Segel-Bundesliga: Turbulente Sitzung – Machtprobe mit dem DSV – Lochbrunner Interview

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(Die Tonqualität ist ausbaufähig. Besserung wird gelobt)

 

Bei der Gründungsversammlung zur Ligavereinigung der Deutschen Segel-Bundesliga in Düsseldorf ist es turbulent zugegangen. Seitdem herrscht an vielen Stellen Ratlosigkeit.

Die Segel-Bundesliga scheint eigentlich eine gute Idee zu sein. Die frühe Kritik an einer vermeintlich elitären, kommerzialisierten Veranstaltung löste sich schnell in Wohlgefallen auf.  Vereine vom Bodensee bis Flensburg und Schwerin bis Hattingen schlossen sich der  Bewegung an. Die Veranstaltungen 2013 verliefen freundschaftlich verbindend.

Segel-Bundesliga

Das neue Logo der Segel-Bundesliga

Jung und alt segelten auf höchstem Niveau gegeneinander. Jochen Schümann mischte genauso mit wie zahlreiche Olympioniken und ambitionierte Nachwuchsteams. Auf den J/70 Kielbooten segelten verschiedene Generationen mit und gegeneinander.

Selten gab es solch einen verbindenden Impuls in der ansonsten eher darbenden nationalen Segelsport-Entwicklung. Es folgte ein Anmelde-Ansturm der Vereine für die neue Saison. 46 Vereinsvertreter kamen nach Düsseldorf, um über die nächsten Schritte zu beraten. Die Planung für eine zweite Liga steht. Schon wird sogar über eine mögliche dritte Liga diskutiert.

Meeting “gestürmt”

Alles gut? Von wegen. Bei der Versammlung am Sonntag im Raum 8 des Düsseldorfer Congress Centrums Süd schlugen die Wellen hoch. Nachher hieß es von Beteiligten, das Meeting sei “gesprengt”, “gestürmt” worden. Das Ziel, eine Ligavereinigung zu gründen,  wurde schließlich verfehlt. Das Verhältnis des DSV zu den Vereinen steht vor der Zerreißprobe.

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Der DSV hatte kurz zuvor in einer Schnellaktion am gleichen Tag eine Sitzung seines Seglerrates anberaumt und daraus eine Informationsveranstaltung für die Bundesligavereine gemacht. Ziel war es, eigene Überlegungen zur Bundesliga-Struktur zu präsentieren, die im Seglerrat kurz zuvor verabschiedet worden waren.

Die Botschaft: Eine Ligavereinigung e.V. Gründung liegt nicht im Sinne des Verbandes. Vielmehr wird eine Angliederung der Bundesliga an den Verband als Ausschuss angestrebt. Die Liga solle unter dem Dach des DSV ein Zuhause finden.

Emotionale Diskussion

So informiert diskutierten ab 15 Uhr die Vereinsvertreter der aktuellen und frisch gemeldeten Bundesliga Teilnehmer mit den Vertretern des DSV Präsidiums und der Konzeptwerft fast drei Stunden lang emotional über mögliche Wege. DSV-Syndikus Dietmar Reeh vertrat mit scharfen Wortbeiträgen den Standpunkt des DSV. Ein Eklat zeichnete sich ab. Der Dissenz der Parteien schien unüberbrückbar.

Besonders das Steering Committee der Vereine fühlte sich vor den Kopf gestoßen. Eckart Diesch, der Olympiasieger von 1976, und auch Philipp Kadelbach standen kurz davor, ihre Ämter niederzulegen. “Ich war schon sehr frustriert”, sagt Diesch. Die Beteiligten hatten in langen Gesprächen einen Vorschlag zur Gründung der Ligavereinigung unterbreitet. Dieser e.V. sollte dann dem DSV als außerordentliches Mitglied dem DSV angegliedert werden.

Aber das Vorhaben scheiterte. Die verunsicherten Vereinsvertreter konnten sich nicht zur Gründung des Ligavereins durchringen. Einige favorisierten die Anbindung an den DSV, andere die größere Autonomie mit der Gründung eines eigenen e.V.

Sitzung drohte zu kippen

Als die Sitzung vollends zu kippen drohte, initiierte das Steering Committee eine Abstimmung unter den Vertretern der 18 Erstligisten. Demnach favorisierten nur die DSV Präsidiumsmitglieder Torsten Haverland (Schweriner Yacht Club) und Udo Scheer (Segel-Club Hattingen) den Vorschlag des DSV. So wurde mit dem Ergebnis von 16:2 vereinbart, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um bei der ersten Bundesligaregatta Ende Mai die e.V Gründung zu vollziehen.

Ob es allerdings wirklich so weit kommt, ist längst nicht sicher. Eckart Diesch sagt: “Es herrscht eine große Konfusion. Der genaue Auftrag ist eigentlich nicht klar.” Er ist maßlos erstaunt, wie es zu der Situation kommen konnte. Auch mit Abstand betrachtet herrsche immer noch eine große Irritation über die Situation.

Dabei wird die Interessenslage nicht deutlich. Warum dieser hastige Spielzug des DSV? Oliver Schwall, der Vertreter des Vermarkters Konzeptwerft im Steering Committee, sagt: “Ich weiß nicht, wo das Problem liegt. Der DSV war und ist heute noch ein willkommener Partner der Initiative.”

200.000 Euro Investition

Aber Insider bestätigen, dass gerade gegenüber dem Vermarkter, der laut Schwall über 200.000 Euro in die erste Saison der Bundesliga investiert hat, ein großes Misstrauen besteht. Das Reizwort am Sonntag hieß “Kommerzialisierung”. Auch Andreas Lochbrunner sagt im SR-Interview (oben): “Wir wollen nur, dass es geordnet abläuft und keine Kommerzialisierung, die den Sport steuert.”

Formal gehe es darum: “Wir haben das DSV Grundgesetz. Da steht drin, wer Verordnungen erlässt. Das ist eindeutig der DSV, und dann muss er das auch tun.” Dann könne sich andererseits keine Vereinigung gründen, die Verordnungen erlässt. “Das passt nicht zusammen.”

Übergeordnet sieht der DSV aber offenbar seine generelle Position und Bedeutung gegenüber den Vereinen in Deutschland gefährdert. Es war wohl an der Zeit, einmal auf den Tisch zu hauen, und die Mitglieder wieder auf Spur zu bringen.

Spiel mit dem Feuer

Aber es ist ein Spiel mit dem Feuer. Die Bundesliga ist eine Initiative, die einem Verband schmecken sollte. Sie bringt Attraktivität für den Segelsport im Allgemeinen und bei den Vereinen im Speziellen. Wenn die Liga scheitert, sieht auch der DSV nicht gut aus. Eigentlich hätte so eine Idee aus den Reihen des Verbandes kommen müssen.

Doch der Impuls kam nun einmal von der Konzeptwerft, die wirtschaftliche Interessen vertritt. Ohne Investitionen, mit denen unter anderem die Flotte der J/70 Yachten bereitgestellt wurde, wäre die Liga auch kein Erfolg gewesen. Der DSV hat aber nun Angst vor einer vollkommenen Abspaltung und will die Vereine nicht von der Leine lassen.

Es ist nicht klar, ob die Parteien zueinander finden. Lochbrunner mahnt aber zur Besonnenheit. “Wir sind gesprächsbereit. Wir finden eine Lösung.” Man müsse eben an ein paar Ecken noch mit Sandpapier ran. Ob sich seine vermittelnde Postition aber auch bei anderen DSV-Protagonisten durchsetzen lässt, ist längst nicht klar.

Aber auch Oliver Schwall hat noch Hoffnung. “Wir sind nach wie vor davon überzeugt, eine gemeinsame und für alle Seiten tragfähige und partnerschaftliche Lösung im Sinne des Sports und der Vereine auf die Beine zu stellen.”  Allerdings dränge die Zeit. Verträge mit Sponsoren seien schon auf dem Weg und der Saisonstart ist im April geplant.

Alle wollen die Segelliga der Vereine. So war es auch in Dänemark. Aber auch dort gibt es große Probleme. Die gemeinsame Initiative droht dort bereits an der Wahl der Boote zu scheitern. Da ist man in Deutschland eigentlich schon weiter. Eigentlich.

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Carsten Kemmling

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23 Kommentare zu „Segel-Bundesliga: Turbulente Sitzung – Machtprobe mit dem DSV – Lochbrunner Interview“

  1. Wenn der DSV nicht clever genug ist, das Potential zu sehen, dann haben die Herren eben Pech gehabt. Ein Wirtschaftliches Interesse ist auch nicht unbedingt ein Nachteil.

    Leider ist es, wie so oft in Deutschland: alles was neu und anders ist, ist doof!

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    • avatar Philipp Rotermund sagt:

      Segeln funktioniert nunmal nicht ohne Geld und wenn man die Dinge sauber regelt haben am Ende des Tages alle was davon. Wichtig ist dabei, dass unser Sport weiter entwickelt wird. Das der DSV das nicht so gerne möchte ist ja nichts neues!!!

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  2. avatar Erbsenzähler sagt:

    Was soll man sagen?
    Deutscher SegelVerhinderer Verband.

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  3. avatar Segelass sagt:

    Bis letzes Jahr schaute ich neidisch auf den deutschen Fussball: Jedes Wochenende Wettkampf (toll!) , volle Stadien (toll!), gute Vermarktung (naja, irgendwer muss es ja bezahlen) aber vor allem TOLLER SPORT. Und dann entsteht über einen Winter die Segelbundesliga, nach jahrelanger Schlafwagenpolitik des DSV. Plötzlich findet sich aber mal jemand der sich traut, Geld in die Hand nimmt und Risiko eingeht für ein neues Konzept. Leider sind wir aber in Deutschland: Bei Erfolg gibts gleich neider, die zuerst vor Kommerz warnen, bevor ein Konzept ausgereift ist. Risiko und Erfolg gehört untrennbar zusammen – und das ist gut so.

    Ich jedenfalls träume schon von Segel – Champions League Mittwochabenden, mit Siegerbankett wie beim großen FC Bayern. Und von großen Finals. Gegen die Holländer. Davon sind wir, lieber DSV, nur noch einen kleinen Schritt entfernt (wenn die ISAF oder die EUROSAF die Idee nicht zerstört). Macht bitte nichts kaputt mit dem ihr nichts zu tun habt.

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  4. avatar Lakesailor sagt:

    Das wichtigste jetzt ist, daß trotz aller Widrigkeiten der Konsens gefunden wird, daß gesegelt werden kann. Im Prinzip wollen ja alle dieses und daher muß der Focus auf das Ziel “Segeln”, auch wenn der eine oder andere dadurch vielleicht etwas nachgeben muß. Wichtig ist, daß die Juristerei die Basis für Vertragsverhandlungen klärt und dann die Verträge mit der Konzeptwerft und Steering Komitte/DSV zu Stande kommen.

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  5. avatar Jan-X sagt:

    Da war doch diese Auto-Werbung vor Jahren…
    Chef zur Abteilung (Kasernenhof-Ton): “Wissen Sie, was mir an diesem Wagen nicht gefällt? (Pause, leiser) … Das er nicht von uns ist!”

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  6. avatar SR-Fan sagt:

    Schade, ich hätte dem DSV gerne zugerufen: Wer zu spät kommt …!

    Völlig unabhängig von der Segelbundesliga ist mir irgendwie nicht klar, für was dieser Verband eigentlich steht bzw. was er leistet/geleistet hat und wie das den Segelsport in Deutschland wirklich voranbringt. Nachdem er jahrzehntelang nix voranbrachte um den Nachwuchssorgen der Clubs zu begegnen, kapert er jetzt das Konzept eines Dritten um sich im Erfolg zu sonnen. Und die wirtschaftlichen Interessen, die er anderen unterstellt, hat er wahrscheinlich höchstens selber.

    VG

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    • avatar wolfgang müller sagt:

      Bravo! Auch hier spielt der DSV offensichtlich die Rolle des Verhinderers. Analoge Vorgehensweise sehe ich bei dem ” in den Markt drücken ” des Regattaportals ” manage to sail ” , welches das inzwischen bewährte ” raceoffice.org” verhindern soll. Warum ist der DSV dermaßen konservativ?

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  7. avatar Sven-Hamburg sagt:

    Was macht der DSV da? Die glauben wirklich sie sind so wichtig, dass es ohne DSV keine Segelsport auf jeden Fall keinen Regattasport geben kann. Eigentlich sollten die Vereine alle konsequent austreten.
    Nicht bremsen und kontrollieren sonden unterstützen, wäre ein gutes Motto!

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    • avatar CDR sagt:

      Genau. Würde der DSV den Nerv der Vereine treffen, wären diese nicht in Scharen auf das Projekt zugegangen. Jetzt mauert der DSV. Alleine die im “zitierte” Position, es gebe doch einen Regelungen erstellenden Verband, da brauche es doch keinen zweiten, zeigt, daß die Kollegen nur Schiß haben.

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  8. avatar Marius sagt:

    Der DSV hat uns bereits des öfteren sehr geholfen.
    Die Segelbundesliga haben wir uns als Verein intensiv betrachtet und lange über eine Teilnahme diskutiert. Wir haben uns dagegen entschieden. Eigentlich ist es nichts anderes als eine J70 Klassenregatta.

    Vielleicht gibt es ein wenig mehr Interesse wegen des Namens “Bundesliga”, aber eigentlich geht es hier nur um Worthülsen und Marketing. Seglerich halte ich diese Veranstaltung für völlig uninteressant.

    Aber das soll nicht unser Problem sein. Ich verstehe allerdings den DSV, der zurecht einen paralell-Verband befürchtet. Aber beim DFB klappt das ja auch mit einem eigenen Ligaverband.

    Dennoch viel Erfolg und viel Spass.

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    • Marius, als Veranstalter und Segler habe ich die Hilfe des DSV nur selten zu spüren bekommen. Selbstverständlich muss es Richtlinien und eine Organisation für Vorhandene Systeme geben.

      Im Gegenzug sollte aber auch neues und innovatives eine Chance haben sich durchzusetzen. Das neue nun in die vorhandenen Richtlinien einzuarbeiten ist nicht leicht. Da würde ich mir wünschen, dass man diese neue Idee einfach erstmal so belässt und versucht die Richtlinien um diese Idee zu stricken.

      Wir sind von der Idee begeistert und hätten gerne auch schon im letzten Jahr mit unserem kleinen Verein teilgenommen. Eine J-70 Regatta unterscheidet sich ja im wesentlichen darin, dass die Boote nicht gestellt sind. Außerdem sieht das System im Zweifelsfall ja auch einen Bootswechsel (wie beispielsweise beim NRV 2013) vor. Das System des Match Races auf gestellten Booten zu segeln bringt dabei wirklich den das beste Segelteam nach vorne.

      Selbstverständlich ist der Name Bundesliga eine clevere PR-Sache aber: Sind nicht die einfachsten Ideen oft die besten? Eine Parallele zum Deutschlandweit geliebtem Fussball herzustellen ist dabei aus meiner Sicht eine grandiose Idee!

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  9. avatar Andreas Ju sagt:

    Ohgoddogott: “Kommerzialisierung”. Schrecklich!

    Das ist ja, als würde die Industrie das deutsche Bildungssystem stürmen und dann auch noch die Hektographiegeräte in den Lehrerzimmern durch Farbdrucker ersetzen. Wo kommen wir denn da hin?

    Und am Ende habe ich für meinen blauen Zweireiher mit den goldenen Knöpfen und die weiße Kapitänsmütze keine Verwendung mehr weil alle Hoodies tragen!

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    • avatar x-claim sagt:

      Stimmt – Laserdrucker sollten nicht in Büros/Pausenräumen stehen, ist nicht gesund! Und ja Kommerzialisierung ist schrecklich, sie entmündigt den Segler und schadet dem Sport.

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      • Kommerzialisierung muss dem Sport nicht schaden, ich frage mich bei solchen Kommentaren immer wo den das Geld für so tolle Veranstaltungen, die es auf der Welt gibt, herkommen darf?

        Durch Sponsoren hat der Sport einen Vorteil, weil es mit Sponsoren eine gute Vermarktung geben muss. Die Vermarktung weckt das Interesse und den Wert der Veranstaltung. Damit können auch tolle Sachen für die Segler beschafft werden, die dem Segler zu gute kommen.
        Außerdem hat der ambitionierte Segel-Sportler durch die Kommerzialisierung überhaupt erst die Chance sein geliebtes Hobby auf beruflicher Basis als Profi auszuführen.

        Klar gibt es dadurch eine Schere zwischen Profis und Amateuren aber stört es den Tourensegler, dass Profis auf Regattayachten bezahlt werden? Und stört es den Teilnehmer an einer Regatta, dass die Veranstaltungen gesponsert sind?

        Wenn ich auf eine Regatta fahren will, auf der es dann abends gemütlich ohne Medienzwang mein Bier trinken kann, so gibt es ja zum Glück auch hierfür genug Möglichkeiten. Dann muss ich mir nur eine O-Jolle oder eine H-Jolle kaufen und habe keinen Trubel mit Kommerzialisierung.

        Trotzdem darf ich mich doch des Sponsorings nicht verschließen und muss es akzeptieren, dass bei Konzepten wie dem Match Race oder auch der Bundesliga ein Grundkapital vorhanden sein muss um die hohen Auslagen zu decken. Da geht es nun mal nicht ohne Firmen, die soetwas unterstützen.

        Wenn der DSV im Gegenzug sagen würde, dass er die Bundesliga zu 100 % finanziert um den Seglern was gutes zu tun, dann würde sicherlich auch keiner meckern..

        Aber wir stellen uns das wieder so leicht vor: Bitte keine Sponsoren und unsere Seele nicht verkaufen, ich will als Segler auch nichts bezahlen – wir nehmen einfach Monopolygeld und bezahlen alle Rechnungen. Tolle Idee!

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    • avatar andreas borrink sagt:

      Sind Hektographiegeräte diese Dinger mit der Kurbel dran, die immer so gut nach Alk gerochen haben?? Und was sind Hoodies? Mein Gott, bin ich achteraus!

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  10. avatar Heiko Kröger sagt:

    Sind wir Segler so unmündig, dass wir blind in die Unterjochung des Kommerzes rennen? Sind die Vereine und die Konzepterft so unmündig, eine Liga erfolgreich weiterzuführen? Wer hat’s erfunden? Nein, nicht Ricola und auch nicht die Schweizer! Und wer hat die Liga zu einem Event entwickelt, der so gut angenommen wird, dass er in vielen Ländern kopiert wird? Die Liga lebt von einer fachkundigen Leitung, von schnellen Entscheidungen und unkomplizierten Wegen. Die Einbeziehung des DSV als höchstes Organ des Segelsports ist richtig und wichtig aber den Spieß umzudrehen ist der frühe und schnelle Tod einer einzigartigen Idee.

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    • avatar Stefan sagt:

      …umkehren? Das hab ich in dem Interview doch gar nicht gehört. Es geht darum, das eine solche Veranstaltung, gerade auch wenn sie später in ein internationales Geflecht von anderen oder gemeinsamen Veranstaltungen über Ländergrenzen hinweg, eingebunden werden soll, eine allgemein rechtliche Basis braucht und das geht halt im Sport nur über die Verbände. Das solltest Du Heiko doch sehr gut wissen, denn ohne DSV gibt es für Segler keine WM- oder Olympia-Teilnahme.

      Ich höre zwischen den Zeilen heraus, das es da eine Gruppe von Menschen gibt, die eine Sache in die Welt gesetzt haben und die jetzt Angst haben, das ihnen etwas weggenommen werden soll. Das kann ich aus dem Interview aber nicht entnehmen. Es scheint lediglich darum zu gehen, der Bundesliga ein Fundament zu geben. Wer sich anschaut, wie sich andere Bundesligen in anderen Sportarten darstellen, wird schnell erkennen, das sie alle auf einen rechtlichen Gerüst der jeweiligen Sportverbände aufbauen. Wie sich dann die Liga selbst gibt und wie sie intern die Kompetenzen und das Geld verteilt, wird nicht von den Verbänden sondern von der Liga-Organisation bestimmt. Und nichts anders will doch die Segel-Bundeliga auch.

      Also wie immer: Viel Lärm um nichts!

      ….und nie vergessen, …der DSV ist immer (dann) schuld (wenn die Bahn oder Telekom nichts dafür können)!

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      • Du hast vollkommen recht, dass es ohne die Welt und Landesseglerverbände keine Meisterschaften geben würde.

        Aber: Die Bundesliga ist ja keine dieser Meisterschaften. Es ist ein eigenes Konzept. Ob der DSV da nun seinen Siegel drauf gibt oder nicht ist mir persönlich sowas von egal.
        Das Argument, dass ein nicht gemeinnütziger Verein kein Mitglied des DSV werden kann wurde ja mit der Begründung an gebracht, dass es auch keine Meisterschaftswürdigkeit für den Bereich “Bundesliga” geben kann. Aber: Who cares?

        Ich finde es bedauerlich, dass man eine tolle Idee durch unser sehr deutsches System immer kaputt machen muss.
        Des weiteren bin ich der Meinung, dass die Leute, die die Idee des Konzepts gehabt haben (in diesem Fall die Konzeptwerft) auch daran verdienen dürfen.

        Ich denke der Neid, dass jemand am Segelsport verdienen kann ist hier das größte Problem.
        Es wird aber dabei auch vergessen, dass das Risiko der Veranstaltung nicht zu unterschätzen ist.
        D.h.: Wir wollen alle kein Risiko tragen aber Gewinn beteiligt sein.
        Finde ich ne super Idee nur leider sehr Weltfremd.

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  11. avatar WB sagt:

    Man bin ich froh, das ich auf diesen Schxxx Verein der Schgeinheiligen nicht mehr angewiesen bin. Typisch das die DSV-Hörigen mal wieder den Kopf in den Sand stecken. Auf der BOOT kann man die DSV- Muppetshow dieser Scheintoten in vielfacher Form mal wieder bewundern – armes Segeldeutschland

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  12. avatar andreas borrink sagt:

    Also erstmal: Danke an Karsten für das gute Interview und den noch besseren Bericht. Da bekommt man auch als Nichtdabeigewesener einen guten Eindruck.

    Offenbar brechen (oder weichen) hier gerade jahrzehntealte Strukturen langsam auf. Sowas macht immer vielen Unannehmlichkeiten, ist aber grundsätzlich begrüssenswert. Aus der Distanz vermag ich nicht zu zu sagen, wo hier der Königsweg ist. Ganz ohne den DSV als Dachverband der Vereine wird und sollte es wohl nicht ablaufen. Wenn alle Beteiligten einen kühlen Kopf bewahren (bzw. wieder abkühlen??), sollte es eine konstruktive und für alle befriedigende Lösung geben.

    Die Bombe scheint jedenfalls gezündet und ich sehe nicht, wie man das rückgängig machen könnte (und auch nicht sollte).

    Allemal spannende Zeiten für den Segelsport!

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  13. avatar Sailer66 sagt:

    DSV – was war das noch mal – wofür wird der gebraucht???
    Die ersten Gedanken im Bezug mit DSV die mir einfallen – Kostet den Vereinen viel Geld, macht tierisch viel Bürokratie, hat viele verdiente und teure Spitzenvertreter, Landesverbände die gerne mal kurz vor der Insolvenz stehen – und, ach ja – alle paar Jahre lassen die sich was zum Thema Führerscheine einfallen – man muss ja mal was vorweisen können (es soll aber auch Länder mit weniger Führerschein aber dafür mit besseren Seglern geben – munkelt man zumindest…).
    Als einfaches Mitglied eines Segelvereines, der gerne mal ne Regatta segelt, habe ich persönlich noch nie irgend einen positiven Einfluss des DSV für mich feststellen können. OK – ist eine relativ negative Einstellung die man nicht teilen muss, die ich mir aber persönlich “gönne”… Deshalb ist der DSV für mich Lichtjahre entfernt und nichts, womit ich mich als Segler identifiziere bzw. vertreten fühle.
    Nun kommt eine Idee mit einer Segelbundesliga und schon werden die Herren im gesetzten Alter ganz fidel – man könnte als Platzhirsch sein Revier “verlieren”. Jungs, wer Jahrelang pennt und sich nur um sich selber kümmert, der darf sich nicht wundern, wenn sich die Welt mit guten und neuen Ideen weiterdreht. Was da im letzten Jahr auf die Beine gestellt wurde, vergleichbares hat der DSV in Eigenregie in den letzten Jahrzehnten nicht geschafft. Also, wer zu Spät kommt…
    Im übrigen, die Fußballbundesliga läuft verdammt gut, trotz Sponsoring!!!
    Deshalb DSV, lasst den interessierten Vereinen ihren Regattazirkus. Wenn es gut in der Zukunft klappt, haben ambitionierte Segelsportler eine schöne Spielwiese und die breite Öffentlichkeit wird auch angesprochen. Schickt euren Olympia-Nachwuchs dorthin – kann nicht schaden – vielleicht kommt dann doch die eine oder andere Medaille dabei raus. Die DSV-Olympia-Konzepte waren ja in der Vergangenheit nicht immer wirklich von Erfolg gekrönnt… Wenn die ganze Sache in ein paar Jahren doch ein Luftnummer wird, könnt ihr dann mal wieder sagen – haben wir doch schon immer gewusst!
    PS – wie wäre es, wenn die Jungs von DSV- Vorstand mit einem eigenen Boot an den Start gehen würden. Wäre schon interessant zu sehen, welche Plazierung die geballte und höchste Deutsche Segelkompetzen so raus fährt.

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  14. avatar JO sagt:

    Lieber DSV, bringt Ihr wirklich das Geld und die Man-Power zusammen?
    Nein?
    Wegtreten!

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