Segel-Bundesliga: Die Favoriten bei der Relegation in Glücksburg

Die großen Namen

Am Freitag um 14 Uhr erfolgt der erste Start zur Bundesliga Relegationsregatta vor Glücksburg. 61 Vereinen mit 250 Seglern treten an. SegelReporter nennt die Favoriten.

Deutsche Segel-BundesligaEine solche Veranstaltung gab es in Deutschland noch nie. 250 Segler messen sich mit gleichen Waffen. Sie segeln auf gestellten Booten vom Typ J/70 und J/80 gegeneinander. Jollensegler und Dickschiffer, alt gegen jung, Männlein vs Weiblein, Nord gegen Süd, Ost gegen West. So umfassend ist die deutsche Segelszene noch nie abgebildet worden.

Seit heute ist bekannt, welche Segler für die insgesamt 61 Vereine an den Start gehen. Dabei fällt beim ersten Blick auf, dass es keine weiblichen Steuerleute gibt. Aber als Crew sind 19 Frauen vertreten.

Wenn man die Meldeliste durchgeht, fallen einige bekannte Namen auf, die einen Eindruck über die Qualität der Crews gibt. Schon auf dem Papier lässt sich feststellen, wer es Ernst meint mit der Qualifikation für die erste Bundesliga. SegelReporter stellt die stärksten Teams vor:

Westfälischer Yachtclub Delecke. Christian Paschen – Philip Ismar – Henning Wietzorke.
Am Steuer sitzt kein Geringerer als Joachim Hellmich, Gesamtkoordinator der STG Academy, der auch Projektleiter für die Segel-Bundesliga ist. Hellmich gewann 2007 die Weltmeisterschaft in der Beneteau 25 Klasse (Platu) und hat diesmal unter anderem seinen langjährigen Partner Christian Paschen dabei. Der Mann vom Möhnesee war in seiner Jugend Europe Weltmeister und schon Frühjahrseuropameister im Starboot.

– Wassersport-Verein Hemelingen. Jan Seekamp – Wilhelm von Weyhe – Jens Tschentscher – Sören Hadeler.
Steuermann Seekamp feierte Erfolge im Laser, Piraten und Drachen. Zusammen. Jens Tschentscher ist angestammter Lenker der seit Jahren erfolgreichen X332 “Patent”. Das Team könnte eine starke Mischung aus Big-  und Smallboat-Segler darstellen.

–  Segel- und Motorboot Club Überlingen. Steffen Hessberger – Niko Mittelmeier – Frederik Schaal – Hendrik Schaal.
Steuermann Hessberger segelte noch 2012 bei den großen Weltcups im 470er. Niko Mittelmeier gehörte zu den hoffnungsvollsten deutschen Tornado-Seglern bis der Katamaran aus dem Olympiaprogramm flog. Die Brüder  Frederik und Hendrik Schaal starteten beim Bundesliga Event 2013 in Hamburg noch für den Württembergischen Yacht Club und haben sich jetzt für den Nachbarclub am Bodensee eingeschrieben. Dort stehen schon J/70 zu Verfügung. Das Team sollte also gute Trainingsmöglichkeiten gehabt haben.

Seglervereinigung Itzehoe. Christian Soyka – Stefan Schimkowski – Sören Petersen – Hinnerk Müller.
Christian Soyka ist mehrfacher Weltmeister in der X99. Er sollte sich eine starke Crew zusammengestellt haben.

Segelklub Bayer-Uerdingen. Lennart Luttkus – Hendrik Coers – Holger Blumenkamp – Thomas Schubert.
Luttkus ist war bis zum vergangenen Jahr noch einer der hoffnungsvollsten deutschen Finnsegler. Er hat jetzt aber seine Olympiakampagne abgebrochen. Wohl weil er sich ganz auf die Bundesliga konzentiert 🙂 Der SKBUe ist einer der fünf Absteiger aus der 1. Liga. Die Crew hat also Erfahrung mit den Booten gesammelt.

Segel-Club Ville. Dirk Strelow – Christopher Gelsdorf – Lina Rixgens – Stefan Böhm.
Strelow hat Match Race Erfahrung und ist einer der besten deutschen J/24 Steuerleute. Mit Stefan Böhm hat er einen starken Mann dabei, der 2013 an der Pinne nur ganz knapp den 505er WM Titel auf Barbados verpasste.

Regatta-Vereinigung Elbe. Claas Lehmann – Tom Stry – Sönke Peters – Clemens Gehrholz.
Lehmann wurde 2013 505er Weltmeister in Barbados und zeigte auch bei der Meisterschaft der Meister, dass er mit Kielbooten und Kurzformaten gut zurecht kommt.

Münchner Yacht-Club. Kay Niederfahrenhorst – Philipp Ocker – Max Adami – Marc Anschitz.
Das Team mit dem erfahrenen Skipper hat schon ein intensives J/80 Training am Gardasee absolviert. Die Jungs wollen es wissen.

Kieler Yacht-Club. Martin Menzner – Mikael Rolfs – Frank Lichte – Julian Ramm.
Als einer der Top Favoriten geht der Kieler Yacht Club ins Rennen. Er schickt die beste deutsche J/80 Crew um Steuermann ins Rennen. Als Taktiker ist 49er Crack Julian Ramm an Bord, der sich mit dem Kurzrennen-Format bestens auskennt. Das Team dürfte in Kiel schon ausgiebig trainiert haben.

Herrschinger Segelclub. Hans Peter Schwarz – Roland Kirst – Michael Marcour – Jens Olbrysch.
Die mehrfachen Deutschen FD-Meister Schwarz/Kirst segeln mit dem Starboot Silbermedaillengewinner (1988) Michael Marcour zusammen. Jens Olbrysch war einmal der beste deutsche 420er Segler und gewann 1985 die IYRU Jugend-WM. Seitdem segelte er Dyas, 505er und Starboot auf hohem Niveau.

Hamburger Segel-Club. Max Gurgel – Karl Martin Gurgel – Thorben Strube – Daniel Zenker.
Das Team um Steuermann Max Gurgel gehört zu den heißesten Sieganwärtern. Es gehört zu den besten deutschen Match Race Mannschaften und wurde mit der X332 “Rubix” mehrfach Deutscher Meister in der ORC Klasse.

Akademischer SegelVerein Warnemünde. Lutz Stengel – Frank Feller – Matthias Bohn – Konrad Nehrenberg.
Lutz Stengel und Frank Feller bilden ein eingespieltes Team im 505er und gehören seit vielen Jahren zu den Top Fünf der Klasse. Mathias Bohn war einer der besten deutschen Finnsegler und hatte zuletzt als Starbootvorschoter eine Olympiakampagne mit Alexander Schlonski durchgezogen. Das Team trainiert bereits seit Anfang März auf der Ostsee.

Dazu sind weitere bekannte Namen am Start wie die mehrfachen Schwertzugvogel-Meister Manfred Brändle für den Duisburger Yacht Club, meine Match Race Meistercrew Kai Kemmling und Peter Stein vom Duisburger Segel-Club 🙂 oder die 505er Haudegen Tom Gosch – Klaus Stammerjohann von der Entdecker- und Seefahrerfördervereinigung. Andreas Buchert vom Bodensee-Yacht-Club Überlingen war einmal einer der besten deutschen Finn Dinghy Segler und hat mit Joseph Pochhammer einen Match Race erfahrenen Mitsegler dabei.

470er Leistungssegler Jan-Philipp Hofmann führt das junge Team vom Düsseldorfer Yacht Club. Die J/22 Europameister Jörg Friedlein und Holger Neuhaus gehen wieder für den Segel-Club Hattingen an den Start. In der ersten Liga konnten sie viel Erfahrung sammeln. Vielleicht reicht es diesmal für einen vorderen Platz? Dazu gibt es viele weitere Teams, die sich in den Vordergrund segeln können. Vielleicht ist es eines der drei aus Münster, die im Winter intensiv mit J/80 auf dem Aasee trainiert haben.

Es gibt viel Platz für Überraschungen. Zu neu ist das Format, zu neu sind die Boote für die Crews, als dass eine klare Hackordnung schon vorher festgelegt ist. Genau das macht die Spannung aus. Wer werden am Ende die fünf Teams sein, die in die erste Bundesliga aufsteigen? Welche folgenden 18 Vereine bilden die zweite Liga?

Für jede Menge Spannung ist gesorgt. SegelReporter wird vor Ort berichten.

Eventseite Bundesliga Relegation
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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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2 Kommentare zu „Segel-Bundesliga: Die Favoriten bei der Relegation in Glücksburg“

  1. avatar Jens Krees sagt:

    @Carsten: Sicher, dass Lennart Luttkus seine Olympiakampagne beendet hat?

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  2. avatar Alexander sagt:

    Es gibt gar keine Ergebnisse von heute, oder finde ich sie einfach nicht?

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