Solitaire du Figaro: Yann Eliès gewinnt zum dritten Mal – Entscheidung am grünen Tisch

Verbotene Zone

Solitaire du Figaro, Yann Elies

Siegt zum dritten Mal und ist jetzt einer der ganz Großen im französischen Hochseezirkus: Yann Eliès © courcoux

Eine kapriziöse, meist schwachwindige Wetterlage bestimmte die 46. Ausgabe der prestigeträchtigen Einhand-Regatta. Die besten Bilder aus vier Etappen.

„Eh bien, ich habe die „Solitaire“ zum dritten Mal gewonnen. Schließlich war nicht ich es, der einen Fehler gemacht hat!“ Mit diesen Worten kommentierte Sieger Yann Eliès auf seine typisch trockene Art die Entscheidung des Schiedsgerichtes, dem zuletzt führenden Xavier Macaire eine Zeitstrafe von 60 Minuten aufzubrummen, nachdem er in der vierten Etappe in eine verbotene Zone unter Land segelte.

Dieser verbotene Bereich sei nicht explizit auf den Routenbeschreibungen der Regatta ausgewiesen gewesen, argumentierte Macaire, wohingegen die Wettfahrtleitung klar stellte, dass man sich nach den offiziellen nautischen Karten zu richten habe und die dort ausgewiesenen Tabuzonen einzuhalten seien.

Macaire wurde übrigens kurz nach Eintritt in diese Zone über Funk von einem Konkurrenten auf seinen Faux-Pas aufmerksam gemacht, segelte jedoch weiter. Der Protest gegen ihn wurde von mehreren anderen Seglern eingereicht.

Im Club der Dreifach-Sieger

Somit gewann Yann Eliès, nach 2012 und 2013, zum dritten Mal die prestigeträchtige Einhand-Hochseeregatta und wird in den illustren Club der „Dreifachen“ aufgenommen. In dem wiederum nur Namen aufgelistet sind, die später einzigartige Karrieren im Hochseeregattasport gemacht haben: Jérémie Beyou, Jean Le Cam, Michel Desjoyeaux und Philippe Poupon.

Durch einen Sieg in der dritten Etappe (nach Rang 2 und 3 zuvor) zeigte er sich immer auf der Höhe mit seinen stärksten Konkurrenten, visierte konsequent das Podium an. Nur in der vierten, alles entscheidenden Etappe, kam er als 17. ins Ziel. Nach der Jury-Entscheidung war in der Gesamtwertung genau dasselbe Podium wieder hergestellt worden, wie nach Etappe Drei.

Sechzehn Mal war der „Figarist“ Eliès bereits dabei, zuerst im zarten Alter von 23 Jahren. Neun Etappen konnte er in der kurzen Zeit gewinnen: „Ich bin von der Solitaire besessen. Manchmal denke ich mir, dass sie wie eine Droge auf mich wirkt,“ sagte er einmal vor Jahren in einem Interview mit der französischen Sportzeitung „Equipe“.

solitaire du figaro

Raum, pardon: de l’eau! © courcoux

Beständigkeit siegt auch hier

Dass er letztes Wochenende, nach 11:21:17 Tagen wieder als Sieger gefeiert werden konnte, verdankt er – neben dem Schiedsspruch – vor allem einer ausdauernden Beständigkeit. Eliès ist keiner, der gewagte Schläge macht, keiner, der vor Duellen mit seinen direkten Gegnern flüchtet. Dieses Jahr setzte er vor allem bei leichten bis moderaten Winden Akzente und bestach durch Bootsspeed unter widrigsten Umständen.

Die Solitaire du Figaro wurde in diesem Jahr in vier Etappen ausgesegelt: von Bordeaux nach Sanxenxo (Spanien), von dort quer durch die Biskaya nach „La Cournaille (Bretagne), um den Fastnet-Rock vor Irland zur englischen Südwestküste nach Torbay, von wo aus schließlich nochmals an Wolf Rock vorbei in die Irische See gesegelt wurde, bis zum Abschluss erneutdie Durchquerung des Ärmelkanals vor der Ankunft in Dieppe/Frankreich auf dem Programm stand.

Die Deutsch-Französin Isabelle Joschke schlug sich übrigens erneut hervorragend im Mittelfeld (Gesamtrang 18) der 39 gestarteten Boote, blieb aber deutlich vom angepeilten Top Ten-Rang entfernt.

Event-Website mit Ergebnissen

solitaire du figaro

Manchmal wurde es richtig eng © courcoux

Spenden

Ein Kommentar „Solitaire du Figaro: Yann Eliès gewinnt zum dritten Mal – Entscheidung am grünen Tisch“

  1. avatar Leser sagt:

    Ihr löscht allen Ernstes Kommentare die sich kritisch zur Aktualität eines Artikels äußern, der eine Woche nach dem darin behandelten Ereignis geschrieben wurde? Und dafür verlangt ihr auch noch Geld?

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 12 Daumen runter 5

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *