Segeln auf Foils: Die GC32-Katamarane sollen ab 2014 „fliegen“

Upgrade zum Abheben

Nach der ersten Saison im normal-Raser-Modus werden die 12m-GC32-Katamarane in diesem Winter auf L-Foils umgerüstet, mit denen sie “fliegen” können.

„Unser Fokus lag immer darauf, den GC32-Eignern ein optimal schnelles Boot zu liefern,“ erklärt der Schweizer Laurent Lenne, Gründer der Great-Cup-Serie und Skipper des GC32 „Spax“. Nach den immensen Erfolgen, die von den America’s-Cup-Teams im letzten Sommer gefeiert wurden, sei es da nur konsequent, dass man nun auch den GC 32 „Flügel verleihe“!

Während der „Great-Cup-Serie“ (die Boote nahmen u.a. an der Traunsee-Woche, Geneve-Rolle, Bol d’Or Mirabaud, Cowes-Week, Lugano, Centimoglia de Garda und bei den Extreme-Sailing-Series in Nizza teil) konnten die Skipper, Crews und Techniker reichlich Erfahrungen im Normal-Raser-Modus sammeln.

Katamaran, Foil

Auch im Normal-Raser-Modus sind die GC32 schon flott unterwegs. © Launay

SegelReporter Carsten Kemmling segelte während der “Rund-um-Bodensee” auf dem GC32- Boliden von Flavio Marazzi mit und war vor allem von den hohen Geschwindigkeiten bei gleichzeitig sehr sicherem Handling während des böigen Nachtkurses begeistert. Doch Kemmling prophezeite schon damals: „Im Prinzip ist da noch viel mehr drin!“

Und genau dieses „mehr“ wollen die GC32-Macher um Lenne jetzt mit L-Foils aus den Booten heraus kitzeln. Ab 8 Knoten Geschwindigkeit sollen sich die GC32 in Zukunft von der Wasseroberfläche abheben, um mit deutlich mehr Bootsspeed über die Wasser zu „fliegen“.

Dafür brach man übrigens nichts „übers Knie“. GC32-Designer Martin Fischer verbrachte einige Wochen im Technik-Team von Franck Cammas, um einen neuen 18-Fuß-Phantom-Kat auf Foils zu heben. Die Erfahrungen aus diesem Projekt flossen wiederum in Cammas C-Class Projekt, mitdem der Franzose erstmals auf Foils den so genannten Little America’s Cup vor Falmouth überragend gewann.

Katamaran, Foil, fliegen

Animiert sieht’s ja schon klasse aus! Mal sehen, wie sich die GC32 praktisch “fliegen” lassen © GC32

„Mit den Erfahrungen aus diesen Projekten werden wir nun den GC32 die richtigen Foils verpassen,“ berichtet Fischer weiter. Denn natürlich könne man nicht einfach so die „Flugschwerter“ der erfolgreichen AC72-Katamarane auf die Länge der GC32 hinunterrechnen. Zu viele Faktoren der beiden Klassen seien eben untereinander nicht vergleichbar.

So sollen die GC32 keineswegs von Profi-Crews, sondern von engagierten Regattaseglern mehr oder weniger im Freizeitmodus gesegelt werden. Was wiederum ein zwingend sicheres Handling der Boote erfordert. Außerdem starten die GC32 durchaus in großen Regattafeldern, wo es „enge Situationen“ zuhauf gibt – da muss das foilende Boot in jeder Situation beherrschbar bleiben.

Foilende GC32 sollten in der Flugphase so stabil wie möglich unterwegs sein, um bremsende und gefährliche Situationen beim „Wassern“ des Rumpfes zu vermeiden. „Diese Stabilität erreicht man derzeit mit zwei gängigen Systemen,“ erklärt Fischer. „Eine aktive Kontrolle, wie etwa bei den Moth, oder ein formstabiles Foil-Design. Wir haben uns für die zweite Option entschieden.“

Foil, Katamaran

Schon mit den S-Foils konnte Auf- und Abtrieb erzeugt werden. © Launay

Die bisherigen S-Foils erzeugten Auf- und Abtrieb. Das Luvschwert wurde im Wasser mit einer Leinen-Verstellung so angestellt, dass es bei bestimmten Windbedingungen den Rumpf nach unten zieht und das aufrichtigende Moment erhöht.

Das obige, animierte Video zeigt, dass bei den neuen Konfiguration aber das Luvschwert wie bei den America’s Cupper aus dem Wasser gezogen wird und nur der Anstellwinkel des Leeschwertes einer Kontrolle bedarf.

Wie das praktisch klappen wird, sollen erste Testfahrten im Januar zeigen. Wir halten euch „auf dem Fliegenden“.

Website „The Great Cup“

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Michael Kunst

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