Segel-Bundesliga: Kiel vor Flensburg und Bremen – Süd-Vereine dominieren zweite Liga

Kiel startet durch

Zusammenfassung:

Beim Segel-Bundesliga Spieltag in Travemünde kommen die Sieger aus Kiel und vom Bodensee. Der Kieler-Yacht Club gewinnt die erste Liga vor Flensburg. In der zweiten Liga dominiert Lindau.

Segel-Bundesliga Travemünde

Die Jungs vom Blankeneser Segel-Club mit Lenker Claas Lehmann hängen sich mächtig rein. © Sven Jürgensen

Der Kieler Yacht Club ist endgültig in der Segel-Bundesliga angekommen. In der Geschichte der Veranstaltung stand er erstmals ganz oben auf dem Treppchen und rückt damit in der Tabelle auf Platz drei vor.

Segel-Bundesliga Travemünde

Der Kieler Yacht-Club obenauf in Travemünde. © Sven Jürgensen

Ursprünglich hatte der traditionsreiche Verein die ersten Gehversuche der neuen Regattaserie mit großer Zurückhaltung beobachtet und war in der ersten Saison nicht dabei. Auch um die Teilnahme an der zweiten Saison riss sich niemand so richtig, wie Martin Menzner im SR-Interview 2014 bei der Relegation erzählte. Der J/80 Segler qualifizierte schließlich den KYC im April 2014, glaubte aber, dass eigentlich die starken 49er Aussteiger die Farben des Vereins vertreten sollten.

Und genau das ist jetzt passiert. Julian Ramm und  Oliver Lewin sind acht Jahre zusammen 49er gesegelt und gehörten zu den besten Deutschen. Schon in Warnemünde segelten sie mit Malte Päsler und Florian v. Wieding auf Rang fünf. In der gleichen Besetzung folgte nun der Sieg. Nachdem Liga-Erfinder Oliver Schwall höchstpersönlich den Kieler Yacht-Club beim Heimspiel erstmals auf das Treppchen geführt hatte, sind die Kieler nun sogar in der Tabelle auf Rang drei vorgerückt.

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Der Flensburger Segel-Club verpasste den Sieg nur knapp. © Meier

In Travemünde mussten sie auf einen Patzer des Flensburger Segel-Clubs im letzten Lauf warten. Der kam, als kurz vor dem Ziel Itzehoe vorbei segelte und sich der FSC auch noch einen Penalty einfing (Replay Passage).

Aber die Nord-Crew um Skipper Michael Ilgenstein und Team Manager Jörg Rothert ist dennoch einer der großen Gewinner des Spieltags. Denn in der Tabelle rücken sie bis auf zwei Punkte an den führenden Deutschen Touring Yacht Club heran, der mit Julian Stückl am Steuer in Travemünde auf Platz sieben segelte. Der Titelverteidiger NRV ist mit dem sechsten Platz vom Treppchen der Gesamtwertung hinter den Kieler Yacht-Club gerutscht.

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Die erste Liga kurz nach dem Start. © Sven Jürgensen

Aufsteiger des Spieltags ist die Wassersportvereinigung Hemelingen aus Bremen, die in Travemünde Rang drei belegte. Der ehemalige Laser Steuermann Jan Seekamp hatte schon für Warnemünde seinen langjährigen Piraten-Vorschoter und Laser Kumpel Björn Schütte ins Boot geholt und war nach grandiosem Start schließlich am Starkwindtag nach Handling-Problemen vom Podium verdrängt worden.

Aber in Travemünde stieß der erfahrene ORC Weltmeister (“Patent”-Steuermann)  Jens Tschentscher wieder zum Team, und nun klappte es mit dem Treppchen punktgleich mit dem Berliner Yacht Club, der mit einer unglaublich konstanten Serie ohne einen Tagessieg in die Spitzengruppe segelte.

Die größte Überraschung gelang dem Münchner Yacht Club, der mit Philipp Ocker – Markus Brather – Florian Grosser – Marc Anschütz dasselbe Team wie in Warnemünde an den Start schickte, das dort 15. wurde. Aber die Lernkurve ist offenbar steil, und mit Platz fünf verließ der Aufsteiger erstmalig die Abstiegsränge.

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Die J/70 auf dem Revier vor Falkenstein. © Sven Jürgensen

Deutlich misslungen ist dagegen die 2015 Liga Premiere von Starboot-Weltmeister Robert Stanjek mit Platz 12. Als einem der besten Segler Deutschlands gelang es ihm ebenso wenig wie den Segel-Promi-Kollegen Jochen Schümann und Stefan Meister, den Yachtclub Berlin-Grünau in die erwartete Position zu bugsieren. Die Berliner haben im Gegensatz zu den dominierenden Vereinen in der Liga das Problem, bisher keinen geregelten Trainingsbetrieb auf die Beine stellen zu können.

Mühsam war auch der Auftritt der einzigen Steuerfrau im Liga Feld Petra Niemann für den VSaW. Mit dem 17. Platz ist der Verein vom Wannsee, der nach einem guten Saison-Einstieg zu den Meisterschaftsfavoriten gehörte, nun auf Rang neun der Tabelle abgerutscht.

Ein Wechselbad erlebte in Travemünde Chistian Soyka mit seinem Team für Itzehoe. Nach vier Siegen in den ersten fünf Rennen lag er in Führung, dann kam der Knick und ein Frühstart ließ ihn noch auf Platz acht zurückfallen.

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Lindau, Bayern und Ville belegen die ersten drei Plätze der zweiten Liga. © Sven Jürgensen

In der zweiten Liga hat der Lindauer Segler-Club seine Dominanz in der Tabelle eindrucksvoll mit einem Sieg bestätigt. Der Bodensee-Star Veit Hemmeter, der mit seiner Schwester Teresa, Martin Hostenkamp und Taktiker Fabian Gielen (Steuermann in Warnemünde) schon beim Auftakt am Starnberger See Platz zwei belegte, landete diesmal einen Erdrutsch-Sieg mit fast zehn Punkten Vorsprung.

Das war zuvor nur dem Bayerischen Yacht Club in Warnemünde gelungen, der diesmal auf dem zweiten Platz landete. Damit sind die Bayern bei ihrer Mission direkter Wiederaufstieg ein großes Stück weiter gekommen. Obwohl sie das Heimspiel in Tutzing mit Rang 15 verhauten, ist der BYC nun eines der beachtenswertesten Teams der Saison, seit Team Manager Ilja Wolf die jungen Phillipp Hiebler und Leopold Lindner aus der traditionell starken BYC 420er Truppe mit dem erfahrenen Andreas Plettner (Taktiker) und 505er Vorschoter Andreas Achterberg gemischt hat. Ein intensives Training mit Karol Jablonski tat das Übrige und so konnte sie auch ein gerissener Relingsdraht nicht stoppen, der Plettner ins Wasser beförderte.

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Andreas Plettner vom BYC wird am Heck wieder eingesammelt. © Sven Jürgensen

Beeindruckende Konstanz haben erneut die Berliner vom Klub am Rupenhorn gezeigt, für den Malte Christophersen – Sebastian Salein – Thilo Merz – Simon Merz nach Platz vier in Tutzing nun mit Rang sechs einen sicheren zweiten Platz in der Tabelle inne haben.

Aufsteiger des dritten Spieltags war der Segel-Club Ville, bei dem der im Match Race und der J/24 erfahrene Steuermann Dirk Strelow zu seiner Form fand. Mit Match Race Meister Georg Hecht, 505er Vize-Weltmeister Gerald Roos und Melges Segler Christopher Gelsdorf landete der Verein aus dem Kölner Umfeld erstmals auf dem Treppchen und verließ die Abstiegsränge.

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Die B/one Flotte der zweiten Liga beim Start in Travemünde. © Sven Jürgensen

Einsatz der Ballon Kamera

Die Veranstaltung in Travemünde war das bisher am besten übertragene Liga Event der Serie. Teilweise drei Kommentatoren führten die Zuschauer durch das Programm, und die Analysen mit eingespielten Replays werden immer besser. Dabei zeigt die Ballon-Kamera die spannenden Tonnenrundungen aus der Vogel-Pespektive.

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Schiedsrichter in Aktion. Ein Panalty wird verteilt. © Sven Jürgensen

Die Tribüne vor der großen Leinwand war immer bestens besetzt. Zuschauer und Segler informierten sich aktuell über das spannende Renngeschehen.

Mangels Wind am Samstag konnte das Programm der 15 Flights allerdings nicht durchgezogen werden. Zwölf Rennen fielen aus. Auch weil die erste und zweite Liga mangels Platz gemeinsam auf einem Kurs segeln musste, und sich die Wechsel verzögerten.

Ergebnisse Segel-Bundesliga Travemünde 1. Liga

Tabelle 1. Liga

Ergebnisse Segel-Bundesliga Warnemünde 2. Liga

Tabelle 2. Liga

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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