Olympia 2012 Weymouth: Stanjek/Kleen 8.; Däne schlägt Ainslie zweimal

"Zweiten Start verkackt"

Robert Stanjek und Frithjof Kleen hatten im ersten Rennen 100 Meter Vorsprung. © onEdition

Mittelprächtiger Auftakt für die Starcrew Stanjek/Kleen in Weymouth. Tagessieg schien greifbar, aber von Linksdreher „verhauen“. Nach Platz 6 und 9 Gesamtachte. Big Ben Ainslie zweimal vom Dänen Jonas Hogh-Christensen geschlagen.

Schon der erste Blick über den Hügel auf die Bucht vor Portland demonstrierte in der Morgensonne von Weymouth, was die Stunde geschlagen hatte. Ein Union Jack in der geschätzten Größe eines Tennisplatzes zerrte am Mast eines ankernden Fahrtenschiffs und blies zum Auftakt der Jagd nach Gold.

Doch es sollte noch nicht Großbritanniens großer Tag werden. Finn-Heroe Ben Ainslie, der sich mit seinem vierten Gold in Folge seit Sydney 2000 an die Spitze der ewigen Rekordliste katapultieren will, musste zweimal sein ganzes Können aufbieten, um dennoch am Ende den Danebro vor sich im Ziel zu sehen.

Däne Christensen will Elvstrøms Ehre bewahren

Jonas Hoegh-Christensen aus Dänemark, der Mann, der zweimal Ben Ainslie schlug. Kann er Elvstrøms Rekord bewahren? © onEdition

Der Däne Jonas Hogh-Christensen wurde Doppeltagessieger und schickt sich an, die Ehre seines großen Vorbilds und Landsmanns Paul Elvstrøm zu bewahren, der bis dato mit vier Goldmedaillen erfolgreichster Segler aller Zeiten ist.

Entsprechend einsilbig war der Superstar in der Mixedzone, die der internationalen Medienschar das Gefühl vom großen Sport gibt. Wie beim Fußballländerspiel kommt sie nur hier an die Athleten ran, darf hastig am Zaun ihre Fragen loswerden.

Ja, er habe die Anfeuerungsrufe vom Ufer gehört, wo 4.500 Segelverrückte kleine Fähnchen schwenkten. Nein, es seien sicher nicht seine besten Rennen gewesen. Der inzwischen 35-Jährige ist einer der ältesten Teilnehmer im Finn Dingi und spürt den großen nationalen Druck, der auf ihm lastet.

Das deutsche Team lag an den ersten beiden Tonnen vorne bis die große Linkskippe kam. © onEdition

Und er will nicht der Mark Cavendish des Segelsports werden, so kläglich scheitern wir der Radsportler auf den 250 Straßenkilometern der Tour de France und am Ende gekränkt über die behindernde Taktik der Konkurrenz mäkeln.

Stanjek gibt keine Interviews

Nach Missmut war auch der deutschen Starbootmannschaft nicht zu Mute, die Vorschoter Frithjof Kleen als ihren Sprecher auserkoren hat. Stanjek will bis zum Wettkampfende keine Interviews geben und marschierte geradewegs durchs Medienspalier hindurch.

Im zweiten Rennen verpatzen Stanjek/Kleen den Start, holten aber mit gutem Speed stark auf. © onEdition

Arbeitsteilung sei es, beeilte sich Kleen, den Eindruck zu verwischen, sein Steuermann wäre doch etwas angespannt nach der verpassten Großchance. „Er ist gut drauf, wir sind mit dem Auftakt zufrieden, aber bitte lasst ihn diese Woche in Ruhe.“ Eine klare Ansage.

Dafür redet der 29-Jährige Schotte wie immer Klartext. „Den zweiten Start haben wir verkackt. Die Leelücke hat nicht gepasst, aber das versteht eh kaum einer, und die anderen wollen es nicht wissen.“ Der neunte Platz sei dennoch positiv zu sehen, schließlich kam er von hinten heraus zustande.

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12 Kommentare zu „Olympia 2012 Weymouth: Stanjek/Kleen 8.; Däne schlägt Ainslie zweimal“

  1. avatar Manfred sagt:

    Na, das ist doch mal Klartext für uns Segler, das mit der Leelücke. Been there, done that. Danke für den Kommentar.

    Wenn nur mal jemand hier ansagen könnte, wie das mit dem Livestream und überhaupt und wo funktioniert. Habe schon über NBC versucht, ist für uns Segler nix für “Ausländer”. Da sind ganz harte Rechte verkauft worden vom IOC. Jetzt haben sie dort, nach einem Unfall auch die on-Board Kameras wieder abmontieren müssen. Klar, an so Riesenpötten möchte keiner so gerne seinen Großbaum hängen haben oder beschädigen beim abrasieren desselben. Und die Regeln? Equipment während des Rennens über Bord schmeissen ist ja auch nicht erlaubt. Die Fernsehheinis wollten wohl von go-pros nichts wissen. Ist nur für uns Amateure und die Bilder sind vermutlich zu gut. Mal wieder ne Pleite wenn man die ÖR´s (??) ranlässt, oder?

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    • avatar stefan sagt:

      …geh in die zdf-mediathek. da gibt es täglich bis zu 11 gleichzeitige live-streams. Und da ist auch ab und an Segeln dabei. Kann man dem sehr übersichtlichen Terminplan entnehmen.

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  2. avatar Manfred sagt:

    Gigantisch: habe hier grad die 49er Live auf dem Schirm: http://www.eurovisionsports.tv/london2012/index.html

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  3. avatar Manfred sagt:

    49er Race: Ergebnisse: AUS, POR, SWE, DEN und 5. Schadewald/Baumann. Guter Start.

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    • avatar Uwe sagt:

      So gut war der Start leider nicht: Rang 11 nach 2 Wettfahrten.
      An Rang 2 liegend hatten sie in WF 2 am Gate Probleme den Gennaker zu bergen und blieben stehen.

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      • avatar Uwe sagt:

        Beim Start der 2. Wettfahrt lagen S/B weit zurück und gingen ca. als 4.-letztes Boot über die Startlinie. Sie wendeten sehr schnell und fuhren auf die Rechte Seite, wo plötzlich virtuell auf Rang 1 lagen und an die Luvtonne als 2. rundeten.
        Mit einer ähnlichen Taktik hatten ja gerstern bereits Stanjek/Kleen Erfolg.
        Es stellt sich nun die Frage, ob sie aufgrund ihrer exzellenten Stromkarten diese Taktik wählten oder ob es einfach nur Glück nach dem verpatzten Start war.

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        • avatar Carsten Kemmling sagt:

          kein pech, kein glück, kein strom. diese starttechnik ist sehr zielführend bei booten, die in einer wende viele meter verlieren. also katamarane, aber auch schwere boote wie drachen oder 12er. auch beim 49er funktioniert sie. er wendet zwar gut aber doch relativ langsam im vergleich zum speed.
          außerdem funktioniert es eher im kleinen feld. wenn es am startschiff zu viele nachzügler gibt, öffnet sich nicht die lücke zwischen heck des obersten schiffes und startschiff.
          man muss also ganz knapp am heck des letzten backbord-starteres passieren, wie beim pfadfinder-start. wenn die backbord-schiffe wenden, würde das steuerbord-schiff in lee durchstechen und schnell in lee voraus liegen.
          der start macht sinn, wenn die rechte seite gut ist, hilft bei den kurzen 49er kursen aber auch schon, weil man mit freiem wind ohne viele wenden auskommen kann und sich nicht in bremsende zweikämpfe verstrickt. er erfordert aber ein perfektes timing und birgt ein gewisses chaos potenzial. aber schadewaldt/baumann ist er fast perfekt geglückt. nur der schwede wäre fast noch drüber gefahren.

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          • avatar Uwe sagt:

            Zum Thema Strom noch eine kleine Ergänzung:

            “Strömungsberechnungen für Olympiarevier

            Das olympische Segelrevier hat besondere Eigenheiten. Um Meeresströmungen optimal zu analysieren, entwickelte das Sailing Team Germany gemeinsam mit seinem Premium-Partner, der SAP AG, und dem Kieler Physiker Dr. Ingo Büll von der Burchardt eine innovative Software-Lösung”

            “Alle verfügbaren Daten werden im Arbeitsspeicher des Analyserechners vorgehalten und die optimalen Kurse der zehn olympischen Bootsklassen in Echtzeit berechnet. Trainer und Segler erhalten auf diesem Wege sekundengenaue Angaben über die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Kursstrategien.”

            „Während andere Teams über herkömmlichen Tidentabellen und Strömungskarten brüten, können sich die deutschen Segler voll und ganz auf die sonstigen vielfältigen Herausforderungen des Segelwettkampfes konzentrieren.

            http://www.sailing-team-germany.de/allgemein/sap-losungen-ermoglichen-stromungsberechnungen-fur-olympiarevier/

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  4. avatar Andreas sagt:

    Überläufer am Gennakerfall vor dem Block.

    1. Rennen beim Traumstart max. 20 cm drüber. Einzelrückrückruf ging erst dann runter, als auch sie als Letzte nochmal gestartet waren.

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  5. avatar Uwe sagt:

    Laser: Simon nach Platz 14 und 12 gesamt auf 13.
    Bitte Daumen drücken !

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  6. avatar Uwe sagt:

    Finn: Ainslie zeigt Nerven und liegt in Wettfahrt 3 z.Zt. auf Rang 8 mit ca. 1 1/2 min Rückstand.

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