Segel-Bundesliga: Bayern dominieren in Travemünde – Drei Vereine punktgleich an der Spitze

Dreikampf um den Titel

Der dritte Spieltag der Segel-Bundesliga im Rahmen der Travemünder Woche ist von den Süd-Vereinen dominiert worden. Der Chiemsee Yacht-Club siegte vor dem Lindauer Segler-Club.

Sonne, Strand und Wind, das waren die Zutaten für eine fast perfekte Segel-Bundesliga-Veranstaltung auf der dritten Station in 2016. Die Bühne war bereitet für ein richtig spannendes Finale am Montag. Aber dann blieb der Wind doch noch aus, und die vier letzten Flights sowie die beiden Endläufe der besten sechs mussten ausfallen.

Aber für die Regatta war das kein Problem. Denn die bis dahin gezeigten sportlichen Leistungen in den 11 Einzelrennen, die alle Crews bestreiten konnten, brachten würdige Sieger in beiden Ligen hervor.

Der Chiemsee Yacht-Club mit  Leopold Fricke, Christoph Müller, Moritz Fricke und Simon Tripp konnten gleich fünf Rennen gewinnen und ließ sich auch durch einen letzten Platz zur Mitte der Serie nicht aus dem Konzept bringen.

Bundesliga Travemünde

Außergewöhnlicher Gewichtstrimm beim Zweitliga-Tabellenführer vom Konstanzer Yacht Club. © STG

Die Bayern kamen mit den jeweils leichteren auflandigen Winden zu Beginn des Tages wie auch mit der zum Nachmittag immer stärker werdenden Themik mit hohem Wellengang hervorragend zurecht und mussten sich eigentlich nur gegen den Lindauer Segler-Club wehren.

Veit und Teresa Hemmeter, Martin Hostenkamp und Fabian Gielen bestätigten ihre starken Leistungen von den ersten beiden Veranstaltungen in Starnberg (3.) und Konstanz (4.). Sie gaben erst im letzten gezählten Rennen mit einem vierten Platz im Vergleich zum Sieg der Chiemseer den Sieg aus den Händen.

Der Status als Aufsteiger ist längst vergessen. Er spielt in der Segel-Bundesliga kaum eine Rolle. Längst haben alle Vereine die Möglichkeit, Trainings auf eigenen oder gecharterten Schiffen zu absolvieren und immer mehr zählt sich die Routine in der Crew aus. Die Lindauer haben bisher alle Events in der gleichen Besetzung absolviert wie auch fast die gesamte Zweitliga-Saison zuvor. Und sie werden immer sicherer und konstanter.

Bundesliga Travemünde

Das Erstliga-Podium. Bayern vor Berlin. © STG

Für den Chiemsee steuert Poldo Fricke regelmäßig seit vielen Jahren und er führte die Ligatabelle auch schon an, bis dann andere Crewbesetzungen zum Einsatz kamen. Es fehlt noch die Konstanz, aber der Sieg in Travemünde hat sie auf Platz vier nach vorne schnellen lassen.

Da ist der Verein Seglerhaus am Wannsee nun deutlich stärker aufgestellt. Sein neu zusammengestelltes Team ist die Entdeckung des Spieltages. Jan Jasper Wagner, der am 470er-Steuer (2015 WM 15.) nun zum zweiten Mal knapp Ferdinand Gerz das Olympia-Ticket überlassen musste, war schon einmal mit gemischtem Erfolg für den VSaW aktiv. Diesmal hatte Philipp Kasüske, den frisch gebackenen Junioren-Weltmeister im Finn Dinghy, an seiner Seite.

Für die ersten beiden VSaW-Spitzenplätze der Saison (4./2.) hatte noch Malte Kamrath an der Pinne gesorgt, nun haben die Berliner eine zweite Option. Sie liegen sich nun punktgleich auf dem Spitzenplatz unter den Top drei und könnten beim Heimspiel die Tabellenführung übernehmen.

Die hat immer noch der Titleverteidiger vom Deutschen Touring Yacht-Club inne, der auf Rang sechs alles andere als enttäuscht. Erstmalig in dieser Saison kam Max Weiss am Steuer zum Einsatz und zeigte eine stabile Leistung.

Bemerkenswert in Travemünde war die gemischte Bilanz der Segler Vereinigung Itzehoe die nach dem ersten Tag noch um den Sieg mitkämpfte um dann aber schließlich auf Rang sieben zurückzufallen. Außerdem sorgte der Absturz des NRV für Aufsehen, der sich nach einem ganz schwachen ersten Tag nicht mehr vom 16. Platz erholte und in der Tabelle auf Rang neun abgerutscht ist.

Auch in der zweiten Liga zeichnet sich ab, dass Vereine, die überwiegend nur eine Crew aufbieten, am Ende der Saison vorne stehen werden. So haben 2015 die Lindauer wie der Bayerische Yacht-Club den Aufstieg geschafft. Diesmal verfolgt der Konstanzer Yacht-Club diese Strategie. Nachwuchs-Mann Felix Schrimper hat mit seinem Match-Race-Team die Ränge 6/4/5 eingefahren und die Tabellenführung übernommen.

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In der zweiten Liga segelt Berlin vor Hamburg und Bremen. © STG

In Travemünde dominierten andere. So gehört der SV03 zu den großen Überraschungen der Saison. 2015 stiegen die Berliner aus der zweiten Liga ab und mussten sich erst in der Relegation im Feld von 59 Teams neu für die Saison 2016 qualifizieren.

Nun haben Erik Witzmann, Wolfram Kramer, Daniel Mauter und Andreas Wiener nach Rang fünf in Starnberg sogar das Event in Travemünde sicher gewonnen. Ihr zweites Team schaffte in Konstanz nur Rang 13, aber die Berliner spielen dennoch oben mit.

Die zweite Entdeckung der Saison ist das Team vom Mühlenberger Segel-Club Magnus Simon, Till Krüger, Simon Zweigler und Finn Olsen, die schon in Starnberg gewinnen konnten, bei der J/70 Europameisterschaft in Kiel bärenstark auf Rang 10 segelten und diesmal auch vorne gelegen hätte, wenn…ja wenn sie rechtzeitig gemeldet hätten. Dieser Fauxpas führte dazu, dass sie mit drei Punkten Handicap in die Travemünde-Rennen starten mussten, und der Ärger mag zu einem letzten Platz im ersten Rennen geführt haben.

Neun Punkte zum Auftakt! Daran würden andere Teams zerbrechen. Aber der MSC startete eine unglaubliche Serie mit sieben Siegen und zwei Zweiten, um am Ende noch bis auf zwei Punkte an den Travemünde-Sieg heranzukommen. Dennoch liegt der MSC nach dem vorletzten Platz seines zweiten Teams in Konstanz nur auf Rang sechs. Aber der Punkteabstand des siebten der Tabelle bis zum Ersten beträgt nur fünf Punkte.

Das Rennen um den Aufstieg ist weit offen. Denn auch die Absteiger unterstreichen ihre Ambitionen für den Wiederaufstieg. Altmeister Hubert Merkelbach kommt für den Bodensee YachtClub Überlingen immer besser in Form und hat die Scharte des zweiten Teams zum Auftakt (13.) mit den Plätzen 2/4 nun schon ausgewetzt. Und für die Segelkameradschaft Wappen von Bremen schaffte nach Gordon Nickels Sieg in Konstanz nun Björn Beilken den Anschluss mit Rang drei in Travemünde.

Ergebnisse 1. Liga Travempnde 2016

Ergebnisse 2. Liga Travemünde 2016

Crewliste Segel-Bundesliga Travemünde 2016

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Carsten Kemmling

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10 Kommentare zu „Segel-Bundesliga: Bayern dominieren in Travemünde – Drei Vereine punktgleich an der Spitze“

  1. avatar Fakten-Check sagt:

    “Auch in der zweiten Liga zeichnet sich ab, dass Vereine, die überwiegend nur eine Crew aufbieten, am Ende der Saison vorne stehen werden.”

    Nur eine Crew pro Vereins-J/70 würde ja bedeuten, dass das 60.000 EUR teure Trainingsgerät nur von 4 Mann genutzt wird. Dies dürfte in den Vereinen für Unruhe sorgen und auch mit den Vereinssatzungen nicht ohne weiteres vereinbar sein.

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    • avatar Felix sagt:

      Naja ob unter der Woche das Boot von anderen genutzt wird ist wohl eine andere Sache. In vielen vorallem kleineren vereinen trainieren die 2. Mannschaften unter der Woche oder bei regionalen Regatten um zur ersten Mannschaft zu werden oder eben aus einer 1. Mannschaft die Liga segeln kann mehrere zu machen.

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      • avatar Fakten-Check sagt:

        Laut Vereinsrecht, muss allen Mitgliedern die Nutzung des Bootes möglich sein !

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        • avatar Johannes sagt:

          Diese Aussage stammt wohl aus dem Buch “Märchen über das Vereinsrecht”, leider inzwischen ein mehrbändiges Werk…

          Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 3

  2. avatar Friedrich sagt:

    Jo nech, bei den Bayern und beim BVB sollten doch bitte an jedem dritten Spieltag auch mal die Amateure von den Ü 60 Senioren Samstags spielen dürfen. Kann ja wohl nich angehen, dass immer nur die Profis am Wochenende auf den schönen Rasen in der Allianz Arena dürfen. Wo komm wir denn da hin!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 10 Daumen runter 6

    • avatar Fakten-Check sagt:

      Oh, da hat jemand noch nicht mitbekommen, dass die Profis der Bayern und Borussen nicht zum e.V. sondern zur Aktiengesellschaft gehören.

      Im eingetragenen Verein e.V. hat jedes Mitglied laut Vereinsrecht die gleichen Rechte und Pflichten. Für ein Wirtschaftsunternehmen, d.h. die Aktiengesellschaften der Bayern und Borussen gelten vollkommen andere Regeln.

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      • avatar Ulrich sagt:

        Mit Verlaub, was du schreibst Quatsch. In keinem Verein wird das Nulpen-Mitglied ein Anrecht auf einen Platz in der 1. Mannschaft haben. Im Fußball, Handball, Basketball – in jedem Vereinen im ganzen Land gibt es damit kein Problem.

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        • avatar Fakten-Check sagt:

          Lies mal den folgenden text, dann wird dir sicher klar, was gemeint war:

          “Von großer praktischer Bedeutung sind die im Gesetz nicht geregelten Vorteilsrechte Ihrer Mitglieder. Unter diesen Vorteilsrechten versteht man nun die Rechte der Mitglieder Ihres Vereins, die sich aus der Beteiligung an der Verfolgung des gemeinsamen Vereinszwecks ergeben.

          Beispiele:

          Benutzung der Vereinsräume und Vereinseinrichtungen wie beispielsweise Sportplatz und Sportgeräte oder Musikinstrumente;
          Teilnahme an Veranstaltungen des Vereins insbesondere Vereinsfesten;
          Bezug der Vereinszeitschrift, sofern vorhanden.”

          https://www.vereinswelt.de/vereinswissen/details/article/mitgliederrechte.html

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          • avatar Beobachterin sagt:

            Ist das wieder der Frührentner aus Porta Westfalica? Es ist schon erstaunlich, was man für einen Unsinn im Netz verbreiten kann.

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  3. avatar Friedrich sagt:

    Einfach fürchterlich, dass sie die Spam-Russen jetzt auch auf harmlose Segelportale loslassen.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 1

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