Rolex Baltic Week: Vorbereitung für die Meterklassen WM beim Flensburger Segel-Club

Gut geputzt für seine Majestät

Gepflegtes Holz, glänzende Winschen - alles ist bereit für den Start der Rolex Baltic Week. © Rolex / Daniel Forster

Wettergott Petrus scheint sich seiner Verantwortung bei einem königlichen Auftritt bewusst zu sein. Rechtzeitig zur Eröffnung der achten Rolex Baltic Week, bei der seine Majestät König Harald V. von Norwegen als Steuermann der Segelyacht „Sira“ mit am Start ist, kehrte der Sommer an der Flensburger Förde ein.

Bei bestem Wetter und idealen östlichen Winden bereiteten sich 46 Crews aus 15 Nationen bereits seit dem Wochenende auf das Großereignis in Glücksburg vor. 25 Yachten der 8mR-Klasse segeln von Mittwoch, dem 29. Juni, bis Sonntag, dem 3. Juli, um die Robbe & Berking 8mR Weltmeisterschaft, zehn Zwölfer sind für die globalen Titelkämpfe gemeldet, und elf Sechser-Crews wollen ab Freitag den Robbe&Berking Sterling-Cup erobern.

Dienstagabend um 19 Uhr wird die Rolex Baltic Week in der frisch renovierten Heimstätte des Flensburger Segel-Clubs an der idyllisch gelegenen Marina in Glücksburg feierlich eröffnet. Ab Mittwoch sind dann insgesamt neun Wettfahrten geplant, gesegelt wird täglich ab 12 Uhr.

Schmales Heck, großes Segel. 6er, 8er und 12er werden am Flensburger Segel Club für den großen Auftritt vorbereitet. Schmales Heck, großes Segel. 6er, 8er und 12er werden am Flensburger Segel-Club für den großen Auftritt vorbereitet. © Rolex / Daniel Foster

Chrom und Messing funkeln um die Wette, Mahagoni und Teak bestimmen das maritime Ambiente. Schon beim letzten Training sorgten die Meter-Yachten für faszinierende Bilder auf dem Gewässer zwischen Deutschland und Dänemark.

Sie zogen im gleißenden Sonnenlicht in der für sie charakteristischen Schräglage hart am Wind die Förde hoch, um wenig später mit prall gefüllten Spinnakern und schäumendem Wasser vor dem Bug wieder nach Glücksburg herunter zu kommen.

Auch an Land auf den Stegen im Quellental herrschte am Vortag zu den Auftaktrennen rege Betriebsamkeit. Segelnähte wurden verstärkt und die Ausrüstung gecheckt. Denn es soll nach mäßigem Wind zu Beginn im Laufe der Woche auch böigen Starkwind geben.

Auch der 74-jährige König Harald V. absolvierte einige Trainingseinheiten mit seinem Achter, schlug an Bord die neuen Segel mit an und steuerte schließlich die grüne „Sira“ mit der Segelnummer „NOR 33“ zu mehrstündigen Törns aus dem Hafen.

Während der Tage der Rolex Baltic Week empfindet er sich nicht als Staatsoberhaupt, sondern als Segler unter Seglern. Für ihn ist die Regatta ein reines Privatvergnügen, für das er Urlaub „genommen“ hat. Einer großen Aufmerksamkeit aus dem In- und Ausland ist sich der Monarch dennoch gewiss.

Von den anderen Crews wird er aufgrund seiner Jahrzehnte langen Erfahrung als großer Konkurrent wahrgenommen. So sind die Teams aus Übersee schon seit mehreren Tagen vor Ort. Und der Kanadier Richard Self bekennt freimütig: „Wir freuen uns darauf, uns mit der ,Sira‘ im intensiven Wettstreit messen zu können.“

Mit seinem Eigner-Partner Mark Decelles hat er gleich zwei Achter nach Europa verschifft. Die 1938 gebaute „Raven“ segeln sie selbst und können damit gegen die gleichaltrige „Sira“ um den Sonderpreis für die vor 1960 gebaute Yacht, den „Sira-Cup“, wetteifern.

Ihre 24 Jahre alte „Gefion“ haben sie an Ronald Palm (USA) verchartert, die als eines von vier Schiffen moderner Bauart ganz vorn um den WM-Titel mitmischen möchte, der mit einer edlen Armbanduhr des Modells Rolex Oyster Perpetual Explorer ausgezeichnet wird.

Palm wird sich unter anderem mit der Schweizer „YQuem II“ von Jean Fabre auseinandersetzen müssen. „Wir sind hier, um zu gewinnen. Leider ist die ,Aluette‘ als Titelverteidigerin nicht dabei, mit der wir uns gern gemessen hätten. Aber die ,Lafayette‘ ist als Vize-Weltmeisterin eine starke Gegnerin.

Wir sind gut vorbereitet, haben neue Segel und kennen das Revier, da wir bereits mit der ,YQuem I‘ vor sechs Jahren hier waren“, sagt Fabre, der im vergangenen Jahr den Euro Cup im Rahmen der Rolex Baltic Week vor Kiel gewonnen hat.

Der Schweizer ist nicht nur an der eigenen Klasse interessiert, sondern begutachtete vor dem eigenen Training auch das moderne Design der „Pacific Highway“ von Thomas Borgstedt (Essen). Der Sechser ist mit einem filigranen Flügelkiel ausgestattet.

Vor dem Hintergrund, dass Ben Lexcen das Schiff designed hat, ist diese Kielkonstruktion wenig überraschend. Der 1988 verstorbene Australier hat auch den berühmten Zwölfer „Australia II“ gezeichnet, der 1983 mit einem damals spektakulären Flügelkiel Dennis Conner den America’s Cup entriss.

Moderne Zwölfer sind in Flensburg zwar nicht am Start, dennoch dürfte es rasante Wettfahrten um den Titel geben. Wilfried Beeck, Hamburger Eigner und Steuermann der „Trivia“, erwartet einen Vierkampf an der Spitze mit den Flensburger Schiffen „Anitra“ und „Sphinx“ sowie der dänischen „Vanity V“.

„Es ist fast das gleiche Set-Up wie im vergangenen Jahr zur Rolex Baltic Week. Und nachdem wir 2010 gewonnen haben, wollen wir das natürlich wiederholen und hier gern Weltmeister werden. Dass wir das schaffen können, wissen wir. 2008 waren wir Vize-Weltmeister, und 2007 lagen wir bei den Titelkämpfen an der Spitze, die dann aber nicht als WM galten, weil ein Rennen zu wenig gesegelt wurde“, sagt Beeck.

Er sieht indes die „Vanity V“ bei stärkeren Winden als heißen Titelanwärter sieht. Er selbst bevorzugt mittlere Winde, während die „Anitra“ bei Leichtwind Vorteile haben dürfte. Unabhängig vom Ausgang der Rennen ist Beeck von der Veranstaltung schon im Vorwege begeistert: „Die Rolex Baltic Week ist ein toller Event, egal ob in Kiel oder Flensburg. Das Ambiente und die Atmosphäre sind einmalig.“

Rolex Baltic Week Eventseite

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