ORC-WM vor der Langstrecke und dem Cut

Noch deutsche Medaillenträume

Start der ORC-WM-Gruppe B bei zunehmender Seebrise am Mittwoch.  © segel-bilder.de

Start der ORC-WM-Gruppe B bei zunehmender Seebrise am Mittwoch. © segel-bilder.de

Auf Schatten folgte Sonnenschein. Nach dem schwierigen Langstrecken-Rennen der ORC-Weltmeisterschaft vor Kiel am Vortag erlebten die 151 Crews am Mittwoch nach zweistündiger Wartezeit einen perfekten Segeltag. In allen drei Wertungsgruppen gelangen bei karibischen Verhältnissen mit Sonnenschein und einer mäßigen bis frischen Seebrise drei Kurzrennen, so dass die WM wieder voll auf Kurs liegt. Nach der Langstrecke erfolgt in den beiden teilnehmerstarken Gruppen B und C am Donnerstag der Cut für die Goldflotte, auf der dann in Up-and-Down-Wettfahrten am Freitag und Sonnabend die Weltmeister gekürt werden.

Die besten Chancen auf eine WM-Goldmedaille hat derzeit die „Santa“, eine Landmark 43 von Claus Landmark (Norwegen), die in Gruppe ORC A der großen Yachten bereits vier Siege und einen zweiten Platz in die Liste eintrug. Mit 20 Zählern Vorsprung scheint kaum noch vom Toppplatz zu verdrängen zu sein, denn im Verfolgerfeld wurden weiter mächtig Punkte verteilt.

Zur WM-Halbzeit fast ungeschlagen auf Goldkurs: die norwegische 'Santa'.   © segel-bilder.de

Zur WM-Halbzeit fast ungeschlagen auf Goldkurs: die norwegische ‘Santa’. © segel-bilder.de

Der „Silva Neo“ (Dennis Gehrlein, Flensburg) als Vierte, Achte und Neunte sowie der „IMMAC One4All“ (Kai Mares, Kiel) als Siebte, Vierte und Sechste gelangen Achtungserfolge. „Die ersten beiden Tage kamen wir bei den leichten Winden nicht richtig ins Gleiten. Das klappte aber bei den perfekten Bedingungen. Wir haben das Boot inzwischen viel besser im Griff als zur Kieler Woche und fahren einen guten Speed. Jetzt wollen wir mal sehen, wie weit wir noch vorn rein kommen“, sagte Gehrlein, der als Achter zweitbestes deutsches Schiff hinter der „IMMAC One4All“ (5.) ist.

In der ORC B setzte die estländische „Forte“ ihre guten Platzierungen fort (2./4./5.) und steht mit konstanten Ergebnissen an der Spitze. Die Hamburger „H.E.A.T.“, die am ersten Tag mit einem Tagessieg überraschte, musste dagegen Federn lassen und fiel auf Gesamtplatz 29 zurück. „Wir haben das Boot erst im Winter gekauft und viel dran gearbeitet. Aber an das Vermessungssegeln müssen wir uns erst noch gewöhnen, denn wir kommen alle aus der Einheitsklasse J/24. Aber wir wollen in erster Linie Spaß haben“, sagte Max Bischof aus der jungen „H.E.A.T“-Crew, deren Mitglieder zwischen 20 und 30 Jahre alt sind. Bester deutscher Eigner ist der in Hongkong lebende Hamburger Christopher Opielok mit der „Rockall IV“ als Vierter; bestes deutsches Boot die „Veolia“ von Torsten Bastiansen aus Flensburg auf Platz zehn.

Unter der Flagge von Hongkong ist die ‘Rockall IV’ von Christopher Opielok (NRV Hamburg) Fünfte in der Gruppe ORC-B. © segel-bilder.de

In der ORC-Klasse C der kleinen Boote bestehen die größten Chancen auf eine deutsche Medaille. Die „Sportsfreund“ von Axel Seehafer (Heiligenhafen) spielt mit konstant vorderen Platzierungen (3./7./6.) weiter im Feld der Podiumsanwärter mit und liegt im Zwischenklassement punktgleich mit dem Dritten auf Platz vier. Es führt die italienische „Low Noise“. Und auch die kleine Dehler 29 „Cala Ventinove“ von Uwe Wenzel (Bremen) bleibt nach ihrem Langstrecken-Sieg weiter in der Spur. „Eine Platzierung unter den ersten Zehn war unser Ziel, und dafür sind wir als Neunte gut auf Kurs“, sagte Wenzel. „Wir haben uns beim NRW-Cup in Schwung gebracht und das Boot zu dieser Saison noch mal ein bisschen modifiziert.“

Viel Spaß auf See in der Gruppe C hatte die „halbtrocken“ von Knut Freudenberg (Amrum), dem deutschen Vorjahres-Meister. Beim ersten Rennen des Tages musste sie zwar pausieren, da sie noch eine Frühstart-Disqualifikation des Abbruch-Rennens von Montag unter schwarzer Flagge mit sich schleppte, dann lief es aber mit den Rängen fünf und vier sehr gut. „Erst haben wir uns ausgeruht und dann vieles richtig gemacht. Wir waren schnell unterwegs, haben gute taktische Entscheidungen getroffen. Das schnurrte nur so“, schwärmte Trimmer Sven Krause, der mit dem Team auf Platz 23 vorrückte.

Die vollständigen Ergebnisse von der ORC-WM gibt es hier: http://www.orcworlds.com/index.php/official-noticeboard/results/

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2 Kommentare zu „ORC-WM vor der Langstrecke und dem Cut“

  1. avatar Sven 14Footer sagt:

    Ich bin etwas enttäuscht, dass die Berichterstattung von der größten ORCi WM der letzten Jahre direkt vor der Haustür sich auf die Publikation der (nicht schlechten) Pressemitteilungen beschränkt.
    Ich hatte auf die bekannten, guten SR Analysen und Hintergrundberichterstattungen gehofft.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 25 Daumen runter 2

    • avatar armchairadmiral sagt:

      Ist eben keiner dabei, sondern im Urlaub. Muss ja sein.
      Ich finde es auch schade!

      Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 10 Daumen runter 1

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