Olympia Rio: Wilhelm auf RS:X surft erstmal am Podium vorbei – Buhl mit Rang 17 gar nicht so unzufrieden

„Hier wird nicht am ersten Tag gewonnen!“

Olympia 2016, Rio, Wilhelm, Buhl

Vorwind passte es noch nicht so ganz – Buhl bleibt weiterhin optimistisch © sailing energy

Das Olympiarevier von Rio de Janeiro hielt zum Auftakt, was es im Vorfeld versprochen hatte. Gute, aber ausgesprochen anspruchsvolle Bedingungen mit südlichen Winden zwischen zwei und vier Beaufort und Drehern von bis zu 30 Grad machten auch den beiden deutschen Aktiven zu schaffen.

Dabei kam Toni Wilhelm bei den RS:X-Surfern noch mit einem blauen Auge davon. Er durfte nach Rang acht und vier den 13. schon streichen und ist Sechster. Zweimal konstant 16. bedeutet für Laser-As Philipp Buhl dagegen zunächst nur den 17. Gesamtrang.

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Selbstbewusst in der “Mixed Zone”: Philipp Buhl © Andreas Kling

Wer jedoch an Land einen niedergeschlagenen Buhl erwartet hätte, sah sich in der Mixedzone für die ersten Interviews total getäuscht. „Ich bin ja eigentlich ganz gut gesegelt, das hätte noch weitaus schlimmer kommen können“, erklärte der 26-Jährige mit ruhiger Stimme. Vor allem die zweiten Kreuzen seien sehr gut gelungen, nur die Vorwindstrecken nicht so doll. Buhl: „Die Olympischen Spiele werden doch nicht am ersten Tag gewonnen – und verloren habe ich sie auch noch nicht.“

Ein Spiegelbild der Ergebnisschwankungen war Lokalmatador Robert Scheidt, den es im ersten Rennen als 23. noch härter erwischte. Allerdings ließ der fünffache Medaillengewinner, darunter zweimal Gold, darauf einen Tagessieg folgen und ist insgesamt Siebter. Es führt der Kroate Tonci Stipanovic punktgleich vor den überraschenden Außenseiter Julio Alsogaray aus Argentinien.

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Auch Laser-Superstar Robert Scheidt turnte erstmal weiter hinten rum © sailing energy

Mit Recht Medaillenanwärter

Herzklopfen verursachte der erste Start von Toni Wilhelm, der in der Mitte im Pulk nicht loskam und gleich wegwendete. „Das war sch… Aber aus der Situation habe ich mich aber schnell befreit“, so der 33-Jährige, „und bin vorne dran geblieben.“ Von Rang zehn an der Luvtonne ging es noch auf Platz acht nach vorn. Danach zeigte der Olympia-Vierte von Weymouth 2012, dass er zurecht zu den Medaillenanwärtern gezählt wird. Ein Top-Start in Luv des überragenden Nick Dempsey aus Großbritannien sah den Deutschen bis zur Zielstrecke auf dem Rennpodium. Erst im Schlussspurt zog der Titelverteidiger Dorien van Rijsselberghe noch vorbei.

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Buhls Zimmernachbar Toni Wilhelm startete in seiner Klasse wie gewohnt: Verhalten, aber aussichtsreich © sailing energy

„Ich habe ein bisschen zu spät gehalst“, gab Wilhelm selbstkritisch zu, „schneller als ich war heute jedoch keiner.“ Das galt auch für Dempsey, der mit zwei Tagessiegen und einem Zweiten überlegen schien. „Er ist taktisch am saubersten unterwegs gewesen“, erläuterte der Sport-Magister den Unterschied. Der Silbermedaillengewinner von London verlor auch in einen Flautendreher zum Schluss nur die weiße Weste, Wilhelm dagegen gleich elf Plätze. „Ich konnte die letzte Tonne um 100 Meter nicht halten, und die Verfolger zogen mit der neuen Bö einfach so vorbei.“

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Toni im Gespräch mit SegelReporter Andreas Kling © kling

Am Dienstag geht es für beide Mitfavoriten erneut mit zwei (Laser) und drei Wettfahrten (RS:X) weiter. „Der Wind soll wohl etwas schwächer werden, aber segelbar“, hofft Buhl. Für Wilhelm ist danach schon Halbzeit. Er pausiert am Mittwoch, während die Nacra 17 mit Paul Kohhoff und Carolina Werner sowie beide 470er mit Annika Bochmann/Marlene Steinherr und Ferdinand Gerz/Oliver Szymanski einsteigen.

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