Route du Rhum: Alex Pellas starker Sieg bei den Class 40

"Attacke unter Böen"

Hocherfreute Zielüberquerung © courcoux

Hocherfreut im Ziel © courcoux

Nach 16 Tagen, 17 Stunden und 47 Minuten überquerte der Katalane als erster spanischer Route-du-Rhum-Sieger heute Morgen die Ziellinie vor Guadeloupe und unterbot den bisherigen Rekord um mehr als einen Tag.

Ein schöneres (nachträgliches) Geburtstagsgeschenk hätte er sich wohl kaum machen können: Alex Pella, der am furiosen Starttag dieser Route du Rhum seinen 42. Geburtstag feierte, mag klammheimlich an eine Podiumsplatzierung gedacht haben… aber ein Sieg?

„Ich schau mal, was zu machen ist,“ funkte er am fünften Tag der Route du Rhum zu seinem Begleitteam, nachdem der Franzose und Topfavorit Sebastien Rogues aufgrund von Havarien ausgefallen war. Auch Pella galt zwar unter vielen Class-40-Fans von Beginn an als Sieganwärter, doch die Aufgabe seines Erz-Konkurrenten dürfte ihm besonderen Antrieb verliehen haben.

Alex Pella auf seinem Class 40 "Tales 2 Santander" ©

Alex Pella auf seinem Class 40 “Tales 2 Santander” ©

Von Reparatur zu Reparatur

Der „französischste aller Katalanen“, wie er in der französischen Segelpresse genannt wird, zeigte von Anfang an bei dieser Route du Rhum außergewöhnlichen Biss. Während der ersten Tage machte auch er kaum ein Auge zu, „hangelte“ sich von einem Reparatur-Problem zum nächsten und musste sogar mit einem zerrissenen Solent-Segel klarkommen, seinem erklärten „Lieblings-Vorsegel auf der Class 40“ wie er von Bord schrieb.

Gemeinsam mit Thibault Vauchel-Camus und Kito de Pavant setzte er sich schließlich vom Rest des 38 Schiffe starken Class-40-Feldes ab. Die Drei lieferten sich kleine Duelle, doch Pella machte deutlich, dass er im Rudel die Rolle des Alpha-Rüden einnehmen will.

"Französischster aller Katalanen" © Courcoux

“Französischster aller Katalanen” © Courcoux

Am 11. November griff er schließlich in einer unangenehmen Böen- und Regenschauer-Front ernsthaft an und schaffte es, sich deutlich von seinen beiden nächsten Kontrahenten abzusetzen. Drei Tage vor dem Erreichen der Ziellinie vergrößerte er den Abstand sogar auf satte 100 Seemeilen.

Spaniens Segler des Jahres 2013

Alex Pella schaffte es als erster Spanier in einer Route du Rhum-Kategorie zu gewinnen und unterbot dabei auch noch den bestehenden Class-40-Rekord (Thomas Ruyant 2010) um mehr als einen Tag. Er segelte auf seiner Class 40 „Tales of Santander“ 4.336 Seemeilen mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 8,86 Knoten.

Auf seinem ausgesprochen schnellen Botin-Riss konnte er „hervorragend in allen Situationen vorne mithalten,“ wie er nach seiner Ankunft in Pointe-a-Pitre immer wieder betonte. „Es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn dein Boot 100 Prozent konkurrenzfähig ist und es somit in erster Linie auf dich als Segler und Navigator ankommt!“

Alex Pella bei der Siegesdusche © courcoux

Alex Pella bei der Siegesdusche © courcoux

Zu seinen beiden schärfsten Konkurrenten sagt er: „Ich habe mich zunächst auf Kito de Pavant konzentriert. Er segelte wirklich richtig gut, war immer an den richtigen Stellen im richtigen Wind, hatte aber wohl einen gewissen Nachteil was die Geschwindigkeit seines Schiffes anbelangt. Und Thibault Vauchel-Camus hat mich wirklich überrascht – den kannte ich bisher gar nicht!“

Seine Erfolge auf der Class 40 führt er übrigens zu 70 Prozent auf minutiöse Vorbereitung zurück. Sein technisches Team an Land besteht hauptsächlich aus Kumpeln aus der America’s Cup-, Whitbread- und TP52-Szene.

 

Die bisher größten Erfolge von Alex Pella

2003: Rang 3 Mini Transat

2005: Rang 2 Mini Transat

2010: Rang 4 Barcelona World Race IMOCA

2011: Rang 2 Weltmeisterschaft Class 40

2012: Ersatzskipper für Kito de Pavant  bei der Vendée Globe

2012: „unsichtbarer“ Skipper der IMOCA „DCNS“ für den Film „en solitaire“ mit Francois Cluzet

2013: Rang 2 bei der Transat Jacques Vabre Class 40

2013: Rang 1 bei der Europatour auf dem Maxi-Trimaran „Prince de Bretagne“ mit Lionel Lemonchois am Ruder

2013: Segler des Jahres in Spanien

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Michael Kunst

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