Palma Week: Bruch im deutschen Team, faire Hilfe und starke Leistungen

Deutsche Segler stürmen nach vorne

Bei der 49er Olympiaqualifikation haben sich Heil/Plößel mit zwei grandiosen Tagessiegen einen großen Vorsprung erarbeitet. Für ihre Gegner Schmidt/Böhme hätte es dennoch viel schlimmer kommen können.

Erichsen/Spitzmann

Das deutsche Nacra 17 Team Erichsen/Spitzmann segelt bei Starkwind auf Erfolgskurs. © Marina Könitzer

Erik Heil und Thomas Plößel rufen bei der finalen Olympia-Qualifikation bei der Trofeo Princesa Sofia ihre beste Leistung ab nach dem Motto: Besser sein, wenn es zählt. Mit zwei Tagessiegen bei starkem Wind haben sie sich auf Rang drei vorgeschoben und liegen nur einen Punkt vom Gesamtsieg entfernt.

Der Vorsprung auf ihre Teamgefährten Schmidt/Böhme beträgt fünf Rennen vor Schluss jetzt schon 33 Punkte. Und die müssen schließlich am Ende vier Plätze vor den NRV-Seglern liegen, wenn sie die Rio-Fahrkarte noch ergattern wollen. Aber die Kieler hatten viel Pech an diesem Tag in Palma, schließlich aber dennoch Glück im Unglück.

Beim Sailing Team Germany heißt es dazu: “Der Donnerstag bei der „Trofeo Princesa Sofía“ in Palma de Mallorca brachte eine Mischung aus Materialbruch und sportlichen Top-Leistungen.

Lutz/Beucke

Starker Start für Lutz/Beucke (GER 9). Jurczok/Lorenz (GER 55) mit Problemen. © Marina Könitzer

Die verrückteste Geschichte erlebte sicherlich das Kieler 49er-Duo Justus Schmidt und Max Boehme. In der Pause vor dem dritten Tagesrennen brach ihr Mast und sie fanden sich manövrierunfähig auf dem Mittelmeer wieder. Hektisch wurde mit Bundestrainer Thomas Rein überlegt, was getan werden kann. Schließlich geht es um die Olympiaqualifikation für Rio 2016.

Nach dem verpassten Rennen sprachen Justus und Max mit den befreundeten Briten James Peters/Fynn Sterritt und es passierte Folgendes: „Die Briten gaben uns ihr Boot, damit wir das nächste Rennen segeln konnten“, erklärte ein leicht sprachloser Justus Schmidt. „Was unsere Freunde aus Großbritannien da gemacht haben, ist unfassbar – und das in der Olympiaqualifikation für ein anderes Land. Ein dickes Dankeschön dafür!“

Parallel brachen die Nationalmannschaftskollegen Tim Fischer und Fabian Graf ihr Rennen der Silber-Flotte ab, als sie mitbekamen, was bei den „Großen“ passiert war. Sie segelten zu dem anderen Kurs und wollten Justus und Max ebenfalls ihr Boot leihen. Da die Kieler bereits versorgt waren, gaben sie ihr Boot den selbstlosen Briten, damit auch sie die letzte Wettfahrt beenden konnten. Ganz großes Kino bei den 49er-Männern!

Durch die zwei Rennsiege und die Führungsposition von Erik Heil und Thomas Plößel ist der Abstand zu den jetzt neuntplatzierten Schmidt/Boehme größer geworden. Justus und Max müssen jetzt alles riskieren, um doch noch das Ticket für Rio zu lösen: „Morgen haben wir noch bis zu vier Rennen und Samstag das Medal-Race. Wir geben nochmal Gas und werfen alles rein.“

Die Bulgaren in Nöten. © Marina Könitzer

Die Bulgaren in Nöten. © Marina Könitzer

Bruch und Materialschaden gab es auch im Nacra17 bei Paul Kohlhoff und Carolina Werner. Ein Schwert rutschte zu weit runter, beschädigte die Innenseite des Rumpfes so schwerwiegend, dass die Regatta für die bis dato Drittplatzierten vorzeitig zu Ende ist. Tragisch, da das Kieler Doppel auch die WM Mitte Februar wegen Bruch vorzeitig beenden musste.

Ihre Teamkollegen und Konkurrenten um das Ticket für Rio, Jan Hauke Erichsen und Lea Spitzmann, liegen als Sechste weiter gut im Rennen und sind auf dem Weg ins Medal-Race am Samstag.

Mit starken sportlichen Leistungen überzeugte heute Heiko Kröger im 2.4mR, der nach seinem Ausrutscher gestern wieder ganz oben im Gesamtklassement angekommen ist.

Auch die 49erFX-Mädels strotzten nur so vor guten Ergebnissen: Tina Lutz und Susann Beucke sind Dritte. Direkt dahinter die in der Olympiaqualifikation führenden Victoria Jurczok und Anika Lorenz auf Platz vier.

Auch für Surfer Toni Wilhelm ging es am vierten Regattatag nach oben. Eine Medaille ist in greifbarer Nähe. Nach acht Rennen liegt Toni auf Rang vier.

Bei den 470ern lief es durchwachsen. Annika Bochmann und Marlene Steinherr pausieren krankheitsbedingt, um die Teilnahme an der EM (7. bis 12. April) und den letzten Teil der Olympiaqualifikation nicht zu gefährden.”

Angeschlagen ist auch Ferdinand Gerz Vorschoter Oliver Szymanski. Deshalb gaben die 470er Segler das achte Rennen nach drei Goldfleet-Läufen außerhalb der Top-Ten auf.

 

Top-Ten-Ergebnisse des Audi Sailing Team Germany in der Übersicht:

1. Heiko Kröger, 2.4mR
1. Erik Heil/Thomas Plößel, 49er
3. Tina Lutz/Susann Beucke, 49erFX
4. Victoria Jurczok/Anika Lorenz, 49erFX
4. Toni Wilhelm, RS:X Surfboard
5. Lasse Klötzing, 2.4mR
6. Jan Hauke Erichsen/Lea Sitzmann, Nacra17
9. Justus Schmidt/Max Boehme, 49er
10. Ferdinand Gerz/Oliver Szymanski, 470er Männer

Ergebnisse Princesa Sofia 2016

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Carsten Kemmling

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5 Kommentare zu „Palma Week: Bruch im deutschen Team, faire Hilfe und starke Leistungen“

  1. avatar Klaus sagt:

    So eine faire Olympia-Qualifikation ist doch viel schöner (auch für alle Beteiligten), als dieser Kampf ums Ticket bei den 470er Damen letztes Mal.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 0

  2. avatar Eberhard Ritzau sagt:

    Drama fuer Kohlhoff/Werner . Nichts gegen Erichsen/Spitzmann , ist eine super Leistung aber die bei beiden Youngster sollten eigentlich nach Rio

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 5

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