Laser Champ Philipp Buhl über Enttäuschung, Bikini-Models und neue Motivation

"Akkus aufladen"

Philipp Buhl zeigt "Sailing by the Lee" in Perfektion. Die Luft strömt auf dem Vorwind-Kurs vom Achterliek zum Vorliek. Dabei wird die Lee zur Luvseite. Der Körper neigt sich gegen den Druck. © A./F. Buhl

Knapp zwanzig Meter vor der Ziellinie war die Luft raus. Der Herzschlag sank, und die Enttäuschung wuchs. Das inzwischen fast legendäre Laser Medal-Race bei der Kieler Woche 2011 war verloren. Kein Sieg im Medal-Race, kein Kieler Woche Sieg. Wieder wertvolle Punkte eingebüßt im Kampf ums Olympiaticket.

Noch zwei Wochen zuvor hatte ich es endlich geschafft, mich aus dem bisher größten Tief meiner Sportkarriere zurück zu kämpfen. Mühsam und langsam bahnte ich mir den Weg zurück an die Weltspitze, zurück auf das Niveau auf dem ich bereits ein Jahr zuvor schon war.

Philipp Buhl lädt beim Laser-Raumschotsglitsch am Gardasee die Akkus auf. © A./F. Buhl

Pünktlich zum Start der Olympiaquali in Weymouth stimmten Form und Ergebnisse. Bester deutscher Lasersegler auf Platz vier vor dem Medal-Race. Aber dann das letzte Rennen. Mit einem Lächeln an der Start und Enttäuschung durchs Ziel. Letzter Platz. Abgehakt.

Hochmotiviert startete ich zur zweiten Quali bei der Kieler Woche. Vor dem Medal-Race war eine Medaille sicher und die Siegchancen standen bestens. Die Aussicht war einfach: Ein Platz vor Simon würde den Kieler Woche Sieg und mehr Olympia-Punkte bedeuten.

Mit meinem Bug an seinem Heck verfolgte ich Simon über den gesamten letzten Vorwindkurs weit abgesetzt vom Rest der Konkurrenz. Der Abstand zu ihm änderte sich nur um Zentimeter, der zur Ziellinie ging nur so dahin. Zeit und Puls rannten. Bis zu eben diesen letzten zwanzig Metern.

Zwei Niederlagen innerhalb kürzester Zeit trotz persönlicher Bestform, das zermürbt. Ich suchte in meiner Heimat den Abstand von jeglichem Segeln. Versuchte mich etwas im FD meines Vaters – alles, nur kein Laser!

Vogelperspektive. Segel etwas gefiert, Niederholer leicht geöffnet, Wellenrampe unter dem Bug, ab geht´s. © A./F. Buhl

Bis vor ein paar Tagen. Mein Vater stieg wieder in seinen FD und ich auf meinen Laser. Er segelte Regatta, während ich das Schiff nur für ein paar Sonneneinheiten wässerte. Ein paar Stunden alleine mit dem Laser auf dem Gardasee, viele Stunden Hitze, einige Pizzen und jede Menge braun gebrannte Bikini-Models – was gibt es besseres zum Aufladen der Akkus?

Zum Krönung des Urlaubs dann mein persönliches Highlight. Fotoshooting aus einem ganz neuen Blickwinkel – von oben. Bilder aus der Vogelperspektive. In einer halben Stunde war alles erledigt, und ich finde, das Ergebnis ist beeindruckend.

Mit etwas volleren Akkus geht’s jetzt nach Kiel um mich dort wieder so langsam dem Studium und Segeln zu widmen. Und das mit coolen Pics und schönen Erinnerungen an ein außergewöhnliches Foto-Shooting.

Zum Thema:

Ein großer Spaß (Knarrblog und SR BilderStory)

Das historische Laser Duell in Kiel (Taktikanalyse)

Die neuen Seehelden (Hoffnungsträger Grotelüschen und Buhl)

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http://blueocean.berlin/magicmarine-team-werden/

6 Kommentare zu „Laser Champ Philipp Buhl über Enttäuschung, Bikini-Models und neue Motivation“

  1. avatar Carsten S. sagt:

    Respekt!!!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 12 Daumen runter 0

  2. avatar Philipp sagt:

    Toll das sich hier auch Top-Segler bewegen und mit Artikeln beteiligen. Vielen Dank! Abgesehen davon: Tolle Fotos!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 22 Daumen runter 0

    • avatar T.K. sagt:

      Halllooooooo?
      Hier gibbet nur Topsegler!

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 7

      • avatar JFL sagt:

        Ganz netter Urlaubsbeitrag, aber ich stimme T.K zu. Was mich zu einem Kommentar verleitet hat, ist aber eher, dass ich finde, dass die Bezeichnung Laser Champ “Bild- Zeitungsniveau” ist. Und das passt nicht zu segelreporter.com.

        Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 0 Daumen runter 8

  3. avatar Jan sagt:

    Neben allem harten Kampf um das Olympiatiket hast Du Dich, Philipp, als wahrer Sportsmann hervorgetan. Der sportliche Umgang zwischen Dir und Simon während der Kieler Woche war beeindruckend. Dadurch habt Ihr Euch großen Respekt in der Segelwelt verdient. Herzlichen Glückwunsch!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 35 Daumen runter 0

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