Sailing Team Germany Award: Stanjek/Kleen sind Segler des Jahres

Emotionaler Höhepunkt

Gruppenbild mit Dame: Stefan Lacher (SAP), Malte Kamrath, Thomas Piesker, Frithjof Kleen, Ulrike Schümann, Patrick Follmann, Ferdinand Gerz, Simon Grotelüschen, Robert Stanjek, Rolf Bähr (DSV) © STG/Kähl

Es war nicht die größte Überraschung des Abends, dass Robert Stanjek und Frithjof Kleen beim ersten “Segel-Bambi” zu den Seglern des Jahres 2011 gekürt worden sind. Zu gut war ihre Starboot-Silbermedaille bei der WM in Perth und zu groß das Fachverständnis der Jury der 26 Medaillengewinner bei Olympischen und Paralympischen Spielen, als dass sie diese Leistung falsch hätte einschätzen können.

Zu gut ist auch die Story der Überraschungscrew vom NRV, die nach heftigem Streit und langjähriger Pause wieder zusammenfand, nachdem sich die jeweiligen Starboot-Partner Alexander Schlonski und Phillip Stanjek kurz nacheinander von ihnen getrennt hatten.

Persiehl Preis emotionaler Höhepunkt

Stanjek rief Kleen kurz vor Weihnachten 2010 an, ob sie es noch einmal versuchen wollen. Und bei seiner Rede auf dem Podium in der 23. Etage des Hamburger Emporio Towers vor 350 Gästen fasste er noch einmal seinen Dank an den neuen, alten Vorschoter  in Worte.

Die Segler des Jahres: WM-Silbermedaillen-Gewinner im Star Robert Stanjek und Frithjof Kleen. © STG/Kähl

Emotionaler Höhepunkt des Abends war aber die Auszeichnung von Gunter Persiehl für sein Lebenswerk. Der NRV Kommodore hörte per Telefon-Liveschaltung aus Südafrika zu, als der Starboot-WM-Sechste Johannes Polgar die Laudatio für seinen Mentor hielt.

Die Würdigung der Leistungen des Bundesverdienstkreuz-Trägers ließ die STG-Familie wieder etwas näher zusammenrücken nach dem Ärger um den Rücktritt des STG GmbH Aufsichtsratvorsitzenden Abdul Adib, der nicht bei der Award Feier erschienen war.

Auch Persiehl war im Juni 2010 als Aufsichtsratvorsitzender zurückgetreten, aber inzwischen scheint der Ärger verraucht. Dennoch ließ es sich der 72-Jährige Druckerei-Unternehmer nicht nehmen, bei seinem Dankeswort darauf hinzuweisen, dass er auch in Zukunft seine Meinung zur Entwicklung im Segelsport sagen wolle.

DDR 420er zur WM geschickt

Eine schöne persönliche Geschichte erzählte ZDF-Reporter Nils Kaben auf der Bühne. Sie verdeutlichte den Einsatz von Persiehl bei seiner Unterstützung des Segelsports.

Zu DDR Zeiten hatte sich Kaben als 2. der Staatsmeisterschaft im 420er für die Weltmeisterschaft in La Rochelle qualifiziert. Aber an eine Teilnahme war nicht zu denken. Die DDR-Schiffe passten nicht in die Vermessung, Geld für Transport und Unterkunft fehlte. Gunter Persiehl kümmerte sich. Erstmalig nahmen drei DDR-420er an der WM teil.

Auch die anderen Preisträger waren eine gute Wahl. Den wohl generell am schwierigsten zu vergebenden Fairness-Preis erhielt erwartungsgemäß das Laser-Team mit Malte Kamrath, Simon Grotelüschen und Philipp Buhl. Und der internationale Erfolg der Laser spiegelte sich auch in der Benennung des Klassen-Coaches Thomas Piesker als Trainer des Jahres wieder.

Die Bayern Ferdinand Gerz/Patrick Follmann vom Deutschen Touring Yacht-Club freuten sich über der Newcomer Preis nach ihrer überraschenden Olympiaqualifikation im 470er. Sie erhielten einen Satz 470er Segel und ein spaßiger Zuschauer bemerkte, dass glücklicherweise kein Opti- oder Lasersegler gewonnen hat. Was hätte er mit 470er Segeln anfangen sollen?

“Keule” Koy legte auf

Auch die Wahl des VSaW als Verein des Jahres mit zahlreichen eroberten Plätzen im Olympiateam war nachvollziehbar. So feierten die Segler ein ausgelassenes Fest bis spät in die Nacht über den Dächern Hamburgs zur aufgelegten Musik von Polgar Vorschoter “Keule” Markus Koy.

Zwar lagen sich erwartungsgemäß die 470er Frauen-Duos Kadelbach/Belcher und Lutz/Beucke – im feschen Dirndl ihres Sponsors –  nicht gerade in den Armen. Aber man konnte sich gut aus dem Weg gehen.

Die Idee zu den STG Awards war eigentlich so naheliegend, dass sich viele fragten, warum noch niemand zuvor diese Idee umgesetzt hat. Die Beteiligten genossen es. Bisher gab es keine Gelegenheit, bei der sich die Protagonisten des Leistungssports und ihre Förderer in solch feierlichem Rahmen treffen konnten, um zwanglos miteinander feiern und reden zu können. 

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Carsten Kemmling

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7 Kommentare zu „Sailing Team Germany Award: Stanjek/Kleen sind Segler des Jahres“

  1. avatar Marc sagt:

    Oh ein BMW Team wurde auf eine Audi Party eingeladen *staun*

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  2. avatar Haka sagt:

    …Die Idee zu den STG Awards war eigentlich so naheliegend, dass sich viele fragten, warum noch niemand zuvor diese Idee umgesetzt hat…
    Komisch, in der Vergangenheit gab es den “Aschenbrödel – Preis” Für den/die Segler/Mannschaft des Jahres, ausgelobt durch die Yacht…der wurde zwar aus unerfindlichen Gründen eingestellt aber gegeben hat es ihn…

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  3. avatar Backe sagt:

    Sorry, Leute, wenn ich jetzt mal auf Spaßbremse mache…
    Wenn eine Firma sich und die eigenen Protagonisten feiern will, ist das prinzipiell okay. Dass machen andere Unternehmen auch so, wenn sie im Rahmen einer Party am Jahresende z.B. ihrem besten Verkäufer oder Nachwuchsmanager einen Kranz um den Hals hängen und ihm zwei Wochen Urlaub extra spendieren. Aber so etwas muss m.E. nicht von der Fachpresse wie das Ei des Columbus bejubelt werden.
    Falls es aber der Versuch war, einen wirklich bedeutenden neuen Preis für die deutsche Segel-Szene zu stiften, dann hätte er keinesfalls nur Protagonisten das STG betreffen dürfen. Da haben dann leider paar andere bedeutende junge Segler aus Deutschland gefehlt!
    So ist das ganze für mich nur eine Werbemasche.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 29 Daumen runter 7

  4. avatar Holger sagt:

    Segel-Bambi war eien tolles Fest ! perfekte Location und viele viele Gäste
    und so ein Event dann hoffentlich jedes Jahr
    und als Idee: nehmt alle Nominierten von 2011 mit in die Jury für die Wahl 2012

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 7 Daumen runter 9

  5. avatar Christian sagt:

    “Stanjek rief Kleen kurz vor Weihnachten 2011 an”. War das nicht schon Weihnachten 2010? 2011 hatte sie doch schon die WM-Silbermedaille von Perth unterm Tannenbaum.

    Es wurden durchweg nachvollziehbare Preisvergaben vorgenommen. Insbesondere der Fairness-Preis an die Laseristi geht sehr in Ordnung… Nur schade, dass Meike Schmäker nicht noch irgendeinen Sonderpreis bekam, sie hat eine exceptionelle Leistung hingelegt.

    @Backe: Im Vergleich zum echten Bambi oder der der Hörzu-Golden-Kamera ist der Werbecharakter der STG-Awards doch noch harmlos. STG hat wenigstens tatsächlich was mit Segeln zu tun. Und es gibt dort keine so unerträgliche Grinsekatze wie Hubert Burda…

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    • avatar jollenfutzi sagt:

      aber seine Frau hätte der Burda gerne vorbeischicken können zum Segel Bambi…
      die Location war durchaus standesgemäß

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