Plötzlicher Tod für All4One in Auckland

Vorstart im entscheidenden Match „All4One“ (rechts) gegen „Azzurra“ (links). „Azzurra“ hängt am Heck von „All4One“, die versuchen sich frei zu segeln.

Für das deutsch-französische Team „All4One“ endete heute nach einer starken Woche die Louis Vuitton Trophy in der Elimination Round 2, in der es sich dem italienischen Team „Azzurra“ geschlagen geben mussten.

Nachdem sich gestern „Emirates Team New Zealand“ und „Mascalzone Latino Audi Team“ bereits für das Halbfinale qualifiziert hatten, segelten die verbleibenden vier Teams heute im KO-System die noch offenen zwei Plätze aus.

Weil sich das Rennprogramm mangels Wind verzögerte, stellte die Wettkampfleitung auf das Sudden-Death-System um, in dem nur ein Match über den Einzug ins Halbfinale entscheidet, anstatt – wie ursprünglich angesetzt – der best-of-three-Modus. Also: Wer das erste Match gewinnt ist weiter, wer verliert ist raus.

Spi setzen auf dem deutschen Boot. Auf dem Vorwindgang war es zwischen den Gegnern och sehr eng. © Franck SOCHA

Für Jochen Schümann und sein Team wurde der Vorstart auch gleich zur Vorentscheidung. Nachdem „All4One“ mit Steuerbordbug eingetaucht ist, konnten sie sich zwar schnell aus dem Dial-Up befreien, aber „Team Azzurra“ klebte ihnen sofort dicht am Heck, und schränkte so ihre Handlungsfreiheit ein. Mehrmals versuchte das deutsch-französische Team erfolglos sich durch das Umrunden von Zuschauerbooten frei zusegeln, aber immer hing ihnen das italienische Boot an den Fersen. Im weiteren Verlauf des Starts stellte das italienische Schiff eine Überlappung in Lee zu seinem Gegner her. Sie luvten langsam an, aber die Deutschen reagierten zu spät: Penalty für „All4One“.

Es sollte jedoch noch schlimmer kommen. Nach dem Penalty befanden sich beide Boote oberhalb der Layline zum Startschiff und Francesco Bruni konnte durch seine Leeposition das deutsche Schiff am Starten hindern, und luvte es erneut in den Wind bis das Timing zur Linie stimmte. Für die Deutschen war nun zu wenig Platz zum Lossegeln auf der einen Seite und zu wenig Zeit, um noch einmal wegzuwenden auf der anderen. Somit blieb ihnen nur übrig mit anzusehen, wie Bruni den Start gewann, während auf dem Jury-Boot die Penatly-Flagge für die Deutschen wehte.

Spannender Vorwindgang. Die Boote sind gleichauf und das Match ist noch offen. © Franck SOCHA

In dieser schwierigen Situation bewies „All4One“ jedoch seine Stärke und Kampfgeist der vergangenen Woche. Im Wendenduell und auf dem Vorwindgang attackierten sie immer wieder ihren Gegner, der sich allerdings im engen Match keinen Fehler leistete.

Die Leetonnenrundung brachte dann die endgültige Entscheidung. Beim Einpacken des Spinnakers fiel das Segel bei „All4One“ ins Wasser. Schoten und Segelstoff hingen auf der Kreuz unter dem Rumpf und am Ruder. So gehandicapt hatte „All4One“ keine Chance mehr zu „Azzurra“ aufzuschließen, die mit großen Abstand das Match gewannen.

Damit endete für Jochen Schümann und sein Team eine spannende Louis

Die Vorentscheidung. Beim Spinnaker einpacken fällt das Segel auf dem deutschen Boot ins Wasser und bremst auf der Kreuz das Boot ab. © Franck SOCHA

Vuitton Trophy, bei der sie sich sehr gut verkauft haben. Im Halbfinale treten morgen „Emirates Team New Zealand“ gegen „Azzurra“, sowie „Mascalzone Latino Audi Team“ gegen „Artemis“ an.

Die Eventwebsite: www.louisvuittontrophy.com
Das aktuelle Video: http://www.louisvuittontrophy.com/gallery/show.php?id=1633

Kathrin Kadelbach

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Carsten Kemmling

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