Plattbug Mini: Der Schweizer Simon Koster interpretiert das Design noch extremer

Das Ende der Spitze

Erinnert an alles, bloß nicht an ein Rennboot, oder? © koster

Erinnert an alles, bloß nicht an ein Rennboot, oder? © koster

Der Rumpf des neuen Proto 6.50 erscheint im Bugbereich noch platter, noch runder. Läutet Simon Koster das endgültige Ende des klassischen Bugs  ein – zumindest bei den Minis?

Nachdem der Schweizer Simon Koster die Mini Transat 2013 als Drittplatzierter bei den Serienminis beendet hatte, überraschte er alle mit der Ankündigung: „Logisch mache ich weiter im Mini – aber nur auf einem Proto!“ Die Innovationsmöglichkeiten in der Konstruktionsklasse würden ihn besonders faszinieren, sagte er in Interviews: Karbonrumpf und –Mast, Schwenkkiel, Wasserballast und… ganz offensichtlich auch die neuen Gestaltungsmöglichkeiten im Bugbereich.

Derzeit einer der erfolgreichsten Hochseesegler der Schweiz: Simon Koster nach der Ankunft bei der Mini Transat 2013, wo er Dritter bei den Serienbooten wurde © mini transat

Derzeit einer der erfolgreichsten Hochseesegler der Schweiz: Simon Koster nach der Ankunft bei der Mini Transat 2013, wo er Dritter bei den Serienbooten wurde © mini transat

Im Herbst 2014 kündigte Koster schließlich den Bau eines neuen, durchweg revolutionären Proto-Minis an, auf dem er die Mini Transat 2015 bestreiten wolle.

Gezeichnet wurde der Renner vom französischen Designbüro „Merforte“, das zwar bisher noch keine Erfahrungen im Mini sammeln konnte, sich dafür aber bereits einen Namen bei den Open 60 machte (u.a. für Michel Desjoyeaux). Der im Projekt federführende Merforte-Ingenieur Julien Marcelet ist ebenfalls Mini-Segler und startete ebenfalls bei der Mini Transat 2013.

Jetzt veröffentlichte Koster erste Fotos vom neuen Karbonrumpf, der derzeit bei „Gepeto Composites“ in Lorient gebaut wird. Wie erwartet, wirkt vor allem die Bugform äußerst spektakulär.

Nett präsentierte Bonbonschachtel © koster

Nett präsentiertes Bonbon  © koster

Nachdem Koster bereits in der Planungsphase angedeutet hatte, dass für ihn aufgrund der Dominanz der Plattbug-Konkurrenten wie Giancarlo Pedote (Italien „Prysmian“) und Davy Beaudart (Frankreich „Cultisol“) nur ein weiterer Plattbug in Frage kommen könne, rechneten Insider bereits damit, dass der Schweizer nochmals „eine Schippe draulegen“ könnte.

Die ersten Bilder bestätigen dies. Der Rumpf sieht noch “runder” im Bereich des Vorstags aus, als bei den anderen Plattbug-Kollegen. Die „Höhe“ des abgerundeten Bugs erinnert eher an den kürzlich vorgestellten Serienmini Pogo 3. Die gesamte Bugform von Kosters Proto ist jedoch deutlich spektakulärer, wirkt technisch ausgereizt.

Negativform eines weiteren, spektakulären Proto-Rumpfes © koster

Negativform eines weiteren, spektakulären Proto-Rumpfes © koster

Im Frühjahr will Koster seinen Westentaschenboliden dann erstmals segeln. Für die Regatta „Mini en Mai“ hat er bereits gemeldet. Danach stehen weitere Regatten zur Mini Transat-Qualifikation sowie ein 1.000 Seemeilen-Solo-nonstop-Törn an.

Auf die ersten Bilder unter Segeln von Kosters neuem Proto dürfen wir jedenfalls mehr als gespannt sein.

Tipp: SR Leser Chris Lükermann

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Ein Kommentar „Plattbug Mini: Der Schweizer Simon Koster interpretiert das Design noch extremer“

  1. avatar Uwe Liehr sagt:

    Naja, schön ist anders… Simon würde wahrscheinlich auch mit ‘nem Waschzuber vorne mitfahren… 😉

    Sollte sich diese Form durchsetzen, wäre das nicht meins.

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