Rio Olympia: Siegesserie gerissen – Die besten Segler der Welt zeigen Schwächen

Menschliche Züge

22 Siege nacheinander in vier Jahren bedeuten vermutlich die längste Siegesserie aller Zeiten in einer Olympischen Klasse. Aber nun sind Peter Burling und Blair Tuke geschlagen worden. Ausgerechnet in Rio vom ärgsten Widersacher.

Rio 49er

Die deutschen Farben im 49er-Feld. © Fred Hoffmann

Eine der sichersten Gold-Medaillen in Rio sollte die für die Neuseeländer Peter Burling und Blair Tuke in der 49er-Klasse sein. Sie wurden zuletzt vor vier Jahren in London geschlagen, als sie Silber holten. Danach dominierten sie ihre Disziplin mit 23 Siegen. Das ist umso erstaunlicher, weil sie in einer Einheitsklasse segeln, in der das Material absolut gleich sein sollte.

Die Kiwis bestätigten ihre Ausnahmestellung durch den Sieg beim Youth America’s Cup 2013 und ihre Führungsposition in der America’s Cup World Series, wo sie den neuseeländischen Foling-Kat AC45 in Fahrt bringen. Nebenbei wurde Peter Burling 2015 auch noch Moth-Weltmeister.

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Australien wie gewohnt hinter Neuseeland. Aber das Blatt hat sich gewendet. © Fred Hoffmann

Wenn man jemanden als zurzeit beste Segler der Welt küren wollte, würde das Duo dem Anforderungsprofil schon sehr entsprechen. Es fehlt nur noch die Olympische Goldmedaille.

Aber nun haben die Kiwis plötzlich menschliche Züge gezeigt. Bei der Rio de Janeiro International Sailing Week auf dem Olmpiarevier segelten sie nach sechs Rennen auf Rang drei. Dabei dürfte ihnen besonders weh tun, dass die Sieger ausgerechnet ihre  Rivalen Nathan Outteridge/Iain Jensen sind.

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Jurczok/Lorenz in Lauerstellung. © Fred Hoffmann

Die Australier hatten ihnen in London Gold weggeschnappt, waren danach aber deutlich von den Kiwis dominiert worden. Die Downunder-Nachbarn hatten allerdings ihren Fokus deutlich mehr auf den America’s Cup gerichtet und hatten das Projekt Olympia-Titelverteidigung erst vor zwei Jahren wieder intensiver ins Auge gefasst. Ihnen gelang in Rio ein überragender Schlussspurt mit 1/2/2 und so siegten sie punktgleich mit den Polen Przybytek/Kolodzinski.

Geht da vielleicht doch noch etwas für die Konkurrenz in Rio? Offenbar sind Burling/Tuke doch schlagbar. Psychologisch gibt es wohl kaum einen schlechteren Zeitpunkt für eine Niederlage, um die Konkurrenz aufzubauen.

Das ist eine gute Nachricht für Erik Heil und Thomas Plößel, die sich allerdings noch in Lauerstellung befinden. Sie segelten in Rio auf Rang elf und konnten an der Spitze noch nicht mitmischen. Das gilt auch für Victoria Jurczok und Anika Lorenz im 49er FX, die auf Rang 10 segelten. Aber die deutschen Skiffsegler sollten ihr Pulver noch nicht verschossen haben.

Ergebnisse Rio de Janeiro International Sailing Week

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Die Berliner Leichtwind-Spezialistinnen beim Zieldurchgang. © Fred Hoffmann

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Erik und Tommi beim Bergemanöver. © Fred Hoffmann

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Schmidt/Böhme segeln nur drei Rennen aber dafür sehr stark. © Fred Hoffmann

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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