Red Bull Youth America’s Cup: Das STG-NRV Team segelt AC45 in San Francisco

"Einige mussten sich übergeben"

Das deutsche STG-NRV Jugendteam hat bei der Red Bull Youth America’s Cup Selection Series die ersten Erfahrungen mit dem AC45 Flügel-Katamaran gesammelt.

Das STG-NRV segelt erstmals mit dem AC45

Das deutsche STG-NRV segelt erstmals mit dem AC45 Flügel-Katamaran vor San Francisco. © Gilles Martin-Raget

„Das ist das Härteste, was ich je gemacht habe“, sagt Michael Ovenstone, ein 22-Jähriger Trimmer von Südafrikas Africa i’KaziKati Team, nachdem er den Fitnesstest für den Red Bull Youth America’s Cup in San Francisco bestanden hat. Die österreichischen Sport Direktoren Roman Hagara und Hans-Peter Steinacher wollen den Nachwuchsseglern an den ersten Tagen im America’s Cup Camp offenbar klar machen, dass vor dem AC45 Segeln der Schweiß steht.

Sie sollen aber wohl auch für Red Bull Bilder von schmerzverzerrten Gesichtern liefern, um die Härte des Sports zu zeigen. Die Segler mussten grinden, auch wenn es auf den Kats keine Grinder gibt, und per Winschkurbel einen schweren Reifen über den Boden zerren.

“Einige mussten sich übergeben”

STG-Projektleiter Markus Koy berichtet: „Der Fitnesstest war kurz und knackig, aber sehr intensiv. Die Jungs haben ordentlich zu tun gehabt und sich gut geschlagen. Segler der anderen Teams mussten sich danach sogar übergeben.“

Danach wurden die Segler bei einer Theorie-Einheit von Coach Darren Bundock vom Oracle Team USA in die Gefahren des Kenterns eingewiesen. Drei Schiffe stehen zur Verfügung. Viele Kenterungen, die oft Schäden am Segel-Flügel nach sich ziehen, dürften der Veranstaltung große Probleme bereiten.

Ergebnisse gibt es noch nicht. Erst am Ende der Sichtungsperiode, sollen die sechs Teams des ersten Veranstaltungsteils gegeneinander antreten. Die erzielten Resultate gehen aber nur zum Teil in die Endbewertung ein. Mindestens vier Crews sollen zur eigentlichen Veranstaltung im September eingeladen werden.

“Gedämpfte Erfolgserwartungen”

In einer Pressemitteilung, die Philipp Buhls Vater Friedl veröffentlicht hat, spricht sein Sohn von „gedämpften Erfolgserwartungen“ am Ende zu den mindestens vier Teams zu gehören, die im September um den Red Bull Youth America’s Cup segeln. Andere Teams hätten mehr trainieren können. Es werde auf die Lerngeschwindigkeit ankommen. „Vielleicht helfen uns andere seglerische Fähigkeiten, mit denen wir sicher nicht schlecht ausgestattet sind“.

Vater Buhl geht in seiner Meldung noch einmal auf die Besetzung der Steuermannsposition ein, auf der er seinen Sohn gerne gesehen hätte. Er schreibt nach der Entscheidung zugunsten von Heil, die von der Teamleitung getroffen worden war: „Privatcoach Friedl Buhl sah es etwas anders. Für Philipp spreche die deutlich breiter gefächerte Steuererfahrung in verschiedenen Jollen und Yachten und nicht zuletzt seine stattliche Palette internationaler Spitzenerfolge, die sicher auch eine starke mentale Ausstattung belegen.“

Er mag seinem Sohn einen Bärendienst erweisen, wenn er ihn hartnäckig „Teamchef“ nennt und davon spricht, dass er Erik Heil generös das Ruder überließ. Der Laser-Segler selber scheint besser mit der Rolle klar zu kommen. Er wird so zitiert: „So gerne ich auch das Ruder bedienen würde. Aber jetzt noch intern um eine Rollenverteilung zu wetteifern, halte ich für kontraproduktiv. Die Einarbeitungszeit ist zu knapp. Wir müssen jetzt schnellstens in unsere endgültigen Aufgabenbereiche.“

Schwieriger dürfte für Philipp Buhl eine Entscheidung werden, die nach einer erfolgreichen Sichtung des deutschen Teams ansteht. Im September findet zeitgleich mit dem Youth America’s Cup (1. bis 4.9.) die Laser Europa Meisterschaft in Irland statt, wo Buhl gerne seinen Titel verteidigen möchte.

Die Teilnehmer Red Bull Youth America’s Cup

Erste Gruppe:

AUS – Objective Australia
AUT – Team Austria
DEN – Danish Youth Vikings
GER – STG-NRV Youth Team
NZL – Full Metal Jacket Racing
RSA – Team i’KaziKati

Zweite Gruppe:

ARG – Arg Youth Team
GBR – GBR Youth Challenge
ITA – Team Italy powered by Stig
POR – ROFF/Cascais Sailing Team
SUI – Team TILT

Eventseite Red Bull Youth America’s Cup

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Carsten Kemmling

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20 Kommentare zu „Red Bull Youth America’s Cup: Das STG-NRV Team segelt AC45 in San Francisco“

  1. avatar Ketzer sagt:

    Haha, sowas ist zu geil, wenn der Vater seinen Sohn pushen will. Das ist dem Sohnemann sicher auch sowas von peinlich. Das sind Eltern übelster Sorte.

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    • avatar Christian sagt:

      nein, das ist nicht übel, das ist Vaterliebe. Die mag nicht immer zu richtigen Vorgehensweisen führen. Ein Grund zur Häme ist sie aber nicht.

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      • avatar @Christian sagt:

        das ist nicht das erste realitätsfremde Kommentar von Friedl Buhl. Zum Glück hat Philipp davon nicht wirklich viel abbekommen. Äußerst sympathischer Kerl! Die Pinne hätte er trotzdem verdient;) mit Abstand das größte Talent seit langer, trostloser Zeit!

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        • avatar Christian sagt:

          @@christian: Völlig einverstanden. Nur die Häme von Ketzer gefällt mir nicht, bzw. seine Wortwahl ist sch…..

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  2. avatar dubblebubble sagt:

    Auf jeden Fall ist die Veranstaltung der Jackpot für die Teilnehmer! Ich wünsche allen Viel Erfolg und kann mir gut vorstellen, daß hier der Grundstein für die eine oder andere große Karriere gelegt werden kann.

    Zum Steuermannsgerangel würde ich ohne tieferen Einblick gehabt zu haben, mir vorstellen können, daß ein 49er-Steuermann vielleicht schon eine Idee mehr Feeling als ein anderer hat. Aber das wird sich dort herausstellen und eventuell wechselt die eine oder ander Posi während des Trainings noch. Also Jungs, lasst es krachen! 🙂

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  3. avatar Thomas sagt:

    Ich segle seit 11 Jahren mit Erik zusammen auf einem Boot…und ich muss dazu mal etwas sagen.

    Erik ist hat die Fähigkeit, sich unglaublich lange konzentrieren zu können – er steuert unseren 49er dann immer perfekt an der Windkante – und dazu hat er ein top Bootsgefühl, ein sehr gutes Einschätzungsvermögen von Abständen, Geschwindigkeiten und Zeit und das richige Maß an Furchtlosigkeit. So ein Kat ist vom Verhalten her eben näher am Skiff als am Laser oder 505 oder FD… Ich sehe Erik absolut in der richtigen Position…

    …Buhli aber auch! Er sitzt ja auch neben Erik und so können die beiden einen regen Informationsaustausch halten. Buhli kann Informationen bündeln, sich mit Erik besprechen und die Entscheidungen treffen. Ich glaube fest daran, dass die beiden in dieser Konstellation die bestmögliche Performance abliefern werden.

    Und jetzt Drücken wir mal fest die Daumen, dass diese Performance auch möglichst hoch ist.

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  4. avatar Paddo sagt:

    Ich finde es ziemlich cool, dass Friedl regelmäßig und auch inhaltlich gute Berichte schreibt. Der Segelsport ist scheinbar immer noch so wenig im medialen Interesse, dass sogar die Spitzen-Segler zu einem großen Teil selbst über ihre Regatten berichten müssen. Für uns als Sportler ist das oft lästig und vor allem zeitaufwändig. Da kann Philipp froh sein, dass ihn sein Vater nicht nur professionell betreut, sondern auch noch die Öffentlichkeitsarbeit für ihn übernimmt. Und dass er dabei seinen eigenen Stolz nicht immer ganz verbirgt ist doch klar…

    Erik und Philipp sind beide super Steuerleute und haben beide genug Potential um die internationale Konkurrenz zu schlagen. Egal wer jetzt steuert ist doch am wichtigsten, dass das ganze Team vernünftig zusammenarbeitet… dann werden die das Ding schon schaukeln!

    Haut rein Jungs!

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  5. avatar Friedl sagt:

    Ich bin verwundert über den SR, weil er in diesem Bericht mehrere Dinge heraushebt, von denen er offensichtlich nichts Tatsächliches weiß, nur vermutet oder (teils unschön) übertreibt.

    Ich versuche zu berichtigen:
    1. Die Teamleitung mag die Steuermanns-Rollenzuweisung an Erik zwar öffentlich bekannt gegeben haben. Die Entscheidung wurde (wie es in meinem Bericht richtig steht) tatsächlich aber von Philipp selbst in freier Entscheidung getroffen und schließlich offiziell der Teamleitung als Vorschlag und Empfehlung unterbreitet. Und dies zu einem Zeitpunkt, als noch offiziell im Raum stand, dass schließlich steuern soll, wer sich nächstens als der Geeigneter herausstellt. Warum diese Entscheidung so getroffen wurde betrifft mehrere Punkte. Ein entscheidender lag im Interesse des Erfolges und der damit zusammenhängenden Zielstrebigkeit des Teamaufbaus in der äußerst knappen noch verbleibenden Vorbereitungszeit.

    2. In meinem Bericht kommt ganz und gar nicht, weder wörtlich noch zwischen den Zeilen, zum Ausdruck, dass Philipp “… generös” (großzügiger Weise)” das Ruder Erik Heil überließ.“ Das ist falsch gelesen und unwahrer Quatsch, was der SR dazu schreibt.

    3. Dass Philipp in meinem Bericht „ …hartnäckig als Teamchef …“ bezeichnet wird, ist nächstens völlig übertrieben und unzutreffend. Was sollen diese tendenziell hetzerischen Formulierungen? Bitte nicht das Gebot der Sachlichkeit und des Respektes gegenüber der freien Meinungsäußerung übersehen!

    4. Auch im letzten Absatz erfindet der SR etwas, wozu er anscheinend keine zutreffenden Infos hat. Hierzu gibt es längst klare Festlegungen, die ich hier nicht näher ausbreiten möchte. Richtig ist lediglich, dass Philipp den Titel natürlich sehr gerne verteidigen würde.

    Ich bin überzeugt dass die jetzigen Rollenbesetzungen einwandfrei sind und absolut Erfolg versprechen. Ich mache aber keinen Hehl daraus, dass ich Philipp aus den genannten Gründen sowie nach meinem Gefühl die Steuermannsrolle mindestens genauso zutrauen würde – die unbestrittenen Fähigkeiten von Erik in Ehren.

    Ich drücke jedenfalls dem gesamten Team auch von dieser Stelle aus ganz fest die Daumen!!

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    • avatar Uwe sagt:

      Originalton Buhl, der seinen Sohn tatsächlich als Teamchef bezeichnet:

      “Teamchef Buhl: „Wir konnten in Saint-Tropez nur in einem ähnlichen Kat trainieren und dies wegen zu starker Winde kaum. ”

      http://www.philipp-buhl.de/index.php/berichte/berichte-2012

      Ob Heil als Steuermann sich an Bord etwas von Buhl sagen lässt, ist eine spannende Frage.

      Die Frage ist ja im übrigen nicht, wer der bessere Steuermann ist, sondern ob die beiden Segler miteinander harmonieren.

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      • avatar Uwe sagt:

        Teamchef ist nicht Philipp Buhl – wie von Freidl Buhl fälschlich angegeben – sondern Markus Koy !

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        • avatar Mops sagt:

          Und Uwe ist Sonderbeauftragter der BStU oder vom BND???
          Was ein lächerlicher Kram…

          Ich wünsche den Jungs viel Erfolg und Spaß da drüben!
          Und lasst Keule schön Schnittchen schmieren damit der auch was zu tun hat 😉

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  6. avatar RVK sagt:

    Ich glaube, dass weder SR noch die im Bericht genannten mit dieser öffentlichen Diskussion dem professionellen Segelsport in D einen Gefallen tun. Investigativ hin, Insiderwissen her, der Eindruck der beim nicht seglerischen, dafür sponsorenfähigen Publikum bleibt: Probleme, Ungereimtheiten und das Risiko, dass ein Engagement zum Presse-GAU wird.

    Ich sage ja nicht, dass man alles schön schreiben muss, aber im Interesse des Sports wäre es doch besser, wenn man die ein oder andere Story einfach hinten anstellt. Auch wenn sie herrlich klicks und Aufmerksamkeit für SR bringt…

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    • avatar richi sagt:

      das sehe ich nicht so. gerade, weil sr seine insider info weiter gibt, kommen die leute her und lesen das. egal ob positiv oder negativ, so ist das eben und warum nicht bei der wahrheit mit guter story bleiben… alles andere ist doch uninteressant.

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  7. avatar Wilfried sagt:

    Willkommen beim Americas Cup-auch wenns nur Youth ist. Die Qualifikationskriterien sind nebulös. Es gibt gesetzte Teams die die nicht mehr benötigten AC 45 der großen Teams nutzen können und somit einen uneinholbaren Trainingsvorsprung bekommen. Die weiteren Nominierten werden nicht in einer Wettfahrtserie ausgesegelt sondern scheinbar nominiert (bitte korrigieren wenn falsch). Alle wollen dabei sein und möglichst genannt werden – aber es gibt nur acht Plätze. Die anderen Mannschaftsmitglieder werden in den Pressemitteilungen gar nicht erwähnt. Ich hoffe nur für die beiden das sie einen guten ungenannten Flügeltrimmer haben, denn das ist eine Aufgabe die nicht mit dem Trimmen von Großsegeln vergleicbar ist.

    Ich glaube übrigens das das deutsche Team gute Chancen hat dabei sein. Zum einem weil unsere Segler gut sind. Zum anderen weil bei so einem Event in der Logik von Red Bull der deutsche Werbemarkt wichtig ist.

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  8. avatar Heini sagt:

    Was passiert eigentlich mit diesem ganzen “Youth America’s Cup”-Gedöns, wenn NZ den Cup gewinnt und wieder zu Monos zurückkehrt?

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    • avatar Wilfried sagt:

      dann können wir aus den Kats ne Pontonbrücke bauen

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      • avatar Christian sagt:

        wenn irgendwas an diesem AC positiv zu bewerten ist, dann die AC45-Kats. Absolut ansehnlich und offensichtlich megageil zu segeln! Das ist ein Quantensprung im Segelsport gewesen.

        Dahinter zurückzufallen dürfte ETNZ schwer fallen…

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        • avatar Heini sagt:

          Hatten sie das nicht schon angekündigt?

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        • avatar Wilfried sagt:

          Die Regatten mit den AC 45 waren geil. Insbesondere die Fleetraces. Damit Matchen ist eher langweilig. Aber einen Racezirkus weiterhin damit segeln wäre schon klasse.

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          • avatar Christian sagt:

            sicher, enges Matchracen wie wir es von Kielbooten gewohnt sind, ist mit den Kats kaum zu realisieren. Wobei die Möglichkeiten des Matchracens mit Kats sicherlich noch lange nicht ausgereizt sind, es fehlte damit ja bisher die Erfahrung. Da geht schon noch mehr Enge & Thrill.

            Dermaßen sportive Renngeräte wie die AC 45 setzen Maßstäbe, hinter die nicht auch beim AC und auch beim Matchracen nur bedingt wieder zurückgegangen werden kann.

            Wenn ich z.B. Videos von der World Match Race Tour anschaue und das mit AC-45 Matchrace-Videos vergleiche, dann finde ich letztere eindeutig ansehnlicher, selbst wenn das Rennen nicht eng ist.

            Aber lassen wir uns überraschen, wie es weiter geht mit dem AC nach September. Dass derzeit vieles offen ist, etwa die Wahl der künftigen Sportgeräte, macht ihn ja recht unterhaltsam.

            Und dass der AC mit sportlichem Ethos nur sehr bedingt in Einklang zu bringen ist und viele Fehlentwicklungen hervorbrachte – nunja, das ist eine Konstante seiner über 150-jährigen Geschichte….

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