in der ersten Reihe los kommst, ist die Spitze schon weg“, erklärte Robert Scheidt. Der Brasilianer weiß, wovon er spricht. Die Plätze 23, eins, 27 und vier spiegeln wider, was der Mitfavorit durchgemacht hat. Scheidt, auch nur Achter: „Es kann ganz schnell richtig schief gehen hier. Und das schmerzt bei nur einem Streicher.“

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Eher suboptimaler Auftakt für den Bayern in Rio. Aber da geht noch was! © sailing energy

Buhl hat den drittbesten Streicher bislang und schöpft auch daraus Hoffnung. „Das ist alles noch kein Weltuntergang“, hofft der Sportsoldat, „17 Punkte auf Platz vier sind nicht allzu viele.“ Dort liegt Tom Burton aus Australien, der auch aufs Treppchen will. Ganz oben drauf steht mit Julio Alsogaray aus Argentinien ein echter Außenseiter. Buhl: „Den hatte ich gar nicht auf der Rechnung.“ Er verdrängte den Kroaten Tonci Stipanovic durch einen Tagessieg auf Platz zwei vor Sam Meech (Neuseeland).

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