Audi MedCup: “Audi A1” durch Crash beim Audi MedCup zurückgefallen

Schümi zerlegt die “Bribon”

Uups! Da hat sich Deutschlands erfolgreichster Segler wohl ein bisschen verschätzt. Beim Audi MedCup vor Cagliari/Sardinien zerlegte der dreimalige Olympiasieger Jochen Schümann die königliche “Bribon” aus Spanien nach allen Regeln der Kunst.

Die vier Phasen des Crashes. Schümann versucht hinter “Bribon” abzufallen (1) trifft aber die Breitseite des Gegners (2) und verkeilt sich im Rumpf (3). Die Spanier versuchen das Loch mit einem Segelsack zu stopfen (4). © Audi MedCup

Auf der Startkreuz der sechsten Wettfahrt auf den TP 52 war die deutsch-französische “Audi A1″ mit Schümann am Ruder auf Steuerbord-Bug unterwegs. Das Team hatte die Vorfahrt-berechtigte “Bribon”  auch rechtzeitig gesehen, aber die Situation falsch eingeschätzt, wie ein Crewmitglied berichtet.

Schümann steckt in der “Bribon” und wird mit dem Bug durch den Wind geschoben. © Audi MedCup

Denn auf der “Audi A1″ ging man davon aus, dass die “Bribon” trotz Vrofahrt eine taktische Leewende ausführen wollte. Dann hätte man den Kurs mit vollem Speed weiter durchhalten können. Zu spät wurde die Fehleinschätzung erkannt. Das Abfallmanöver nützte nichts mehr, und mit zehn Knoten Speed rammte Schümi seinen Bug in die Breitseite der “Bribon”.

“Bribon” Taktiker Ian Walker sitzt fassungslos vor dem breiten Riss im Rumpf. Das Boot kann nicht mehr an den Rennen teilnehmen. © Audi MedCup

Das Resultat war verheerend. Während die “Audi A1″ nur ihren “Rammsporn” auswechseln musste und ein paar Absplitterungen am Bug hatte, klaffte in der “Bribon” ein Quadratmeter großes Loch. Weitersegeln vorerst unmöglich! Dabei lagen beide Teams bis dahin gut im Rennen. Selbst durch die Rennaufgabe liegt “Audi A1″ noch auf Rang fünf, “Bribon” auf sieben. Es führt die argentinische “Matador”.

Die spanische Crew wird nun alles daran setzen, die Yacht auf jeden Fall für die Weltmeisterschaft fit zu bekommen. Denn die wird vom 4. bis 9. Oktober vor dem spanischen Valencia gesegelt.

Schümann sagt zur Kollision: „Es gibt nicht viel zu sagen. Offensichtlich haben wir die Situation falsch eingeschätzt. Wir kämpften um den zweiten und dritten Platz mit „Bribon“, und es war nicht so richtig klar, ob sie eine Leewende versuchen oder vorne passieren würden. In der Bewegung kamen wir dann zu nahe, die Krängung wurde zu stark, und ich konnte nicht mehr abfallen. Es war am Ende so blöd…Beide Boote verloren sehr gute Plätze und „Bribon“ erlitt einen schweren Schaden. Wir haben den Bugspriet verloren und haben einige Arbeit vor uns. Mit dem zweiten oder dritten Platz wären wir insgsamt zweiter gewesen. Nun haben wir elf Punkte dazu bekommen. Das ist nicht sehr gut.“

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Ralf Abratis

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4 Kommentare zu „Audi MedCup: “Audi A1” durch Crash beim Audi MedCup zurückgefallen“

  1. avatar Andreas Ju. sagt:

    Interessant, wie entspannt Profis offenbar mit so einer Situation umgehen. Kein Getobe, Bote auseinanderschieben, eine Hand kurz gehoben als Zeichen der Entschuldgung – fertg. Die gleiche Situation bei einer Zugvogel-Regatta auf dem Zwischenahner Meer hätte sicherlich mehr verbale Lautstärke erzeugt

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    • avatar Carsten sagt:

      stimmt! gerade die handbewegung finde ich klasse. “sorry jungs”. wie bei einem netzroller im tennis 🙂

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  2. avatar MC sagt:

    also lieber Sardinien als Zwischenahner Meer segeln

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  3. avatar Andreas Ju. sagt:

    Sowieso!

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