Quebec – St.Malo Video: Zieleinlauf “Mare” auf Platz zwei

"Wir wollten unbedingt siegen!"

 

Die ersten Bilder vom Zieleinlauf der mare vor St. Malo zeigen deutlich, wie heftig diese Ausgabe der Class-40-Transat Quebec-St.Malo war – auf den Gesichtern von Skipper Jörg Riechers, Class-40-Konstrukteur Sam Manuard, US-Champ Ryan Breymaier (der mit Boris Hermann während dem Barcelona Round the World erfolgreich war) und dem Mini-Transat-Segler Rémi Aubrun sind jedenfalls deutliche Spuren der Erschöpfung zu erkennen.

Und wohl auch der Enttäuschung. Denn wie Ryan Breymaier kurz nach dem Festmachen im Interview erzählte, war die gesamte mare-Crew vor allem auf eines „programmiert“: Den Sieg. Und nichts anderes.

Entsprechend kann ein zweiter Rang, auch (oder gerade?) in so einem hochklassigen Feld schon ein wenig schmerzen, was „zwischen den Zeilen“ und am Gesichtsausdruck Breymaiers deutlich zu erkennen ist.

In den teils engen und unübersichtlichen Gewässern vor der Quebec-Küste ging die mare wie „angekündigt“ mit taktischen Meisterleistungen gleich souverän in Führung… bis ihnen auf offener See der Bugspriet brach. Nach der Reparatur fanden sie sich auf Rang 4 wieder. Da die anderen in diesem Feld „auch segeln können“, gestaltete sich die Aufholjagd der mare zu einem echten Krimi.

Zwar zeigte Skipper Jörg Riechers erneut, dass „seine“ mare weiterhin das größte Geschwindigkeitspotential im Feld aufbieten kann, aber Speed ist eben eine relative Sache beim Segeln. So mussten häufige Segelwechsel vorgenommen werden, bis die optimale Kombination für die jeweilige Welle und Windstärke gefunden ist. Sind etwa bei 45 kn Windstärke und 20-30 kn Speed zuviel Plünnen drauf, ist das Risiko, bei Unaufmerksamkeit des Steuermanns einen „Stecker“ zu fahren, enorm hoch. Ist zu wenig Segelfläche gesetzt, ist die Sicherheit höher, okay, aber dafür rasen die Gegner davon.

Mare im Ziel vor St.Malo©Pierre Bouras

Breymaier: „Wenn man hinter den Jungs da vorne herjagt, dann muss einfach alles an Bord stimmen!“ Doch die mare-Crew hatte zudem mit schadhaftem Spi zu kämpfen, war sich taktisch wohl mitunter uneins (vor allem in der ersten Hälfte der Regatta) was offenbar zu unnötig viel gesegelten sm führte, und überhaupt: Alle mussten „erst auf Kurs gebracht werden“, wie Breymaier im Interview beschreibt.

Dass sie zuletzt nur 1,5 Std. Abstand zum Sieger hatten, mag ein gewisser Trost gewesen sein – oder aber die Enttäuschung noch etwas geschürt haben. Denn was sind schon 1,5 Std. in einer Regatta, die für mare 11 Tage, 19 Stunden und 1 Minute dauerte? Eben!

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