IC Kanus segeln ihre Weltmeisterschaft bei der Travemünder Woche

Segeln auf dem Donnerbalken

Das IC Kanu mag eines der skurrilsten Segelgefährte unter der Segelsonne sein. Aber 2011 soll es zu einer der großen Attraktionen bei der Travemünder Woche werden. 60 dieser Turngeräte werden zur Weltmeisterschaft erwartet, wenn die Kanu-Spezialisten aus den USA, Kanada und Australien eintreffen.

IC Kanu beim Zieldurchgang. Der Körper wird auf einem Rollbrett nach Luv gebracht. © IC KV

Dabei dürfte es einige Überschläge zu bestaunen geben. Denn die Piloten der ein Meter schmalen Sportgeräte sind wahre Balance-Künstler. Sie haben das Hebelgesetz konsequent zu Ende gedacht und bewegen sich auf einem Rollbrett quer zur Mittschiffsrichtung weit nach Luv.

Das Problem: Der Donnerbalken muss bei jeder Wende auf die neue Luvseite geschoben werden. Dazu wird eine Fock bedient und als wenn das nicht genug wäre, setzen die Cracks der Klasse auch noch einen Gennaker am Bugspriet.

Mit dem Gennaker wächst die Segelfläche auf 24 Quadratmeter. Das IC Kanu erreicht maximale Beschleuingungswerte. © IC KV

In der Pressemitteilung der Travemünder Woche heißt es: Obwohl die schmalen Jollen auf den Segelkursen noch immer etwas exotisch anmuten, international zudem im Kanuverband organisiert sind, und auch national dem DKV angehören (seit 1974 aber auch dem DSV), können sie doch auf eine rund 150-jährige Tradition zurückblicken. Bereits 1882 wurden in England erste Regatten auf den mit Segel ausgestatteten, ehemaligen Paddelbooten ausgetragen.

Heute unterteilen sich die 5,20 Meter langen und mit Ausreitbrett ausgestatteten Segelkanus in verschiedene Disziplinen. Die jeweils mit Groß und Fock (Gesamtsegelfläche: 10 qm) ausgestatteten Taifun und International Canoes (IC) unterscheiden sich in ihrer Segelform. Denn die IC fahren Lattensegel.

Auslaufen in Travemünde. Das Rollbrett ist effektiver als ein Trapez. © IC KV

Die AC-Klasse kann die Segelfläche dazu noch per Gennaker um 24 qm erhöhen. Derlei betucht lassen sich die 1,30 Meter breiten Gefährten nur durch das spezielle Ausreitsystem in der aufrechten Lage halten. Denn der Ausreitsitz, der bei jeder Wende mit einem Handgriff auf die Luvseite befördert wird, lässt den Athleten rund zwei Meter außerhalb der Bootsmitte der Segelkraft entgegenwirken.

Das übertrifft die Effizienz eines Trapezes deutlich und bringt die kleinen Jollen bei entsprechenden Windbedingungen auf Geschwindigkeiten von bis zu 26 Knoten (fast 50 km/h).

Obwohl die Kanus eine Konstruktionsklasse sind, sind die Ausmaße des Rumpfes bis 2009 eng limitiert gewesen. Seitdem haben die Tüftler aber die Möglichkeit, zwischen einer Breite von 0,74 Meter bis 1,01 Meter zu variieren. Viel Spiel gibt es zudem beim Segeldesign. Inzwischen hat sich aber auch eine Einheitsklasse etabliert, die den direkten und einheitlichen Vergleich der seglerischen Leistung ermöglicht.

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Travemünder Woche

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Carsten Kemmling

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