Québec-St.Malo: Bericht von Axel Strauss dem zweitbesten Deutschen im Rennen

Strauss mit Biss

…und danke für den Fisch@axel strauss

…und danke für den Fisch@axel strauss

Axel Strauss, Deutscher mit Schweizer Staatsbürgerschaft, ist Class40-Champ der ersten Stunde und auf seiner Tzu-Hang bei der letzten Route du Rhum auf hervorragendem Platz 13 (von 44) in der Karibik angekommen. Diesmal war er Co-Skipper auf einem belgischen Boliden. Von unterwegs zu berichten war unmöglich, weil Kommunikations-Setup und Bordrechner nicht harmonierten – hier sein ausgesprochen informativer Nachbericht.

Das Boot: Starker Rumpf, schwaches Cockpit

Class40 Nr. 107 “roaring forty 2”, eine Kiwi40, Bruce Farr Design von Cookson/Auckland in vollendeter Verarbeitungsqualität. Minimales Gewicht, maximales aufrichtendes Moment, Knickspant (chine) vom Bug bis zum Heck. Am Wind und reaching deutlich schneller als die „alten“ Boote, downwind eher normal, klebt etwas bei leichtem Wind, aber erwacht bei über 15 kn zum Leben. Der Rumpf ist bis auf die erwähnten Leichtwindschwächen gelungen.

Was sich der Designer allerdings beim Cockpitdesign und im Innenbereich gedacht hat, ist nicht ohne weiteres nachvollziehbar. Der optimale Kiwi40 Segler ist ein Yogi mit kurzen Beinen und langen Armen. Die Füße sollten klein und gefühllos sein, da man sich ständig gegenseitig drauf steht. Innen ist alles sehr eng, durch die Motorabdeckung ist das Boot in wie durch eine Mauer in zwei Hälften geteilt. Die Ergonomie war auf jeden Fall eine echte Herausforderung….sowie der eher sparsame Umgang mit Dichtungsmasse bei der Montage der Decksbeschläge. Das Deck hat geleckt wie ein Sieb.

Edles Teil im Leichtwindmodus©roaring forty

Edles Teil im Leichtwindmodus©roaring forty

Die Crew: Multinational, ohne Frauen!

Michel Kleinjans, Belgier: in den 80er Jahren auf Rucanor das Whitbread gesegelt, eine Soloweltumsegelung mit dem Open 40 „Roaring Forty“, viel Erfahrung und ein sehr cooler, ruhiger Typ. Ian Wittevrongel, Belgier: mit Michel auf der Rucanor, viel IRC, Segelmacher (der auch die Segel für dieses Boot gemacht hat). David Thomson, Engländer: mehr oder weniger Profisegler, Preparateur bei vielen Projekten, GOR 2008/09 doublehanded, Bruder von Alex. Axel Strauss, seit 4 Jahren in der Class40, 12. Transat. Wir sind vor dem Start bis auf einem 2 stündigen Trimmschlag auf dem Fluss vor Quebec noch nie zusammen gesegelt, und haben untereinander englisch oder französisch gesprochen. Mental waren klare Unterschiede da, und es war gar nicht so einfach, dieselben zu überwinden und zu einem gut funktionierenden Team zu wachsen. Unsere Formkurve bewegte sich im Rennverlauf aber aufwärts, die Stärken/Schwächen der einzelnen waren besser zu erkennen und zu akzeptieren und wir würden wieder zusammen segeln.

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Ein Kommentar „Québec-St.Malo: Bericht von Axel Strauss dem zweitbesten Deutschen im Rennen“

  1. avatar NK sagt:

    Auch ein cooler Bericht, Danke!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

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