Segel-Bundesliga: Potsdamer Yacht-Club steigt auf – Lübeck und Berlin verbleiben

Überraschender Absteiger

Der Potsdamer Yacht-Club ist mit seinem jungen Team um den 17-jährigen Steuermann aufgestiegen. Laser-Olympionike Simon Grotelüschen siegte für Lübeck, aber einen Traditionsclub erwischte es.

Lübecker Yacht-Club

Das erfolgreiche Team vom Lübecker Yacht-Club um Simon Grotelüschen (r.) © LYC

Es war fast ein wenig unfair, bei der Relegation die Zweitliga-Qualifikanten gegen Erstligisten antreten zu lassen, die sich drei Tage lang bei 15 Rennen bestens an die Bedingungen auf der Alster gewöhnen konnten. Und so ging insbesondere der Lübecker Yacht-Club mit dem Laser-Olympioniken Simon Grotelüschen am Steuer als Top-Favorit in die Veranstaltung der Nachsitzer.

17-jähriger Steuermann

Das Team entledigte sich der Aufgabe auch souverän und gewann die Regatta nach zwölf Rennen mit insgesamt sieben Laufsiegen. Aber die große Überraschung gelang dem Potsdamer Yacht-Club, der mit seinem Youngster-Team, von dem auch drei Segler in der Junioren-Liga starten, den Aufstieg perfekt machten.

Die Zweitliga-Fünften, denen beim letzten Spieltag in Kiel Rang zwei geglückt war, schoben sich nach drei Siegen auf der Alster sogar zwischenzeitlich an Grotelüschen vorbei. Am Ende lagen Frederick Eichhorst, Leander Kamm, Moritz Paschen und Moritz Klingenberg nur zwei Punkte hinter den Lübeckern und qualifizierten sich souverän.

Der 17-jährige Steuermann, der 2014 noch für Deutschland im 420er bei den Youth Worlds segelte, ist eine der großen Entdeckungen der Bundesliga. Der aktuelle 470er Kader-Steuermann repräsentiert die starke Jugendarbeit, die den Potsdamer Yacht-Club auszeichnet.

Sein junger Kollege Magnus Simon, der mit seinem Team vom Mühlenberger Segel-Club zwei Siege und einen zweiten Rang in der zweiten Liga schaffte, konnte dagegen nicht am Start sein, weil er mit dem deutschen Youth America’s Cup Team in Frankreich das Foilen trainiert. So schafften die Hamburger mit einem neu zusammengestellten Team nicht den erhofften Aufstieg, den sie in der Liga-Saison schon fast sicher hatten.

Abstieg-Strudel

Auch der Konstanzer Yacht-Club konnte sich am Ende nicht mit seiner Jugend-Truppe um Steuermann Felix Schrimper und Taktiker Adrian Maier Ring qualifizieren. Sie musste den Erstligisten vom Berliner Yacht-Club den Vortritt lassen, der so unerwartet in den Abstieg-Strudel gerutscht war.

In St. Petersburg hatten die Berliner Vize-Meister des Vorjahres noch die Championsleague-Qualifikation gewonnen und waren in Porto Cervo als zweitbestes deutsches Team auf Rang 15 gelandet. Aber in der Bundesliga lief es 2016 sehr zäh. Und der vorletzte Platz beim Saison-Finale auf der Alster besiegelte das Abrutschen in die Relegation.

Philipp Bruhns, Valentin Gebhardt, Max Wohlfeil und Moritz Bruhns hatten den Schock in den ersten drei Rennen der Relegation offenbar auch noch nicht verkraftet und lagen nach einer Serie von 5/4/6 auf dem letzten Platz. Aber dann fanden sie doch zurück in die Spur und manifestierten am Ende souverän mit neun Punkten Vorsprung den dritten Platz, der zum Verbleib in der Liga berechtigt.

So ist der Flensburger Segel-Club der einzige Erstligist, der nach der Relegation den Abstieg in Kauf nehmen muss. Das ist eine große Überraschung und Enttäuschung für den renommierten Nord-Verein, der vor einem Jahr noch mit Titel-Ambitionen segelte.

Ergebnisse der Relegation 2016

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Carsten Kemmling

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