Olympia 2012: Schlechter Start – Wilhelm verliert Duell um Edelmetall

"Der Pole hat Bronze verdient"

Toni Wilhelm liegt schon an der ersten Luvtonne weit hinten.

Toni Wilhelm liegt schon an der ersten Luvtonne weit hinten.

Riesen-Enttäuschung für die deutsche Segelmannschaft in Weymouth: Sowohl Toni Wilhelm als auch Moana Delle haben im Windsurfen die erhoffte Medaille verpasst. Der 29-Jährige RS:X-Mann aus Dogern patzte im finalen Medaillenrennen als Vorletzter und fiel in der Endabrechnung auf den vierten Platz zurück.

„Beim Start bin ich gleich schlecht weggekommen, und danach war das Glück auch nicht auf meiner Seite. Der Pole hat das heute viel besser gemacht und deswegen verdient Bronze geholt. Gegen ihn zu verlieren, ist auch keine Schande, denn er surft seit Jahrzehnten an der Weltspitze und hat schon zahlreiche Titel gewonnen. Die erste Enttäuschung ist natürlich groß, ändert aber nichts an meiner positiven Gesamtbilanz eines erfolgreichen Wettkampfs.

Toni Wilhelm gratuliert seinem Freund Przemyslaw Miarczynski zu Bronze. © Marina Könitzer

Toni Wilhelm gratuliert seinem Freund Przemyslaw Miarczynski zu Bronze. © Marina Könitzer

Mit einem vierten Platz kann jemand auch gewinnen. Hätte mir das vor den Spielen jemand vertraglich zugesichert, hätte ich sofort unterschrieben. Jetzt hoffe ich auf ein Einsehen des Weltsegelverbands ISAF im November und ein Fortbestehen des Windsurfens im olympischen Programm. Denn dann mache ich noch vier Jahre weiter.“

Beide Surfer erwischten in ihren kurzen Finalrennen einen schlechten Start und lagen von Beginn an hinter der Konkurrenz zurück. „Ein Linksdreher hat den Windeinfallswinkel für mich so ungünstig gemacht, dass ich nicht wegkam“, erklärte ein gefasster, aber dennoch tief enttäuschter Toni Wilhelm.

Toni Wilhelm erlebte im Medalrace die Schattenseite der olympischen Regatta. © Marina Könitzer

Toni Wilhelm erlebte im Medalrace die Schattenseite der olympischen Regatta. © Marina Könitzer

Der zuvor viertplatzierte Pole Przemyslaw Miarczynski nutzte die Gunst der Stunde mit einem Traumstart, und schnappte dem Deutschen durch einen vierten Rang im Medalrace Bronze vor der Nase weg. Der Niederländer Dorian van Rijsselberge war bereits vorzeitig Olympiasieger, die Silbermedaille ging an Nick Dempsey aus Großbritannien, der den Deutschen kurz nach dem Start mustergültig überlaufen hatte.

Der enttäuschte Trainer Pierre Loquet zu Tonis Finale: „Vor dem Start lagen viele Gegner dicht bei Toni. Vor allem der Brasilianer und der Neuseeländer haben ihm das Leben schwer gemacht. Dann kam er bei dem relativen leichten Wind ein bis zwei Sekunden zu spät in Fahrt und ist tief gefahren, um vielleicht doch noch an dem gleich enteilten Polen dran zu bleiben. Das hat aber nicht geklappt, der war gleich weg. Später riskierte Toni einiges, hat aber dabei offenbar die Kontrolle über das Rennen verloren. Deshalb sind die Abstände immer größer geworden.“

Der deutsche Top Surfer ist enttäuscht nach der verlorenen Bronzemedaille. © Marina Könitzer

Der deutsche Top Surfer ist enttäuscht nach der verlorenen Bronzemedaille. © Marina Könitzer

Der erfahrene Brite Nick Dempsey (32) freut sich über Silber. Er hat schon eine Bronzemedaille aus Athen 2004. © Marina Könitzer

Der erfahrene Brite Nick Dempsey (32) freut sich über Silber. Er hat schon eine Bronzemedaille aus Athen 2004. © Marina Könitzer

Der Überflieger aus Holland. Gold zwei Rennen vor Schluss. Er ist verplichtet, am Medalrace teilzunehmen und gewann es auch standesgemäß.  © Marina Könitzer

Der Überflieger aus Holland. Gold zwei Rennen vor Schluss. Er ist verplichtet, am Medalrace teilzunehmen und gewann es auch standesgemäß. © Marina Könitzer

Deusche Farben zur Unterstützung der Surfer. Es half nichts. © Marina Könitzer

Deusche Farben zur Unterstützung der Surfer. Es half nichts. © Marina Könitzer

Das Trainerteam in schwarzrotgold. © Marina Könitzer

Das Trainerteam in schwarzrotgold. © Marina Könitzer

Surfen vor Zuschauern. Toni Wilhelm hat es genossen. © Marina Könitzer

 

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Carsten Kemmling

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