Pre-Olympics Rio: Deutsche Flotte noch nicht in Fahrt – Nur Kohlhoff/Werner machen Mut

Holpriger Start

Das deutsche Olympiateam ist am Wochenende äußerst mühsam in die vorolympischen Regatten vor Rio gestartet. Allein das junge Katamaran-Team liegt bisher aussichtsreich auf Rang drei.

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Lutz/Beucke vor dem Corcovado mit der Christus Statue Cristo Redentor. © STG

Paul Kohlhoff und Carolina Werner halten vorerst nach dem Start in die Pre-Olympics als einziges deutsches Team die deutsche Fahne hoch. Mit der starken Serie 6/1/4 liegen sie in Rio auf Rang drei bei den Nacra 17.

Aber die Leistung der beiden Jüngsten im Team, die von DSV Chef-Coach David Howlett betreut werden, war bisher das einzige Highlight für die deutsche Mannschaft. Der Rest der sechs deutschen Boote kommt nach den unerwarteten Erfolgen der vergangenen Monate noch schwer in Fahrt.

Nur Tina Lutz und Susann Beucke liegen bei den 49ern FX als 8. noch in den Top Ten. Besonders Toni Wilhelm, der mit 6 von 13 Rennen bei den Surfern schon fast die Hälfte der Serie hinter sich hat, liegt hinter den Erwartungen zurück. Seine Serie von 10/12/9/10/10/12 und Gesamtplatz 11 macht noch wenig Anlass zur Hoffnung, dass der beste deutsche Athlet in London 2012 (4.) in die Medaillen-Regionen vorstoßen könnte.

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Kohlhoff/Werner mit perfektem Start in Rio. © Martinez/Sailingenergy

Auch die deutsche Medaillenhoffnung Philipp Buhl hat in seinen vier Rennen schon deutlich mehr Punkte gesammelt, als es seinen Erwartungen entspricht. Aber im Laser Feld, dass mit 38 Booten jeweils die meisten Starter auf die Bahn schickt, wäre immerhin noch eine Aufholjagd möglich.

Auch die sechs extrem unterschiedlichen Kursgebiete, auf denen die Olympiaklassen segeln, dürfte noch für eine Durchmischung der Ergebnisse sorgen. Die Nacra 17 segelten auf der Außenbahn mit hohen Wellen. Die Innenbahnen waren am Wochenende durch eine starke Strömung und böige leiche Winde geprägt.

Eigentlich haben die vorolympischen Regatten jeweils keine größere Bedeutung. Es gibt keine wichtigen Punkte oder gar Titel zu vergeben. Und viele der Teilnehmer sind noch gar nicht qualifiziert. Auch im deutschen Team starten mit Lutz/Beucke und Heil/Plößel zwei Crews, die in der ersten von drei internen Olympia-Qualifikationen bisher auf Platz zwei liegen. Sie qualifizierten sich über andere Regatten für die Pre Olympics.

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Die deutschen 470er beim Training vor dem Zuckerhut. © Martinez/Sailingenergy

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Die 49er Frauen auf einer der Außenbahnen. © Renedo/ISAF

Aber dennoch hat der Test eine große psychologische Bedeutung. In der internationalen Segelszene geht es viel um Hierarchien. Überraschungserfolge gibt es bei Olympia fast gar nicht. Respekt muss sich bei Ergebnissen im Vorfeld hart erarbeitet werden. Wer sich seinen Platz erkämpft, hat es einfacher auf der Bahn. Das führt zum Beispiel beim Start zu dem Zentimeter mehr Bewegungsfreiheit, der bei der besseren Beschleunigung helfen kann.

So wird niemand der Top Segler den Test wirklich nur als solchen nehmen. Und positive Erlebnisse auf dem Olympia-Revier helfen im nächsten Jahr beim Kampf um die Medaillen. Man muss ein gutes Gefühl zu der Wettkampfstätte aufbauen, wenn man als Segler Erfolg haben will.

Aber ses kann auch eine Last sein, gerade für die deutschen Teams nach dem überraschend erfolgreichen Abschneiden bei den jüngsten Zielwettkämpfen, die Spannung hoch zu halten. Nur die besten Segler der Welt schaffen es, Top-Leistungen immer wieder zu reproduzieren.

Segler anderer Nationen haben teilweise keine so hohen Anforderungen für die Olympiateilnahme wie die Deutschen oder sie sind bereits qualifiziert. Sie können sich schon voll auf Rio konzentrieren.

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Heil/Plößel in Rio. © Martinez/Sailingenergy

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Die 49er Frauen auf einer der Außenbahnen. © Renedo/ISAF

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Robert Scheidt, der brasilianische Superstar und Altmeister im Laser. © Renedo/ISAF

 

470er men: Gerz/Szymanski 18. (22 Boote, 2 von 11 Rennen)
470er women: Bochmann/Steinherr 13. (18 Boote, 2 von 11)
49er men: Heil/Plößel 11. (20 Boote, 2 von 13)
49er FX women: Lutz/Beucke 8. (19 Boote,  von13)
Laser men: Buhl 13. (38 Boote, 4 von 11)
RSX men: Wilhelm 11. (28 Boote, 6 von 13)
Nacra 17: Kohlhoff/Werner 3. (17 Boote, 3 von 13)

 

Ergebnisse Pre-Olympics Rio 2015

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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