Segel-Bundesliga Qualifikation: J/24-Segler dominieren – vier Zweitligisten erneut qualifiziert

Höhenflug der Weltmeister

Die neuen J/24-Weltmeister vom Joersfelder Segel-Club und die Seglervereinigung Gelting-Mole sind die Newcomer in der zweiten Liga neben vier Oldies inklusive “Clown” Schönfeldt.

Segel-Bundesliga Qualifikation 2016

Wele und Wind bei der Liga-Quali. © DSBL

Es wird immer schwieriger, sich als Neueinsteiger für die Segel-Bundesliga zu qualifizieren. Die Qualifikation in Glücksburg mit 56 Segelvereinen aus ganz Deutschland hat gezeigt, dass der Abstand zwischen den erfahrenen Liga-Vereinen und ambitionierten neuen Clubs immer größer wird.

Auf der Flensburger Förde setzten sich die eingespielten Crews durch und Teams, die Erfahrung im speziellen Liga-Format gesammelt haben. Bei starkem Wind spielte das Manöver-Handling eine große Rolle.

So wurden die Rennen insbesondere von den frisch gebackenen Weltmeistern der J/24-Klasse vom Joersfelder Segel-Club dominiert. Das Team Daniel Schwarze, Timo Chorrosch, Jeronimo Landauer und Steuermann Daniel Frost siegte in sechs von sieben Qualifikationsläufen, bevor die Top 18 noch einmal vier Rennen absolvierten. Erst ein Frühstart im letzten Rennen kostete die Berliner noch den Sieg in Glücksburg.

Segel-Bundesliga Qualifikation 2016

Graues Wetter vor Glücksburg beim dreitägigen Kampf um die Liga-Teilnahme. © DSBL

Den holte sich der Segel-Club Ville aus Köln, der das Kunststück schaffte, zum dritten Mal in Folge bei der Qualifikation in Glücksburg zu bestehen. Auch Steuermann Dirk Strelow hat seine Wurzeln in der J/24-Klasse. Er konnte auf die Dienste des ehemaligen 505er Vize-Weltmeisters Gerald Roos vertrauen und der Brüder Riffeler, die Erfolge im Flying Junior verbucht haben. Den Liga-14. von 2016 gelang die konstanteste Serie ohne echten Ausrutscher.

Auf Rang drei landete der Lübecker Segler-Verein, der die erste Zweitliga-Saison auf Rang 17 absolviert hatte. Die Crew um den jungen Steuermann Kim Brandt, der dem 29er noch nicht lange entwachsen ist, und den erfahrenen Bigboat-Profi-Bootsmann Jan Dabelstein, siegte in elf Rennen sechsmal und leistete sich nur im Finale einen Ausrutscher mit Rang sechs.

Auf dem vierten Rang qualifizierte sich mit dem Duisburger Yacht-Club ein weiterer Zweitliga-Absteiger für eine neue Chance 2017. Der erfahrene Reiner Brockerhoff, J/22 WM-Bronze-Gewinner 2015, führte das Familien-Team um das aufstrebende 49FX Duo Ann Kristin und Pia Sophie Wedemeyer mit ihrem Vater Marc zum Erfolg.

Segel-Bundesliga Qualifikation 2016

Die neuen Qualifikanten für die zweite Segel-Bundesliga 2017. © DSBL

Auf Rang fünf haben sich die Entdecker und Seefahrer für eine weitere Saison in der zweiten Liga qualifiziert. Das Team hatte 2016 den Ausstieg von Andreas Willim, der inzwischen mit seiner Frau Suzy für den Schlei Segel-Club startet, nicht verkraftet, und war abgeschlagen auf dem letzten Platz gelandet. Aber Altmeister Frank Schönfeldt  am Lenker bekommt die J/70 immer besser in den Griff und qualifizierte sich mit Tom und Antje Gosch sowie Matten Jaeschke am Ende souverän für den Verbleib in der Liga.

Den letzten Platz für die Saison 2017 ergatterte sich die Seglervereinigung Gelting-Mole im Endspurt. Mit zwei Siegen zum Schluss gelang den Nordlichtern der Aufstieg. Sören Hadeler und Henning Buchmann konnten insbesondere ihre J/80-Erfahrung ausspielen und mit Ole Burfeind und Hauke Köller die Liga-Reife erreichen.

Segel-Bundesliga Qualifikation 2016

Der Reiz ist ungebrochen. 56 Vereine nehmen an der Liga-Quali teil. © DSBL

Somit konnten vier der insgesamt sechs Zweitligisten aus der Saison 2016 ihre Stellung in der Segel-Bundesliga behaupten. Der  Schaumburg-Lippische Seglerverein aus Steinhude lag lange auf Liga-Kurs rutschte aber nach drei verpatzten Finalläufen noch auf Rang neun ab. Der Segelklub Bayer-Uerdingen aus Krefeld landete auf Rang 23.

Ergebnisse Qualifikation Segel-Bundesliga 2016

Crewliste Qualifikation Segel-Bundesliga 2016

Segel-Bundesliga Qualifikation 2016

Der Yachtclub Meridian gibt Gas in der aufgewühlten Flensburger Förde. © DSBL

Segel-Bundesliga Qualifikation 2016

Der Verein Wind und Welle verpasste trotz dreier Siege knapp das Finale der Top 18, zeigte aber den besten Kopfschmuck. © DSBL

 

Über die Deutsche Segel-Bundesliga

Die Deutsche Segel-Bundesliga wurde 2013 von der Deutschen Segel-Bundesliga GmbH (DSBL GmbH) gemeinsam mit 17 Segelvereinen und mit der Unterstützung des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) gegründet. Der DSV, der Zusammenschluss der teilnehmenden und ausrichtenden Vereine (der Deutsche Segel-Liga e.V.) und die DSBL GmbH sind die drei wichtigen Organe, die die Zukunft der Liga gestallten.

In der 1. Bundesliga und der 2. Bundesliga treten jeweils 18 Clubs gegeneinander an. 2016 stehen von April bis Oktober für die Erstligisten sechs und für die Zweitligisten fünf Regatten auf dem Programm. Zudem werden bei der Relegation für die 1. Bundesliga und der Qualifikation für die 2. Bundesliga weitere Plätze ausgesegelt. Jeder der 36 Vereine nominiert einen Kader mit bis zu 20 Seglern – vier starten pro Verein pro Regatta. 15 Wettfahrten auf baugleichen Booten (J70) entscheiden jedes Wochenende über die Punktzahl für die Tabelle. Ende der Saison darf sich der Sieger der 1. Bundesliga „Deutscher Meister der Segelvereine“ nennen und erhält die begehrte Meisterschale von Robbe & Berking.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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