Robert Stanjek und Frithjof Kleen schreiben über ihre Wiedervereinigung

Neue Seglerehe nach Scheidung

Frithjhof Kleen und Robert Stanjek trennten sich 2007. Nun segeln sie wieder zusammen Starboot. © Stanjek

Nun ist es perfekt. Robert Stanjek und Frithjof Kleen raufen sich nach ihrer Trennung 2007 wieder zusammen und wollen gemeinsam um das Olympiaticket im Starboot kämpfen. Es ist eine spannende Konstellation, nachdem sie sich 2007 nicht gerade im Guten kurz vor der Olympiaqualifikation getrennt hatten.

Nun äußern sich beide auf ihren Websites:

Stanjek schreibt : „Es hat sie schon eine Weile gegeben, die Fragen und  Gerüchte um die Rückkehr des Teams Stanjek/Kleen. Nun ja, es wird uns geben.

Im März 2007 haben wir zuletzt zusammen im Schiff gesessen. Obwohl die zweieinhalb Jahre davor sehr erfolgreich waren, gingen wir auseinander. Wie das manchmal so ist mit Sportlerehen… Das war vor nun fast vier Jahren.

Vor einigen Wochen gab es ein Abendessen. Wir trafen uns in einem Restaurant und sprachen über die Situation. Nachdem Philipp und ich das gemeinsame Projekt beendet hatten, war mir klar, dass ich so nicht vom Wettkampfsport zurücktreten wollte.

Nachdem Frithjof aus seinem deutschen Olympiaprojekt mit Alexander Schlonski Mitte letzten Jahres ausschied, hat er sich auf dem internationalen Segelparkett ganz stark bewiesen.  Er sammelte mit ausgezeichneten Steuerleuten Podiumsplätze, als gäbe es sie geschenkt. In der Weltrangliste wird er u. a. mit Robert Scheidt auf Paltz 1 geführt.

Einen olympischen Traum aber, kann man nur als deutsches Team verwirklichen. Da standen wir also, ein jeder mit einem großen Batzen mehr Erfahrung als damals. Ein jeder weiser im Umgang mit Erfolgen und Misserfolgen.

Beide in dem Wissen genügend Fehler gemacht zu haben, damals zusammen, dann jeder für sich allein. Natürlich gibt es eine Teamidentität, aber dafür dürfen die individuellen Identitäten verschieden sein. Wenn man all diese Jahre investiert hat, um hier zu sein, an dieser Stelle, kann man das nicht einfach beenden.

Nun ja, an jenem Abend haben wir eigentlich nicht viel über das ob gesprochen. Vielmehr gab es nur zwei Fragen: Wann und wie?

2011 ist das Jahr der Olympiaausscheidung, die im Juni beginnt. Man braucht die Situation nicht schön zu reden. Wir mögen etwas spät dran sein. Frithjof ist vergangene Woche aus Miami zurück gekehrt, wo er lange mit dem US-amerikanischen Team trainiert hat.

Ich saß das letzte mal Ende November auf dem Star. Am Sonntag fliegen wir nun gemeinsam in den europäischen Süden und werden das Training aufnehmen. Bis zu den ersten Vorbereitungswettkämpfen um Ostern, werden wir mit festen Trainingspartnern in konzentrierten Blöcken vor Italien arbeiten.

Frithjofs Rückkehr in den deutschen Kader ist eine Bereicherung. Wenn ich ihm in die Augen sehe, weiß ich, dass er nicht zurück kommt, um nur auf dem Boot zu sitzen. Er will die Position erreichen, die er vorher bereits inne hatte.“

Fridtjhof Kleen schreibt auf seiner Website:

„Vier Jahre nach unserer Trennung sitzen wir wieder in einem Boot. Robert Stanjek und ich wollen gemeinsam um die Fahrkarte zu den Olympischen Spielen 2012 in England kämpfen. Wir glauben an unsere Chance und starten bereits an diesem Wochenende mit dem ersten von drei Trainingsblöcken in Pisa. Unsere erste gemeinsame Regatta segeln wir vom 2. bis 9. April beim Weltcup vor Palma de Mallorca.

Es wird sich jetzt hoffentlich auszahlen, dass ich im vergangenen Jahr fast ohne Unterbrechung mit Weltklasseleuten wie Robert Scheidt oder George Szabo trainiert und an Regatten teilgenommen habe.

ONSAILCTM
Bei der gerade mit George Szabo gesegelten Rolex Miami OCR 2011 habe ich, trotz Bänderriss, Platz sieben belegt. Ganz zufrieden waren wir damit nicht, denn die notwendigen Punkte für eine Top-Drei-Platzierung haben wir durch blöde Fehler verschenkt. Ich möchte mich an dieser Stelle beim gesamten US-Team für eine tolle und lehrreiche gemeinsame Zeit bedanken!

Ich schlage nun ein neues Kapitel auf. Ich bin hungrig auf das Olympiaticket. Ob die kurze gemeinsame Vorbereitungszeit am Ende ausreichen wird, werden wir nach der letzten von drei Qualifikationsregatten am Ende der ISAF Weltmeisterschaft im Dezember vor Perth (Australien) wissen. Wir glauben fest an unsere Chance. Vor uns liegt ein sehr langes und intensives Regattajahr, in das wir nun mit vereinten Kräften starten.

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere, dass Robert und ich vor vier Jahren nicht ganz friedlich auseinander gegangen sind. Der Abstand hat uns gut getan. Jetzt verbinden uns zwei Motive: Die Leidenschaft fürs Starbootsegeln und der Hunger auf eine olympische Medaille.

Die nationale Qualifikation wird eine der härtesten im internationalen Vergleich. Unsere Teamkameraden im Audi Sailing Team Germany bereiten sich seit mehreren Jahren gemeinsam auf das große Ziel der Olympiateilnahme vor. Wir haben dieser Erfahrung als Team vor allem neue Schubkraft und sehr viel Energie entgegen zu setzen.

Anders als die anderen deutschen Teams haben wir uns aus Effizienzgründen für eine Vorbereitung auf die Olympiaausscheidung in europäischen Revieren entschieden.

Wir sind der Meinung, dass die Qualifikation lang und hart wird und werden daher vorher keine großen Übersee-Einsätze absolvieren. Abgerechnet wird dann bei den Ausscheidungsregatten im Heimatrevier vor Kiel, im Olympiarevier vor Weymouth und beim Finale in Australien. Wir freuen uns auf ein spannende und gute Saison 2011.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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3 Kommentare zu „Robert Stanjek und Frithjof Kleen schreiben über ihre Wiedervereinigung“

  1. avatar Jan sagt:

    toitoitoi!! Wünsche euch viel Glück und Erfolg und Zusammenhalt!
    Die besten Beziehungen sind die, die über die Konflikte hinaus wachsen. 😉
    Und die Letzten werden die Ersten sein!! 🙂

    beste Grüße Jan

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  2. avatar Marina sagt:

    Sehr ansprechend von Euch beiden geschrieben! Da kann man nur viel Erfolg wünschen!
    Ich werde Euch und Eure Kollegen ja in Palma vor der Linse haben…
    Best Grüße aus Berlin,
    Marina

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  3. avatar Dietrich Hornick sagt:

    Gute Nachricht!
    Verständnis für den jeweils Anderen führt zu Vertrauen,
    Vertrauen führt zu Harmonie,
    Harmonie und angewandtes Wissen zum Erfolg.
    Beide Daumen fest gedrückt, sende ich euch
    Beste Grüße aus dem YCBG
    Dietrich

    PS. An die Segelreporter,
    beste Seite noch vor SA US, ihr habt die Materie wirklich voll drauf

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