Olympia Weltcup Palma

Schlonski/Kleen holen Bronze im Star. Hahlbrock-Team auf Rang sechs

Hübsch. Die neue olympische Match-Race-Klasse Elliott 6 macht eine ebenso gute Figur wie die Niederländerinnen Yngling Silber-Gewinner von China um Steuerfrau Mandy Mulder.

Beim ersten Olympia Weltcup der Saison in Palma hat sich gezeigt, dass das sich das deutsche Team nach dem Generationenwechsel wie erwartet ziemlich strecken muss, um in der Weltspitze mithalten zu können. Im zahlenmäßig schwach besetzten Starbootfeld (22 Starter) gelang Schlonski/Kleen mit einem starken dritten Rang die beste DSV-Platzierung.

Aber fünf weitere Plätze in den Top Ten machen Hoffnung, dass der Anschluss längst noch nicht verpasst ist. Besonders im Starboot puscht sich eine große deutsche Flotte zu guten Leistungen. Aber auch bei den 49ern tut sich etwas. Fünf Teams segeln auf hohem Niveau und mit Ramm/Lewin (14.) und den Brüdern Rieger (20.) tauchen zwei neue Teams in der Goldflotte auf.

Sehr hoch ist auch der sechste Platz vom Frauen-Match-Race-Team um Steuerfrau Silke Hahlbrock von Hamburger Segel Club einzuschätzen. In dieser Klasse tummeln sich die zurzeit besten Seglerinnen der Welt.

Nur bei den 470ern will das große Engagement noch nicht richtig zünden. Immerhin 18 deutsche Boote waren im hundert-Boot-Feld am Start. Zepunkte/Baldewein landeten als Beste auf Rang 26.

Der beste deutsche Finnsegler Jan Kurfeld landet im 53-Boote-Feld auf Rang 25. Er bekommt aber mit diesem Foto viel Aufmerksamkeit, als die Rennen wegen Starkwind abgebrochen werden und er mit ein paar Kollegen trainiert. © Nico Martínez / Princesa Sofía MAPFRE

DSV Pressemitteilung: Die deutsche Starbootflotte hat die europäische Segelsaison 2010 beim Weltcup aller zehn olympischen Disziplinen vor Palma de Mallorca überzeugend eröffnet. Beste Mannschaft des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) waren vor Mallorca Alexander Schlonski/Frithjof Kleen (Berlin/NRV Olympic Team), die sich mit Rang vier im abschließenden Medaillenrennen am Karfreitag Bronze sicherten.

Die Starboot-Crews Matthias Miller/Benedikt Wenk (Berlin/Verein Seglerhaus am Wannsee) und Johannes Polgar/Markus Koy (Hamburg/NRV Olympic Team) auf den Plätzen sieben und neun sorgten bei der 41. Trofeo S.A.R. Princesa Sofìa für ein insgesamt herausragendes deutsches Ergebnis in dieser ältesten olympischen Klasse, die wieder auf dem Weg zu dem ist, was sie jahrzehntelang war: eine deutsche Paradedisziplin im Segelsport.

„Wir sind schon sehr glücklich“, sagte Vorschoter Frithjof Kleen in Palma, „auch wenn im Finalrennen noch mehr drin gewesen wäre, weil wir lange geführt und nur durch eine taktisch nicht ganz glückliche Entscheidung ein paar Boote verloren haben. Eine Serie mit ausschließlich einstelligen Ergebnissen zu segeln, das ist etwas Besonderes. Wir hatten uns diese Konstanz vorgenommen und sind damit natürlich zufrieden.“

Lob gab es dafür von Torsten Haverland (Schwerin). Der DSV-Vizepräsident für Leistungssport hatte die Aktiven gemeinsam mit DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner (Hamburg) vor Ort beobachtet. „Die Starboote haben sich in eindrucksvoller Form präsentiert. Das war ein gelungener europäischer Auftakt. Doch auch andere Mannschaften konnten glänzen. Das gilt etwa für das Kieler 49er-Team Tobias Schadewaldt/Hannes Baumann auf Platz neun, Surferin Moana Delle aus Kiel auf Platz sieben oder auch die noch jungen Junioren-Seglerinnen Victoria Jurczok und Josephine Bach aus Berlin, die einen sehr guten 13. Platz erkämpft haben.“

Gute Einzelresultate, die es nun im Verlauf der Saison zu stabilisieren gelte, bescheinigte Haverland Lasersegler Philipp Buhl vom Segelclub Alpsee-Immenstadt. Der 20-jährige Allgäuer Sportsoldat aus Sonthofen ersegelte sich im Weltklassefeld von 131 Startern Platz zwölf und deutete mit den Einzelrängen zwei und sieben seine Möglichkeiten an, in die Weltspitze vorzudringen. Gleichzeitig räumte Haverland „einige Baustellen“ in anderen Disziplinen an. „Hier fehlt es noch an Beständigkeit“, so der ehemalige Leistungssegler, „daran müssen wir intensiv arbeiten, denn die Leistungsdichte wächst international. Auffällig gut und breit aufgestellt präsentierten sich vor Mallorca neben den dominanten Briten auch die Franzosen. An dieser Spitze müssen wir uns orientieren.“

ENDERGEBNISSE

Starboot

  • 1. Fredrik Lööf/Johan Tillander (SWE); 35 Punkte
  • 2. Flavio Marazzi/Enrico da Maria (SUI); 36 Punkte
  • 3. Alexander Schlonski/Frithjof Kleen (Berlin/NRV OT); 43 Punkte
  • 7. Matthias Miller/Benedikt Wenk (Berlin/VSaW); 68 Punkte
  • 9. Johannes Polgar/Markus Koy (Hamburg/NRV OT); 75 Punkte
  • 11. Robert Stanjek/Philipp Stanjek (Berlin/NRV OT); 62 Punkte
  • 14. Johannes Babendererde/Timo Jacobs (Lübeck/NRV OT); 95 Punkte

470er Männer

  • 1. Pierre Leboucher/Vincent Garros (FRA); 32 Punkte
  • 2. Gideon Kliger/Eran Sela (ISR); 46 Punkte
  • 3. Onán Barreiros/Aarón Sarmiento (ESP); 47 Punkte
  • 26. Daniel Zepuntke/Dustin Baldwein (Berlin/VSaW); 139 Punkte
  • 29. Lucas Zellmer/Heiko Seelig (Berlin/SpYC); 142 Punkte

470er Frauen

  • 1. Giulia Conti/Giovanna Micol (ITA); 36 Punkte
  • 2. Ingrid Petitjean/Nadège Douroux (FRA); 38 Punkte
  • 3. Emmanuelle Rol/Marie Defrance (FRA); 55 Punkte
  • 13. Victoria Jurczok/Josephine Bach (Berlin/VSaW); 88 Punkte
  • 14. Wibke Wriggers/Geeske Genrich (Rostock/HYC); 105 Punkte
  • 21. Annina Wagner/Marlene Steinherr (Berlin/PYC); 115 Punkte
  • 28. Annika Bochmann/Anika Lorenz (Berlin/VSaW); 163 Punkte

RS:X Surfen Männer

  • 1. Byron Kokkalanis (GRE); 37 Punkte
  • 2. Tom Ashley (NZL); 48 Punkte
  • 3. Dorian Van Rijsselberghe (NED); 50 Punkte
  • 33. Toni Wilhelm (Kiel/WSCUE); 197 Punkte

RS:X Surfen Frauen

  • 1. Alessandra Sensini (ITA); 30 Punkte
  • 2. Marina Alabau (ESP); 35 Punkte
  • 3. Bryony Shaw (GBR); 37 Punkte
  • 7. Moana Delle (Kiel/SKBUe); 68 Punkte
  • 18. Amelie Lux (Kiel/ZSK); 136 Punkte

Finn Dinghi

  • 1. Ed Wright (GBR); 45 Punkte
  • 2. Ivan Klajakovic (CRO); 46 Punkte
  • 3. Jonathan Lobert (FRA); 53 Punkte
  • 25. Jan Kurfeld (Wismar/YCW 1961); 126 Punkte

49er

  • 1. Emmanuel Deyn/Stéphane Christidis (FRA); 66 Punkte
  • 2. Chris Draper/Peter Greenhalgh (GBR); 76 Punkte
  • 3. Stevie Morrison/Ben Rhodes (GBR); 83 Punkte
  • 9. Tobias Schadewaldt/Hannes Baumann (Kiel/NRV Olympic Team); 122 Punkte
  • 14. Julian Ramm/Oliver Lewin (Kiel/KYC); 145 Punkte
  • 20. Max Rieger/Moritz Rieger (Friedrichshafen/WYC); 184 Punkte

Laser

  • 1. Javier Hernández (ESP); 52 Punkte
  • 2. Tonci Steipanovic (CRO); 54 Punkte
  • 3. Mike Bullot (NZL); 62 Punkte
  • 12. Philipp Buhl (Sonthofen/SCAI); 93 Punkte
  • 25. Simon Grotelüschen (Lübeck/LYC); 142 Punkte

Laser Radial

  • 1. Tina Mihelic (CRO); 35 Punkte
  • 2. Veronika Fenclova (CZE); 39 Punkte
  • 3. Susana Romero Steensma (ESP); 55 Punkte
  • 17. Franziska Goltz (Schwerin/SSV 1894); 118 Punkte
  • 24. Lisa Fasselt (Kiel/YCRE); 140 Punkte
  • 30. Anke Helbig (Kiel/MSB); 174 Punkte

Matchrace Frauen Elliott 6m

  • 1. Renee Groeneveld (NED)
  • 2. Nicky Souter (AUS)
  • 3. Sally Barkow (USA)
  • 6. Silke Hahlbrock (Hamburg/HSC)

Alle Ergebnisse: http://www.trofeoprincesasofia.org

Carsten Kemmling
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