Santander Worlds: Buhl verliert knapp den Kampf um Bronze – Holländer dominieren

Volles Risiko

Philipp Buhl hat die Bronzemedaille bei der Laser WM in Santander knapp verpasst. Nach Rang sechs in einem dramatischen Medalrace fehlen am Ende vier Punkte. Dabei lag er schon auf Silberkurs.

Philipp Buhl

Philipp Buhl puscht sein Sportgerät gegen den Wind. © Lars Wehrmann/STG

Er wollte alles und stand am Ende doch mit leeren Händen da. Philipp Buhl macht im Interview mit Erik Heil (oben) deutlich, dass er nicht so richtig weiß, ob er enttäuscht oder doch zufrieden sein soll.

Dabei ist Platz vier ganz stark einzuschätzen. Nach Bronze 2013 liegt er nur noch knapp hinter der Laser Bestmarke von Stefan Warkalla (Möhnesee), der 1991 WM Silber und 1996 Platz vier holte. Andreas John wurde 1985 WM Zweiter.

Aber seit die Laserklasse olympisch ist, wurde die Luft noch dünner an der Spitze. Umso schwieriger ist es, konstant in der Spitze zu segeln. Das musste in Santander unter anderem der Weltranglisten Erste, Europameister und Olympia Vierte Tonci Stipanovic aus Kroatien feststellen. Er landete nur auf Rang 22 einen Rang hinter dem soliden 21 Platz von Rückumsteiger Tobias Schadewaldt.

Alles schien verloren

Für Buhl schien nach der Qualifikation schon alles verloren. Als 19. ging der Bayer in die abschließenden vier Goldfleet-Rennen. Aber dann kam der Wind, er griff mit vollem Risiko und perfektem Speed an und wurde belohnt. Nach der unglaublichen Goldfleet-Serie von 1/1/2 war plötzlich die Medaille in Reichweite.

2013 hatte er die Bronzemedaille im Oman noch nach einem überraschenden Final-Verlauf  punktgleich mit Platz vier geholt. Das Quäntchen Glück war dabei. Diesmal waren die Rollen für das Medalrace klarer verteilt. Buhl konnte angreifen und eigentlich nur gewinnen.

Es hätte auch fast geklappt. Der Angriff auf der Startkreuz weit über die rechte Seite funktionierte, Rang drei an der ersten Tonne, am Leetor nahezu gleichauf mit den beiden Führenden und zwei Konkurrenten auf den letzten Plätzen. Silber winkte.

Aggressiver Angriff

Aber dann wählte Buhl die linke Seite der Kreuz, griff noch einmal aggressiv an, entfernte sich weit vom Gros des Feldes auf der rechten Seite, lag kurzzeitig virtuell sogar vorne verlor dann aber massiv. Platz acht an der Luvtonne. Ein Angriff auf dem Vorwindkurs schien zwar noch einmal Hoffnung zu machen, aber Rang sechs reichte schließlich doch nicht aus.

Bundestrainer Thomas Piesker sagt danach: “Er geht immer Risiko und sucht seine Chance und das ist Stärke und Schwäche zugleich, die wir in Zukunft noch optimieren wollen.” Buhl sagte: “Mein Ziel, eine Medaille, habe ich verpasst. Zu ihr fehlte nicht viel. Aber ich mache mir bewusst, das der vierte Platz im Grunde nicht viel schlechter ist. Ich bin daher mit meiner Gesamtleitung trotzdem sehr zufrieden.”

Holland Laser Siege

Holland rules the Laser World. WM Gold im Standard und Radial. © Jesus Renedo – Sailing Energy

Überraschend Weltmeister wurde der Holländer Nicholas Heiner, die Nummer acht in der Welt, der bei den vergangenen WMs die Plätze 16, 43, 87, 85 belegte. Sein Vater Roy Heiner ist viermaliger Olympiateilnehmer im Finn und Soling. 1996 holte er Bronze im Finn 2000 segelte er in der Soling auf Rang vier. In Lelystad am IJsselmeer betreibt er ein professionelles Segelcenter, bei dem auch sein Sohn trainiert.

Heiners WM Sieg erfolgte kurz nach dem Triumph der Landsfrau Marit Bouwmeester, die über die gesamte Woche das Laser Radial Feld dominierte. Der Erfolg der Olympia Silbermedaillengewinnerin 2012 und Weltranglisten Ersten kommt allerdings alles andere als überrschend. Ihr Vorsprung betrug am Ende 16 Punkte.

Die deutschen Frauen konnten nicht punkten wie erhofft. Europameisterin Svenja Weger verpasste als 33. die vorzeitige Olympiaqualifikation für Deutschland.

Ergebnisse Laser

Ergebnisse Santander Worlds

 Eventseite Santander Worlds

Highlights von den Medalraces:

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „Santander Worlds: Buhl verliert knapp den Kampf um Bronze – Holländer dominieren“

  1. avatar Sven 14Footer sagt:

    Danke SR für die Analyse!
    Schade für Buhl bzgl. des Medalraces. Allerdings auch wirklich Riskant nach dem Leetor nochmal auf Angriff über links zu gehen statt zu decken. Zumal er sich auf seine geschwindigkeit verlassen kann.
    Glückwunsch zum 4. Platz bei dieser WM!

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  2. avatar Uschi sagt:

    was leider untergeht ist die Nationenquali für Rio2016…Die Hürde ist jetzt genommen und jetzt muss nur noch ausgemacht werden, wer zu den Spielen fährt. Das persönliche Ergebnis 4. auf einer so gut besetzten WM zu werden, ist sicherlich ein sehr gutes Ergebnis…

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