Panerai Transat Classique: Mit Charme und Stil in die Karibik – „Altair“ siegt

Majestätisch über'n Teich

Die Altair vor der Karibik-Insel Guadeloupe. Geht's noch schöner? © panerai

Die Altair vor der Karibik-Insel Martinique. Geht’s noch schöner? © panerai

Die Crews der zehn gestarteten Klassiker sind sich einig: Die knapp 3.000 Seemeilen von Lanzarote nach Martinique waren der (bisherige) Höhepunkt eines jeweils langen Schiffslebens.

Zum dritten Mal trafen sich die Liebhaber klassischer Hochseeyachten zu diesem außergewöhnlichen Abenteuer: Auf Klassischen Segelyachten im Regattamodus über den Atlantik, diesmal von Lanzarote nach Martinique.

Bereits 2008 und 2012 segelten die Klassiker im Regattamodus in die Karibik – ganz im Esprit längst vergangener Zeiten, auf Schiffen, deren Schönheit, Eleganz und letztendlich auch Seeverhalten selbst eingefleischten Karbon-Fanatikern die Tränen der Rührung (und des Neids?) in die Augenwinkel treibt.PANERAI TRANSAT ADVENTURESS  GGE_4726-7448e746

Mit der „Altair“ siegte Mitte Januar in Fort de France auf Martinique als „first ship home“ und nach berechneter Zeit eine Ikone des Segelsports. Dieser 40,78 Meter lange Holz-Gaffelschoner, ein William Fife III-Riss aus dem Jahre 1932, begeistert bereits seit Jahren bei den einschlägigen Klassiker-Regatten im Mittelmeer und zeigte nun, dass harmonische Linien und ein durchweg gefälliger Anblick auch zu „echten“ Leistungen auf der Hochsee fähig sind.

“Fliegender Adler”

Kunststück: Die „alte Dame“ wurde ursprünglich für eine Weltumseglung konzipiert und gebaut, aber im Laufe Ihrer Karriere niemals von einem ihrer Besitzer zur „Großen Runde“ ausgeführt.

Was sich vielleicht bald ändern könnte: Eigner Joe Pytka und seine beiden Töchter (alle drei an Bord während der Transat) sowie Kapitän Stephane Benfield trauen der „Altair“ (arabisch für „Fliegender Adler“) durchaus nochmals eine derartige Reise und mee(h)r zu. Benfield schwärmt: „Wir hatten von Beginn an fantastische Bedingungen, jeden Tag 20-35 Knoten Wind, das Schiff lief wie auf Schienen. Die 16 Personen zählende Besatzung hat alles aus der „Altair“ heraus geholt: 2.000 Seemeilen in 10 Tagen! Wir segelten Etmale von 272 Meilen in 24 Stunden! Unser maximaler Speed betrug 16 Knoten! Alle an Bord brachten sich hervorragend ein – ich hätte nie gedacht, dass so eine traumhafte Überfahrt überhaupt möglich sein kann!“ PaneraiJamesMitchell-0878-f15aaa26

18,8 Knoten Spitze!

Auf dem zweiten Rang nach berechneter Zeit : Die „Argyll“. Ein Riss vom „anderen“ legendären und genialen Schiffbauer einer Zeit, aus der die heutigen Klassiker stammen: Olin Stephens. Der Amerikaner zeichnete die 17,50 Meter lange Holz-Yawl 1948 eigentlich für den Einsatz vor der US-Ostküste – dass sie nun auch Ozeane bravourös überquert, spricht für die faszinierenden Allround-Fähigkeiten dieser unglaublich schlanken Linien, nah überm Wasser gebaut. „Argyll“ schaffte mit 18,8 Knoten übrigens den schnellsten Surf dieser Transat!

Auf dem dritten Podiumstreppchen stand bei der Siegerehrung in Fort de France auf Maartinique die Crew der kleinsten Yacht dieser Regatta: Die 11,60 Meter kurze „Gweneven“, eine Swan 38 und ebenfalls ein Sparkman & Stephens-Riss, brauchte 16 Tage und knapp vier Stunden für die 3.000 Seemeilen lange Strecke, kam als vorletztes Boot ins Ziel und erreichte nach Umrechnung Rang Drei.

Es gibt viel zu tun, auf den alten Pötten © panerai

Es gibt viel zu tun, auf den alten Pötten © panerai

Nächstes Mal Sieger?

Der junge Besitzer Oren Nataf hatte erst 2009 mit dem Segeln angefangen, kaufte 2010 die „Gweneven“, segelte 2011 die Azoren-Regatta „Douarnenez-Horta-Douarnenez und 2012 schon gleich bei der Panerai-Transat mit. Damals wurde er Fünfter – diesmal ließ er sich von dem Figaro- und „Grand Large“-Spezialisten Gildas Mahé an Bord beraten. Für die nächste Ausgabe soll er einen Sieg geplant haben…

Ein ausgewogenes Podium, könnte man behaupten: die längste und die kürzeste Yacht der Flotte, Risse der zwei berühmtesten Schiffkonstrukteure aller Zeiten mit den wohl gängigsten Klassiker-Riggs: Schoner, Yawl, Sloop.

Website Panerai Transat Classique

 

Die Teilnehmer der Panerai Transat Classique 2015:

Adventuress: William Fife, Holz, Bj. 1924, Länge 31,10 Meter, Gaffelschoner

Altair: William Fife, Holz, Bj.1931, Länge 40, 78 Meter, Holz, Gaffelschoner

Amazon: Olin Stephens, Bj. 1971, Länge 22,25 Meter, Stahl, Yawl

Argyll: Sparkman & Stephens, Bj. 1948, Länge 17,50 Meter, Holz, Yawl

Corto: Dick Carter, Bj. 1970, Länge 13 Meter, Kunststoff, Bermuda Sloop

Desiderata: John G. Alden,Bj. 1975, Länge 20,12 Meter, Kunststoff/Holz, Ketsch

Faiaoahe: eigentlich kein Klassiker, sondern nur im klassischen Stil, mit modernem Rigg : Ribadeau-Dumas, Bj. 2006, Länge 14 Meter, Aluminium

The Blue Peter: Alfred Mylne, Bj. 1930, Länge 19,65 Meter, Holz

Vagabundo II: German Frers, Bj. 1945, Länge 13, 50 Meter, Holz

Gweneven: Olin Stephens, Bj. 1975, Länge 11, 60 Meter, Kunststoff

 

 

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Michael Kunst

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