Olympiaklassen: Jojo Polgar berichtet im SR-Interview über St. Petersburg und ärgert sich

Undurchsichtige, politische Kanäle...

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Committe hin, Committee her, es ist kompliziert, wie die ISAF in St. Petersburg über die Zukunft der Olympiaklassen entschied. SR versucht im langen Interview mit Johannes Polgar, mehr über die Abläufe und Dramaturgie der Veranstaltung zu erfahren.

Der Starboot-Europameister war mit Johannes Babendererde für den Heinz Nixdorf Verein als Beobachter vor Ort. „Wir wollten uns zeigen, damit sich die Delegierten ein Bild davon machen können, welche Athleten Starboot segeln“, sagt Polgar.

Aber am Ende der Sitzung war er desillusioniert. „Die Meinung der Segler ist nicht gefragt.“ Sie hätten zwar ihre Ansichten zum Ausdruck bringen können, obwohl die Segler keine Stimme in den Gremien haben. „Aber das spielte keine Rolle.“ Die Entscheidungen verliefen über undurchsichtige, politische Kanäle.

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Carsten Kemmling

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46 Kommentare zu „Olympiaklassen: Jojo Polgar berichtet im SR-Interview über St. Petersburg und ärgert sich“

  1. avatar John sagt:

    Unter Safari mag das Video nicht laufen…

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  2. avatar Andreas Ju sagt:

    Es ist sogar so lang geworden, dass es bei mir gar nicht hochlädt 😉

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  3. avatar Michael sagt:

    iPhone und iPad versagen leider ganz ihren Dienst bei den Videos!
    Eine NICHT Flash Variante wäre schön…

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  4. avatar Carsten sagt:

    Mist, das mp4 war wohl zu groß. Wird gerade umgewandelt und sollte bald soweit sein.

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  5. avatar Philipp sagt:

    sehr gute sache mit dem video!
    aber für die zukunft bitte einen anderen kammeramann. da wird man ja irre bei! es gab kaum eine stelle wo die kammera nicht raus und rein zoomte oder sich bewegte!!!!

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    • avatar Lyr sagt:

      ich muss sagen, dass gerade die Kamera mir sehr gut gefallen hat. Hat das ganze etwas belebt. So können die Meinungen auseinander gehen. 😉

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  6. avatar future sagt:

    das laden dauert zwar ne weile, aber dann funzt es.

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  7. avatar Carsten sagt:

    soo, jetzt sollte es schneller laden…
    long loading and dirty, statt quick and dirty :-). na ja…

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  8. avatar Mox1 sagt:

    Das Interview ist sehr interessant…….irgendwie geht mir danach die Zeile …”Wie sind das (Segler)Volk”….nicht aus dem Kopf.
    Gibt es keine Alternative als sich von diesen greisen Pappnasen bestimmen zu lassen?

    Gruss,

    Markus

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  9. avatar Hanseatic sagt:

    Die Ereignisse in St. Petersburg sind ein Spiegelbild unserer derzeitigen Gesellschaft. Ellenbogen raus und dann kämpft jeder für sich. Die 470er zeigen sich dabei offensichtlich am besten vorbereitet und vor allem am besten angepaßt. Mag man davon halten was man will. Verwunderlich nur, dass die anderen Klassen sich so sehr davon überrascht zeigen. Interessenvertretung der Segler kann sich das ISAF wohl kaum mehr nennen. Kurzfristige, wirtschaftliche (und offenbar ebenso persönliche der Council-Mitglieder) Interessen dominieren das Denken. Man rettet sich nur noch von einer Olympiade zur Nächsten. Damit wird sowohl den nationalen Verbänden als auch den einzelnen Bootsklassen jegliche mittelfristige Planungsgrundlage entzogen – Tenor: in 4 Jahren ist eh alles wieder anders. Wie und in welchen Klassen sollen Nachwuchstalente so an die Spitze geführt werden? Ich plädiere ganz entschieden für einen gewaltigen Aufstand der nationalen Verbände und der Athleten gegen die ISAF und deren Untergremien. Athleten und Landesverbände sollten hier mit mindestens 66% stimmberechtigt vertreten sein sonst müssen die Damen und Herren ISAF demnächst selbst in die Boote steigen wenn sie Olympia veranstalten wollen.

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    • avatar Ulrich sagt:

      Haben den Eindruck, dass neben den 470er- Funktionären auch die Mulithull/ Tornado – Vertretung einen sehr guten Job gemacht hat…

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    • avatar John sagt:

      Und wer vertritt die Athleten? Drei Starboot-Segler, die sich selbst als Vertreter ernannt haben?
      Da würden sich einige wohl nicht wirklich vertreten fühlen.

      Hat jeder Segler eine Stimme oder jedes Boot oder jede KV?
      Da würden die Singlehander wohl zu kurz kommen…

      Es ist leider nicht so einfach damit getan zu sagen: Lasst die Segler entscheiden!
      Und wenn man die Segler entscheiden lassen würde, dann würde wohl alles so bleiben wie es ist – denn die Vertreter wären nicht die jungen Wilden sondern die arrivierten.

      Ich bleibe – auch nach diesem sehr interessanten und guten Interview – bei meiner Meinung. Es sind nur zehn Goldmedaillen zu verteilen und bei jeder Konstellation gibt es Geschrei. Wir sind ja nicht 10 Sportarten sondern nur eine: Segeln!
      Guckt Euch mal an, wie viele tolle Disziplinen in anderen Sportarten es gibt, die keine eigene, oder ganze Sommer-Sportarten, die gar keine Medaille haben:
      – Bergsteigen
      – Klettern
      – Langdistanz-Triathlon, Duathlon
      – Skating
      – Baseball
      – Crosscountry (weder Laufen noch Radfahren)
      – Orientierungslauf
      – Billard
      – Schach
      – Bowling
      – Motorradrennen
      – Rugby oder American Football
      – Tanzsport

      Und jede dieser Sportarten hat meiner Meinung genauso eine olympische Würdigung verdient wie beispielsweise der Star. Das Segeln so viele Medaillen-Entscheidungen hat, liegt doch vor allem an einem: Das Segeln insgesamt eine extrem starke und gute Lobby hat – es ist nämlich kein Sport, der grundsätzlich jedem offen steht. Nur untereinander gönnt man sich halt nicht die Butter auf dem Brot (so kommt es mir zumindest vor).

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      • avatar Lyr sagt:

        hmm… dann vergleich es mal mit Rudern. Da gibt es noch viel mehr Medaillen.

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      • avatar Pete sagt:

        Richtig, und die Vertreter im Council stimmen natürlich für das was am besten für das eigene Land ist, nicht den Sport. “Die ISAF” wird also bestimmt durch Länderpolitik, und dort zählt (und zahlt) was erfolgreich ist, so ist Deutschland halt eher für Star und Tornado, während Hongkong eher für Surfen und vielleicht Flügelmotte ist. Neuseeland ist für den Star aber gegen Tornado, dafür sehr für Elliot (das bringt Geld für die Werft ins Land). Australien gegen Star, aber für Bladerider als Singlehander und 49er (wegen der Medallienchancen UND dem Geld für die Hersteller) und so weiter. Natürlich waren die Nord und Südamerikaner für den Star, und das ist ja auch ein Argument der Stare, zeigt aber auch genau das Problem der vielen Interessengruppen.
        Als mich mal vor Jahren jemand ernsthaft (von ISAF Seite) nach meinen Vorstellungen gefragt hatte, hatte ich unter anderem eine “Unbekannt” Klasse Vorgeschlagen: bekannt ist nur “2 Personen, Jolle, optimales Crewgewicht 150Kg,” und man erfährt erst wenige Tage vor den Spielen was es ist, das würde ‘richtige’ Segler fordern, die wirklich wissen wie man irgendein Boot schnell segelt, und nicht Jahrelang nur auf einem Bootstyp gesessen haben. Die wirklich guten würden so etwas dominieren. Leider ist das schon wegen der Geheimhaltung kaum durchsetzbar.
        Jojo hat bei der Kieler Woche 2008 im Star, direkt vor den Spielen bei denen er im Tornado teilgenommen hat, keine schlechte Figur gemacht.
        Aber solange Nationale Verbände ihr Geld je nach Erfolg bei Olympischen Spielen bekommen, und Nationale Verbände dann ein wichtiges Wort bei den Entscheidungen mitsprechen, wird jeder Ländervertreter nach den eigenen Interessen abstimmen, und das ist ja auch normal und gewünscht (nicht von allen, aber der Mehrheit der entsprechenden Länder).
        Wenn der “Niederländische” Vorschlag ohne Surfen durchgekommen wäre, hätte ganz Asien und noch einige anderen “Foul” geschrien.

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      • avatar Schlaufux sagt:

        Wenn ich mal aus Versehen in die Sommer Olympiade gucke,
        sehe ich in allen Leichathletischen Disziplinen vor allem immer
        EIn-und-dieseleben Athleten.
        200m, 500m, 1000m, 2k, 5k usw.
        beim Schwimmen dasselbe.
        nicht selten machen Atheleten dabinnen 14 Tagen 4-5 Wettkämpfe.
        Das ist langweilig.

        Wenn sich die TopLeute der Welt für eine lange Serie auf höchstem Niveau,
        taktisch richtig gas geben ist das für mich spannend.

        oder nimm ne Mittwochsregatta auf der Alster im Drachen.
        da gehts ab wie Klitschko gegen Haye.

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  10. avatar Ulrich sagt:

    Eine Problematik lässt der vom Seglervertreter gemachte Vorschlag außer acht: bei den fünf vorgeschlagenen Disziplinen fehlen…die Surfer. Nicht das mich das stören würde…doch will ich gar nicht an diesen Grundsatzstreit denken.

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    • avatar JP sagt:

      Sorry, das war mein Fehler in der Hitze des Gefechts… gemeint war:
      Singlehanded m/w
      doublehanded m/w
      multihull m/w
      keelboat m/w
      boards m/w

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      • avatar Lyr sagt:

        dann würde aber 470er oder 49er rausfliegen… kaum vorstellbar,oder!?

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      • avatar Lyr sagt:

        achja und Finn müsste auch rausfliegen. Das frage ich mich sowieso jedes Jahr, wie sie immer wieder zwei Singlehanded (m) auf Kosten einer anderen Klasse durchdrücken können. Obwohl ich beide Klassen wirklich sehr gerne hab und nichts gegen dessen Verbleib habe, aber die Argumentation/Begründung gegenüber den anderen Klassen würde ich da doch gerne mal hören. Mir scheint es fast so, als wenn jeder! Vorschlag der am Ende gegen Finn geht nie eine Chance hat. Irgendwie komisch!

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        • avatar John sagt:

          Und jetzt guckst Du mal in welcher Klasse der IOC-Chef Weltmeister war… 🙂

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          • avatar Pete sagt:

            Das Hauptproblem für’s IOC sind NICHT die Medaillen, sondern die Anzahl der Athleten, es sollen möglichst unter 400 (aus dem Kopf 411, aber das kann falsch sein) sein. Nur Singlehander und dann dürfen mehr Nationen an den Start. Deshalb gibt es bei anderen Sportarten diese Medaillen “Flut” weil Sportler an mehreren Wettkämpfen Teilnehmen können. Als (blödes) Beispiel: den 470 auf eine Klasse reduzieren (mixed) und man hat gute Karten eine Flügelklasse ins Program zu bekommen.

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  11. avatar Stefan Käshammer sagt:

    Segler(Volks)entscheid statt ISAF Council…

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    • avatar Christian sagt:

      Bei aller berechtigten Kritik an der ISAF im einzelnen: Wenn künftig nur 10 Klassen dabei sein sollen und diese geschlechterparitätisch besetzt sein sollen, dann müssen einzelne bestehende Klassen herausfallen. Geht gar nicht anders, auch bei einer “Volksabstimmung” nicht. Streit wird unvermeidlich sein.

      Da die Zuschauerwirkung unwidersprochen ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl ist, müsste es, wenn es gerecht zugeht, zuallerst die veralteten Klassen treffen: Finn, 470er, Star, und eigentlich auch Laser. Denn hierzu gibt es moderne, schnellere und telegenere Alternativen. Letztere zeichnen sich z.b. dadurch aus, dass sie modernere Riggkonfiguration haben (z.B. mit Gennaker) und die Foils optimiert sind (Finn, Star, 470er und Laser sind diesbezüglich aus dem letzten Jahrhundert).

      Bei anderen olymptischen Sportarten mit hoher Materialbedeutung würde man nie mit veraltetem Equipment rumfahren, z.B. beim Bobfahren. Das ist immer up to date. Das kann man bei einem High End-Sportwettbewerb auch erwarten.

      Einen Finn mit seinem hoffnungslos veralteten Unterwasserschiff hingegen künstlich ein wenig aufzumotzen, ist wenig überzeugend.

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      • avatar Pete sagt:

        Stimmt, wobei der Finn sich wenigstens weiterentwickelt (leichter, neue Riggs etc.), während der Laser immer noch aus den späten 60ern ist – bis auf Carbon Pinne und ein paar stark reglementierten neuen Blöcken. Wieso der Finn veralteter als der Laser sein soll, versteht kein außenstehender (und der Insider der beide neutral beides vergleicht eigentlich auch nicht).

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  12. Pingback: Interview mit Johannes Polgar zu den Ereignissen in St. Petersburg | Powerpartner Blog

  13. avatar Manfred sagt:

    @ Christian: Ich kann Dir nicht ganz folgen, was die Zuschauerwirkung der einzelnen Klassen betrifft. Wenn die von Dir genannten Boote richtig gefilmt und in Szene gesetzt werden, sind sie genauso telegen wie die meisten anderen Boote auch. Leider wird ja meist falsch in Szene gesetzt. Boote huschen an Bojen vorbei. Es wird fast nie gezeigt, was danach passiert. Die Kamera beschränkt sich selten auf bestimmte Teilnehmer/innen und zeigen diese entsprechend in ihrem Kampf mit den Elementen und den “Gegnern”. Richtig “erzählt”, kann eine Laserduell (Scheidt ./.Ainsle) sehr telegen sein. Ein Dreieckskurs mit Raumtonne lässt auch 470er & Stare in den Halsenmanövern sehr gut aussehen.

    Zuschauerwirkung kann bestimmt kein Kriterium bei der Abstimmung gewesen sein, denn dann wäre Match Race drin geblieben. Das Duell, Boot gegen Boot, würde auch der entlegenste und dem Segelsport am wenigsten zugewandte Zuschauer, den man angeblich erreichen will, verstehen. Einfach zu filmen und in Szene zu setzen. Egal, ob im Soling oder Yngling oder E6. Das Kriterium bei der Abstimmung kann nur schnöder Mammon gewesen sein. Zwei Laser (super teuer für das was Du bekommst) aus derselben Presse, da steckt etwas anderes dahinter. Man mag sich seinen Teil selbst denken.

    Persönlich bin ich der Meinung, die ISAF müsste sozial verantwortlich und auch politisch korrekt handeln. Das sähe dann für mich so aus, dass Bootsklassen gewählt werden, die in Form von Lizenzen in verschiedenen Ländern (auch mit schwacher industrieller Entwicklung) gebaut werden können, wie z.B. die OK Jolle, die Europe, der FD das Finn, oder “hard chine Skiffs”, nur um ein paar ältere Beispiele zu nennen. Das gäbe Raum für wirtschaftliche Entwicklungen, für eine richtige Beteiligung und Entwicklung auch in “kleinen Ländern”. Es kann doch nicht sein, dass da, wo die Welt zu Gast sein soll (Olympia), nur einige wenige Wirtschaftsnationen oder Konzerne Nutzen ziehen. Das gilt übrigens noch mehr für andere “Equipment” bezogene Sportarten. Und klar, es wird immer ein paar Handwerksbetriebe geben, die ein besseres Produkt herstellen als andere. Das ist gesunder Wettbewerb. Aber überlegt mal, wie arm alleine wir in GER dran wären, ohne all diese interessanten kleinen Bootswerften, nicht alle existieren noch, wie: Hein, Glas, Bopp & Dietrich, Bergner, L.Mader, H. Mader, Obermeier, Linnekuhl, Kother. Deren Existenz und auch die kleinen Segelmacherbetriebe und Mastenbauer hatten damals auch mit Olympia zu tun. Und einige erreichten einen weltweit bekannten, guten Ruf für Top Produkte.

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    • avatar Christian sagt:

      @Manfred: Beim allermeisten kann ich dir nur zustimmen. Die Art und Weise, wie Segeln im TV präsentiert wird, verdirbt selbst Enthusiasten wir mir den Spaß. Leider sind auch viele Internetvideos von Regatten nicht gut. Insbesondere die schnellen Schnitte sind tödlich, man kann oft nicht mal die Schlüsselszenen eines Rennens richtig nachvollziehen.

      Zum letzten Absatz: Right. Am fairsten wäre es wohl, für alle 10 vorgesehen Bootstypen Evaluierungen zu veranstalten (hier hätten dann die Segler/innen das letzte Wort) und dann die Produktion der ausgewählten Klassen frei auszuschreiben, so dass jeder Hersteller sich bewerben kann. Laser/ Performance Craft wäre dann wg. mangelnder Qualität sofort aus dem Rennen 😉 Selbst Neuboote von denen sind mangelhaft, habe das im letzten Jahr zweimal selbst mit erlebt.

      Allerdings werden Kleinbetriebe niemals die Kapazitäten für Olympiaboote haben, selbst mittelgroße Player wie Ovington kommen da an ihre Grenzen.

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    • avatar Pete sagt:

      @Manfred & @Christian
      Volle Zustimmung, wenn es Klassen wären die eben jeder selbst bauen kann und nicht von einer Firma kommen wäre man in der Kostenreduktion und Qualität schon weiter. Probleme mit der “Versorgung” wie bei Elliot, RS:X und 49er wären dann nicht vorhanden (alle diese Klassen hatten teilweise Grosse Probleme die Nachfrage zu befriedigen).
      Und natürlich kann man alle Rennen in jeder Klasse interessant darstellen wenn man nur will.
      100 meter Rennen schaut man sich auch nicht wegen der unglaublichen Geschwindigkeit der Läufer an, sondern weil es bis zum Schluss spannend ist, das ist beim Finn oder Star eher so als beim Tornado oder 49er.

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      • avatar Christian sagt:

        @Pete: Warum soll ein Medal Race im Finn spannender als im Tornado oder 49er sein? Beim Finn ist es vergleichsweise in Zeitlupe… Im 49er geht es durchaus sehr eng und sehr taktisch zu ( 49er in Quingdao ist eine Ausnahme, die die Regel bestätigt. Bei der Zahl der youtube-Klicks ist dieses legendäre Rennen übrigens einsame Spitze).

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        • avatar Pete sagt:

          @Christian
          Wobei man sich über den sportlichen Wert eines Medal Races ja durchaus streiten kann 😉
          Die werden neben der doppelten Wertung extra Kurz gehalten um Spannung zu erzeugen. Ich habe da aber im Star schon öfter gesehen dass die Platzierung sich auf den letzten 20 Metern geändert hat als im 49er oder Tornado, und beim Vormwind Ziel ist dann dem nicht-Segler wieder schwer zu vermitteln warum da einer von links und einer von rechts auf Ziel Zufährt – für uns ist das spannend, aber eben für den normalen TV Konsumenten nicht, der will “überholen” sehen.
          Das mit dem youtube Klicks mag auch was mit der Verhandlung vor dem internationalen Sportgericht zu tun haben, das hat dieses Rennen ja lange genug selbst beim Spiegel und der Bild in den Medien gehalten.

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      • avatar Pete sagt:

        Ich meinte natürlich eine Flügelklasse für je M und W

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  14. avatar jorgo sagt:

    Chancengleichheit wird es im High-End Bereich nie geben (siehe AC … aber auch Tornado, Star etc), schon gar nicht in unserer ungerechten Welt, in der die Resourcen so asymetrisch verteilt sind.
    Wenn das der eigentliche olympische Gedanke ist (ist er das?), führt in dieser Hinsicht an einer quasi industriell in hoher Qualität gefertigten Einheitsklasse kein Weg vorbei. All die schönen Dinge mit weltweiter Verbreitung (Fernseher, Kühlschränke (Laser), Autos, Computer,Handys…..) stammen aus Massenproduktionen und sind deshalb erschwinglich. Soll Segeln aus der elitären Ecke heraus (auch olympisch)… was tlw. doch schon ansatzweise funzt, dann kann nur das der Weg sein. Für die “anderen Segler” gibt es doch schon genug Betätigungsfelder. Einheitsklasse und spektakulär schließt sich nicht aus!

    Ferner: Unser Sport hat nun mal auch medial unspektakuläre Seiten ….. vielleicht ist das sogar auch ein Grund dafür ihn zu lieben. Frankreich (und Segelreporter.com) machen es z.B. vor, wie auch diese Seite des Segelsports seine Berechtigung hat. Außerdem soll mich mal jemand davon überzeugen, warum eigentlich Rudern medial besser dastehen soll. Die gucken ja sogar noch in die falsche Richtung!

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    • avatar Pete sagt:

      Nur das Boote nie wirklich Massenproduktion sind, 200000 in 40 Jahren sind nicht wirklich Massenproduktion. Noch dazu sind Boote durchaus auch noch selbst zu bauen, und alle high-end Entwicklungen im Segeln kommen von Konstruktionsklassen wo Leute selber bauen. Auch hinkt der Vergleich, weil bei anderen Produkten Konkurrenz herrscht, aber ja gerade bei Klassen wie Laser, 49er etc. nicht.
      Im Star, 470, Finn etc gab es dagegen über die Jahre deutliche Verschiebungen wer da als Werft das sagen hat, ganz zu schweigen vom technischen Fortschritt.

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  15. avatar Plan B sagt:

    Dank an Johannes für seine Eindrücke…
    Aber mal ganz nebenbei, neben diesen unliebsamen, politischen Entscheidungen.
    Der olympische Gedanke der immer wieder angeführt wird fand realistisch gesehen nie wirklich statt. Schaut man sich die olympischen Spiele in der Antike an, hier gab Prof Lämmer seinerseits an der DSHS Köln anschauliche Einblicke, so wird man erkennen das schon damals fast immer persönliche und politische Interessen die Entwicklung der Spiele bestimmten. Man beachte unter anderem die Einführung von kleinen Metallnägeln auf den Boxlederriemen durch die Römer, bei den olympischen Spielen in der Antike, nachdem Sie die Griechen im Krieg unterjocht hatten.
    Der französische Pädagoge und Historiker Pierre de Coubertin wollte die “große Bedeutung” der antiken Spiele in die Neuzeit übertragen und postulierte die Spiele der Neuzeit. Wer mal kurz in Wikipedia lesen möchte, erfährt die Probleme zum Start der neuzeitlichen Spiele, der eigentlich 1900 stattfinden sollte. Und wie immer kam alles anders…Also nix neues…

    Bleibt die Frage wie man Kräfte der Basis bündeln kann, um Veränderung zu bewirken?

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  16. avatar Tiefenrausch sagt:

    Unabhängig davon, welche Bootsklasse man nun bevorzugt – Jojos Kernpunkt ist m.E., daß es einen besseren Vorschlag gab, dieser aber aufgrund der unklaren Zielsetzung, des unklaren Abstimmungsprozederes und der (z.T. anwaltlichen) Lobbyarbeit keine Mehrheit fand. Mit anderen Worten, das System ist faul, aber wer wird es reformieren? Die Spitzenfunktionäre werden nicht ihre eigenen Machtpositionen aufgeben, die Athleten selbst haben ohnehin keine Stimme, die einzelnen Verbände müßten sich erst mal untereinander einigen – also bleibt das Gewurschtel, auf Kosten des Sports.
    Wie schnell dann solch ein Ereignis irrelevant wird, konnte man schön am letzten America´s Cup sehen. Interessant finde ich, daß die rausgeflogenen Bootsklassen durchaus gute Überlebenschancen haben – siehe FD, Drachen. Das Argument der Modernität der Konstruktion halte ich für hahnebüchen, da müßten wir als erstes die Optis ersetzen.

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    • avatar Christian sagt:

      Richtig: Optis sind eine Zumutung für die Kids. Die Ausreithaltung treibt sie den Orthopäden zu. Und wer schon mal überforderte Eltern und Kindertränen beim Aufbauen des unglaublich bescheuerten Spietsegels gesehen hat, wird es nie vermissen.

      Es gibt wesentlich bessere Kinderboote heute. Und die sind sogar eher preiswerter.

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      • avatar Pete sagt:

        Aber die Jugend der Welt segelt Opti, die Segler, die genauso alt sind wie die Turnerinnen bei den Olympischen Spielen segeln Opti: also Opti als Olympischen singlehander! – das ist natürlich nicht ernst gemeint, würde aber zur “Jugend der Welt” passen.

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    • avatar John sagt:

      Irrelevanz des America’s Cup aus wessen Perspektive?
      Der Sportler, der Zuschauer, der Sponsoren? Die beiden Kontrahenten hatten ihren Spaß und um viel mehr geht es bei der ganzen Veranstaltung eigentlich nicht.

      Das ist eine Privatveranstaltung, die zum Geldverdienen/-verprassen durchgeführt wird. Verstehe nicht, warum wir Segler immer so eine Anspruchshaltung haben…

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  17. Pingback: Entscheidung für Olympiaklassen 2016 in St. Petersburg gefallen.

  18. avatar Klepto sagt:

    Als jemand, der selbst Submissions (Class Rules) geschrieben und erfolgreich verteidigt hat und mehr als eine ISAF Sitzung, u.a. auch in dem Jahr, in dem die Europe raus gelflogen ist, hinter sich hat, ein zwei voneinander unabhängige Be- oder Anmerkungen zum Thema:

    Die ISAF ist ein mehr oder weniger chaotischer Haufen, in denen die unterschiedlichsten Interessen vertreten sind. Dennoch lassen sich m.e. ein paar Grundströmungen erkennen: Auf der einen Seite sitzen die Tradionalisten: Mono-Hulls, “weißer Sport” – Pumpen ist Gotteslästerung. Auf einer anderen Seite sitzen die Modernisten: Multihulls, Skiffs, spektakuläre Action, TV-Übertragungen etc. Aber das sind nicht die einzigen Gegensätze: Da sind noch die Europäer und Amerikaner versus Asiaten. Erstere haben eine sehr sehr lange Tradition und sehen z.b. die Technik (eines Bootes) und deren Beherschung (z.B. Europe) als integralen Bestandteil unseres Sportes, die anderen (Laser) hingegen sehen in unterschiedlichem variablem Material eher Teufelswerk. Argumentativ kann man durchaus beiden Seiten Recht geben. So sind die Segelverbände und -vereine in Asien teilweise ganz anders struktutiert als in Europa: hier beschaffen Verband oder Verein das Material in großen Mengen. Die Kosten spielen also eine wesentlich wichtigere Rolle als in den Teilen der Welt, in denen Segler(innen) ihr Material selbst beschaffen. Diese unterschiedlichen Positionierungen spielen m.e. ganz sicher auch bei der Olympia Entscheidung eine Rolle.

    Nun noch ein paar Worte zum Prozess der Entscheidungsfindung bei der ISAF. Entschieden wird fast ausschließlich auf den Frühjahrs- und Herbstsitzungen. Entschieden wird m.w. ausschließlich über Eingaben (submissions) verschiedenster Art, die grundsätzlich unabhängig voneinander sind, d.h. dass z.b. ein konzeptionelles Modell bei dem man sich erst allgemein und dann speziell entscheidet und somit ist eine stufenweise Entwicklung einer Entscheidung gar nicht möglich. Jede Submission wird einem Committee vorgelegt. Davon gibt es jede Menge. Diese sind allerdings durchaus nicht grundsätzlich streng hierarchisch aufgebaut. Vielmehr ist i.d.R. so, dass jedes Committee einen Vertreter in alle anderen verwandten Committees entsendet. Die Hälfte eines jeden Committess besteht also im Prinzip erstmal nur aus Vertretern anderer Committes. Dieses System mag auf den ersten Blick verwirrend erscheinen, hat aber nach längerer Beobachtung durchaus seine guten Seiten. So wird u.a. der Blick andere auf das zu entscheidende Problem geschärft. “Unter dem Strich” hatte ich immer den Eindruck, das dieses System dafür sorgt, dass aller Art eigenartige Submissions (und das sind gefühlte 80%) zügig aus dem Entscheidungsprozess heraus fallen und nur die wirklichen sinnreichen überleben. Diese werden dann dem tatsächlichen übergeordenten oder letzlich zuständigem Committee zur endgültigen Entscheidung vorgelegt. So wie es im hier diskutietem Fall das Events-Comittee getan hat. Und ich gehe davon aus, dass dieses sich vorher mit den anderen, wie z.b. Centreboard oder Keel Boat beraten hat. Bis dahin ist dieser konkrete Prozess also vermutlich korrekt und an den Aktiven orientiert verlaufen.

    Bleibt das Rätsel um die Interessen des Councils und die Frage ob die (uralten) Mechanismen der Entscheidunsgfindung (Stichwort: Submisssions statt eigenständiger Konzeption) die richtigen sind.

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