Rio Verschmutzung: Heiko Kröger segelt durch das stinkende Olympiarevier

"Randfiguren in einem schlechten Spiel"

So langsam geht einem das Verschmutzungs-Thema auf dem Olympiarevier ja ziemlich auf die Nerven. Aber diese Bilder vom deutschen Paralympics-Team sind kaum zu ertragen.

“Leider oder zum Glück, gibt es kein Video mit Geruch. Also schraubt bitte den Geruchsverschluss unter eurem Waschbecken auf und schnüffelt beim Video schauen”, so kommentiert Heiko Kröger sein Video, auf dem er mit seinem 2.4 durch die Guanabara Bucht segelt und die Kamera auf die Wasseroberfläche richtet.

Zusammen mit Lasse Klötzig trainiert der Segler des Jahres zurzeit in Rio mit den Coaches Bernd Zirkelbach und Oliver Freiheit. Dabei sehen sie das maximale Ausmaß der Verschmutzung in der Guanara Bucht.

Wir sind nur die Randfiguren in einem schlechten Spiel…“, sagt Kröger deprimiert. Seine letzten Paralympics, bevor das Segeln aus dem Programm gestrichen wird, lassen noch nicht die Euphorie aufkommen, die der Veranstaltung angemessen wäre.

Die aktuelle Lage hat viel mit den starken Regenfällen in den vergangenen Wochen zu tun. Und im Sommer soll alles besser sein, weil einfach weniger Niederschlag zu erwarten ist. Aber solche Bilder sind wirklich ernüchternd.

Sie zeigen auf der einen Seite die Hilflosigkeit, mit der die Brasilianer angesichts größter wirtschaftlicher Probleme zu kämpfen haben. Sie werfen aber auch kein gutes Licht auf IOC und Weltseglerverband, die es den Sportlern zumuten, für eine Medaille die Gesundheit aufs Spiel zu setzen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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