Olympia 2012: Franziska Goltz Drama an der ersten Luvmarke

Mut zur Lücke

Franziska Goltz in Aktion bei ihrer Olympia Premiere. © onEdition

Selten wird Segeln in den Medien so gut präsentiert, dass man den Athleten nahe sein kann. Dabei fallen Szenen ins Auge, die jeder Regattasegler schon mal selbst erlebt hat. Sie sehen von der Boot-Perspektive allerdings oft ganz anders aus. So gibt es die Möglichkeit, durch die Olympia-Übertragung zu lernen.

Am heutigen Tag standen die Laser Radial Damen im Fokus der Übertragung. Helikopter Perspektiven brachten die entscheidenden Situationen nahe. Und sogar Onboard-Kameras beobachteten die Seglerinnen bei der harten Arbeit auf dem Revier vor Weymouth, wo Welle-gegen-Strom-Bedingungen heute eine fiese Welle aufgebaut hatten.

Die deutsche Starterin Franziska Goltz kam im ersten Rennen gar nicht so schlecht weg beim Start und zeigte auf der ersten Kreuz einen ordentlichen Speed auf der linken Seite. Ihr Pech, dass es rechts auch gut lief und fast das gesamte Laser Radial Feld nahezu gleichzeitig an der Luvtonne ankam.

Das heißt, für sie gab es keinen Platz auf der Anliegelinie und keine Lücke zum durchstoßen, trotz eines Platzes gut unter den Top Ten. Das Tonnenrundungsprotokoll weist sie gar auf dem siebten Platz aus. Aber das war sehr optimistisch gezählt.

Sie musste weit abfallen, um eine Lücke zu finden und ging schließlich knapp unter 30 um die Marke. Die Argentinierin die sechs Längen hinter ihr an die Tonne kam quetschte sich schließlich noch vor Goltz um die Tonne.

Manchmal ist es einfach nur Pech, wenn man keine Lücke von links findet. In dieser Situation ist es schon erstaunlich, dass so viele Boote gleichzeitig an der Tonne sind. Aber die Annäherung von links birgt immer dieses Risiko, den Weg versperrt zu sehen.

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Carsten Kemmling

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12 Kommentare zu „Olympia 2012: Franziska Goltz Drama an der ersten Luvmarke“

  1. avatar <°((( ~~< sagt:

    Naja, Pech halt, oder verschätzt. Aber da war sie immerhin netter als die Griechin, die mit Gewalt und ohne Wegerecht zwischen die Boote auf dem Anlieger sticht und gleich drei oder vieren die Tonnenrundung versaut bis hin zur Kenterung von einer Konkurrentin.

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    • avatar SR-Fan sagt:

      So, habe mir das Drama an der Tonne jetzt mal angesehen.
      Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, warum Sie nicht in die Leelücke genau vor sich “reindrückt”. Zur Not macht Sie halt anschließend Kringel. Wäre doch alles besser gewesen als als sich komplett hinten anzustellen und die Position im Prinzip kampflos zu opfern?!
      Ist natürlich immer einfach – hier am Rechner. Aber ich könnte mir vorstellen, dass man auf olympischen Niveau deutlich mehr Flagge, resp. Zähne zeigen muss um sich zu behaupten.

      VG

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  2. avatar bläck sagt:

    Mich überrascht das doch eher bescheidene Niveau der deutschen Segler an diesem Event. Oder liegt es daran, dass man dank der “neuen” Uebertragungsmöglchkeiten sehen kann, dass die da eigentlich auch nicht viel besser segeln ? Ich weiss dass ich jetzt viel Häme ernten werde fùr meine Gedanken, aber wenn ich die Live Bilder anschaue muss ich oft zu mir selber sagen, mein Gott was machst du denn da ? Gut, ich kann es natürlich nicht besser, aber ich gehe auch nicht nach Olympia.

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    • avatar Gerd sagt:

      Nach Olympia gehen ist auch ganz schön weit, so zu Fuß.

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 18 Daumen runter 3

  3. avatar kieler segler sagt:

    Bisher sind die Leistungen ja wie bei jeden olympischen Spielen. Die deutschen sind da nur Mittelmaß. Da hat wohl auch keine STG oder sonst etwas genützt. Wurde nur wieder ne Menge Kohle verbrannt. Die 2 versprochenen Medaillen sind derzeit ja auch eher in die Ferne gerückt.

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    • avatar Uwe sagt:

      Die Erwartungshaltung des Teams ist aufgrund des hohen technischen, finanziellen und persönlichen Einsatzes sehr hoch. Damit als Segler mental zurechtzukommen und locker zu bleiben, ist nicht leicht. Ainslie hat offenbar ein ähnliches Problem.

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      • avatar stefan sagt:

        …den Vergleich mit Ainslie finde ich etwas “gewagt”, der muss seinen Status von “drei olympischen Goldmedaillen in Folge” verteidigen. Wogegen das deutsche Team von überhaupt irgend einer Medaille träumt.

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        • avatar Uwe sagt:

          Es ging um den Druck, der aufgrund hoher Erwartungen sowohl auf Ainslie als auch auf der deutschen Mannschaft lastet. Schliesslich muss von den deutschen Seglern durch ansehnliche Platzierungen bewiesen werden, dass man mit dem STG auf dem richtigen Weg und zu recht gefördert worden ist.

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          • avatar SR-Fan sagt:

            Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass der Druck der Öffentlichkeit durch die STG-Förderung besonders angestiegen ist. Wer von der Öffentlichkeit weiß denn schon wie diese Förderung genau aussieht und was das bewirken kann/soll. Das ist eher ein Problem der dortigen Verwaltung/Trainer und der Sponsoren. So eine Förderung gibt es mit Sicherheit nicht nur in Deutschland – “nur hier hat man dem Kind nen Namen gegeben”.
            Ganz im Gegenteil ist der Druck auf Grund der Historie – zumindest von der Öffentlichkeit – relativ gering(er) als in anderen Sportarten. Das lässt sich auch ganz gut an den reservierten Sendeplätzen der Übertragungen ablesen.

            PS: Unabhängig davon maße ich mir allerdings kein Urteil über die Leistung insgesamt zu, denn ich kann mit den Leistungen auf keinen Fall mithalten.

            VG

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          • avatar Uwe sagt:

            @SR-Fan

            Vom Druck der Öffentlichkeit habe ich nicht gesprochen, sondern von dem internen Druck im Team. Das Team lebt von den Sponsoren und möchte sich natürlich beweisen. Sieh Dir mal bei facebook an, wie man dort jedes kleine Zwischenergebnis verfolgt und kommentiert.

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  4. avatar Hans B. sagt:

    Die bisherigen Leistungen der Segler spiegeln das Niveau der gesamten deutschen Olympiamann-schaft wider. Wenn man bedenkt, im Schwimmen noch keine Medaille, im Judo erst eine, im Fechten erst eine im Turnen gar keine und in der Leichtathletik wird es nicht viel besser werden.

    Bis vor ein paar Jahren konnte man noch auf ehemalige DDR-Sportler zurückgreifen. Die sind nun aber ausgegangen und nun zeigt sich, dass die Sportförderung der Bundesrepublik versagt hat. Wenn ich keine systematische Sichtung betreibe und mit einer bescheidenen Förderung erst beginne, wenn die ersten Erfolge da sind, muss ich mich nicht wundern, wenn da keine Breite rauskommt. Dazu kommt, dass in anderen Ländern die Sportler auch sozial abgesichert werden. Hier kümmert man sich nur ansatzweise oder hofft, dass die Bundeswehr Sportler übernimmt.

    Die Sportler, die sich jahrelang auf die Spiele vorbereitet, Lehre, Beruf oder Studium oft unterbrochen haben, tun mir leid. Das hätte sich dann nur gelohnt (nicht finanziell, sondern ideell) wenn sie Erfolg haben – ansonsten lässt man sie im Regen stehen.

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    • avatar SR-Fan sagt:

      Das ist aber doch eher eine gesellschaftliche Frage. Wieviel ist es uns “Wert” dort (sehr) erfolgreich mitzuspielen.
      Nicht alle Sportarten “tragen” sich für den Sportler. Häufig ja noch nicht mal in der aktiven Zeit – was passiert dann erst im Anschluss. Ich denke da an die vielen Tennis- und Segellehrer. Der Rest müsste entweder in einem ganz anderen Bereich (sehr spät) Fuß fassen oder bläht den Funktionärsapparat auf – ach ja und Moderatoren gibts natürlich auch nicht unendlich viele.
      Ich will jetzt keine Vergleich mit der Milliarden-Unterstützung für unsere “Wirtschaftselite” (sprich: Banken) ziehen. Aber hier fällt schon auf, wo “unsere Gesellschaft” die Schwerpunkte setzt. Und wenn das so ist, kann man die Erwartungen im Sport halt nicht so hoch setzen und muss sich der Realität stellen.
      Selbstredend ist in der DDR-Förderung ziemlich viel schief gelaufen (z.B. Doping). Auf der anderen Seite fehlt uns eine entsprechende Breite in der Jugendförderung bei vielen Sportarten. Ausnahmen – wie z.B. Fußball – stützen hier nur die Regel, denn dort ist die Förderung doch eher durch die dicken finanziellen Mittel (resp. Vermarktung) und Eigeninteressen gegeben.

      VG

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