Rund Bornholm: 40 kamen durch, 22 gaben auf; “One4All” Gesamtsieger, “SEB” gewinnt nach ORC

"Nervenbelastung"

KRABAUTER liekt ihr pinkes Hauptstadt-Feinripp keine fünf Minuten nach dem Start sauber aus. © rostocksailing

Irgendwie scheint der 270-Meilen Langstrecken-Klassiker Hanseboot Rund Bornholm von Warnemünde rund um die dänische Ostsee-Insel in diesem Jahr deutlich mehr Medien-Aufmerksamkeit zu erfahren als sonst – zumindest gefühlt. Das ist gut so und Schuld daran ist sicher nicht nur der durch alle Kanäle gepeitschte Untergang der KALLISTO.

Rund Bornholm ist ein taktisch äußerst anspruchsvolles Rennen, allein schon durch die den Teams freigestellte Rundungsrichtung bekommt die Ostseeregatta immer wieder auf’s Neue ein ganz eigenes ‘Drehmmoment’. So fuhren allein schon von den vier führenden Booten zwei links um den Felsen (SEB2 & OPAL) und die anderen zwei (IMAGINE und ONE4ALL) im Uhrzeigersinn.

Es blieb nur ein Zipfel im Topp. Aber die Crew hat Ersatz dabei. © rostocksailing

Mit 63 gemeldeten Teilnehmern waren in Warnemünde etwa genauso viele Yachten am Start wie bei dem längsten und wohl härtesten deutschen Offshore-Rennen ‘Rund Skagen’ (das nur alle zwei Jahre im Rahmen der Nordseewoche stattfindet).

Zwischen null und acht Windstärken war diesmal alles im Angebot bei (fast) durchgängigem Südwestwind, d.h. hin platt vor Laken und zurück schön auf den Kopp – Rekord adé!

Dennoch Spannung pur: Allein der Start hatte es in sich, aus alter Tradition ging es los im Seekanal zwischen der Mittelmole und grüner Tonne 19. Ein äußerst enges Gelände für die drei Startgruppen, die am Montag mittag bei frischem Südwestwind raumschots mit Steuerbordbug über die Linie geschickt wurden. Nicht selten hat’s bei solchen Bedingungen schon gleich am Start geklingelt.

Eines der letzten Fotos der gesunkenen "Kallisto". © rostocksailing

Doch zum Glück blieb alles fair und die Teilnehmer hatten ohnehin genug Theater damit, gleich hinter den Molen ihre Spis und Gennis zum stehen zu kriegen (mehr oder weniger erfolgreich)…

Zur ganzen Story auf rostocksailing.de

Die Pressemitteilung:

„So eine Regatta ist eine Nervenbelastung, nicht nur für die ‘draußen’, sondern auch für die Daheimgebliebenen“, begann Hauptwettfahrtleiter Uli Finckh seine Rede anlässlich der Siegerehrung der hanseboot Rund Bornholm. Gleich drei Pokale konnte der Favorit, die SEB II mit Skipper Martin Buck aus Rostock mit nach Hause nehmen.

"SEB II" (ex Toshiba) wird am Start kurz von der "Walross IV" bedrängt, gewinnt aber schließlich sogar berechnet. © rostocksailing

Er gewann den „Knurrhahn-Pokal“ für die schnellste errechnete Zeit in der Gruppe der ORC 1. Außerdem den „hanseboot-Pokal“ für die schnellste gesegelte Zeit des Jahres, sowie den für das „beste Boot mit Heimathafen Rostock“ nach gesegelter Zeit.

Auch eine kleine „Hiddensee“ war heute ganz groß. Die “Blue Bird” vom Typ Hiddensee mit Steuermann Robert Kewitz vom Rostocker Segelverein Citybootshafen belegte in Yardstick Gruppe 3 den ersten Platz und gewinnt außerdem mit 2 Tagen, 7 Stunden und 56 Minuten nach berechneter Zeit.

Das Jugendprojekt von STG holt den Preis für die schnellste Zeit nach Yardstick und wird 2. nach ORC. © rostocksailing

Das kleinste Schiff mit etwa acht Metern Länge und vier Mann Besatzung kam Donnerstag Nacht um 3.20 Uhr ins Ziel. Der Rekord der schnellsten gesegelten Zeit auf den 270 Seemeilen liegt nach wie vor bei 28 Stunden und 37 Minuten – gesegelt im Jahr 2001 von der „UCA“. Um diesen einstellen zu können, müssen die Windverhältnisse ebenso mitspielen, wie das Material.

An Windstärken war im Jahr 2012 alles von null bis sieben vertreten. Viel wichtiger als die Einstellung neuer Rekorde ist stets die Sicherheit aller Segler. Eine schöne Geste der Verantwortlichen für die Siegerehrung war deshalb, dass kurzfristig die „All4One“ einen „Fairplay-Preis“ bekam, weil sie dem havarierten Schiff „Kallisto“ nördlich von Bornholm geholfen hat. Dabei handelte es sich um ein Foto vom Warnemünder Fotografen Holger Martens.

Die modifizierte Hiddensee SUNSHIP musste mit Ruderschaden aufgeben. © rostocksailing

„Es ist den Seglern der ‘All4One’ hoch anzurechnen, dass sie die gesamte Zeit während der Havarie vor Ort blieben und warteten, bis alle neun Personen abgeborgen waren“, sagt Jutta Mohr vom Segler-Verband Mecklenburg-Vorpommern.

Einen Sonderpreis für die älteste Mannschaft erhielt die „Lucky Star“ mit Steuermann Walfried Lucksch aus Rostock. Die Mitglieder an Bord waren zwischen 57 und 74 Jahre und somit im Schnitt 63 Jahre alt. Eine schöne Anekdote war auch die Information, dass das Team der „Kallisto“ sich geschlossen für die Mecklenburgische Bäderregatta am Samstag angemeldet hat.

Ergebnisse:

hanseboot Rund Bornholm:

ORC1: SEB II (M. Buck/Rostock)

ORC2: SCHÜDDELFROST (M. Kehr/Rostock)

ORC3: GERONIMO (F. Einecke/Berlin)

YS1: SIMPLY FAST (C. Ruhnke/Berlin)

YS2: KRABAUTER (C. Masilge/Berlin)

YS3: BLUE BIRD (R. Kewitz/Rostock)

 

Pokale hanseboot Rund Bornholm:

“Kyria-Pokal” (gerechnete Zeit nach Yardstick): ONE4ALL (M. Horstmann/Mühlenberg)

„Knurrhahn-Pokal“ (gerechnete Zeit ORC): SEB II (M. Buck/Rostock)

„hanseboot-Pokal“ (schnellste gesegelte Zeit des Jahres): SEB II (M. Buck/Rostock)

„Bestes Boot mit Heimathafen Rostock“ (nach gesegelter Zeit): SEB II (M. Buck/Rostock)

„Sonderpreis für die älteste Mannschaft“: LUCKY STAR (W. Lucksch/Rostock)

„hanseboot Warnemünde-Cup“ (bestes Schiff aus Warnemünde-Cup, 2 Up & Down und hanseboot Rund Bornholm: GERONIMO (F. Einecke/Berlin)

Ergebnisse

Eventseite

(Die Story vom SegelReporter-Erlebnis auf der Class40 “Rote 68” steht kurz vor der Vollendung)

 

Spenden
https://northsails.com/sailing/de/

Ein Kommentar „Rund Bornholm: 40 kamen durch, 22 gaben auf; “One4All” Gesamtsieger, “SEB” gewinnt nach ORC“

  1. avatar Hanjo sagt:

    in der YS 1 hat Thomas Kaul mit seiner Varianta 44 gewonnen

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 1

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