Star City Grand Slam: Norweger dominiert auf der Alster – spektakulärer Auftakt in Hamburg

Das Spektakel hat begonnen

Mit neun Wettfahrten in drei Gruppen und insgesamt 86 Starboot-Teams hat der erste SSL City Grand Slam auf der Außenalster in Hamburg begonnen. Dabei lieferte das norwegisch-amerikanische Team Eivind Melleby und Josh Revkin eine herausragende Leistung ab. Es siegte in allen drei Rennen.

Das ist auf dem Papier wenig überraschend, da Mellebys Kenntnisse in der ehemaligen Olympia-Klasse noch sehr aktuell sind. Als Vierter verpasste er in Weymouth die Medaille nur knapp. Aber nun saß er seit 2014 nicht mehr im Starboot und ließ sich von den Organisatoren den jungen US-Vorschoter Joshua Revkin ins Boot setzen, der bei der Starboot-Weltmeisterschaft im vergangenen Monat zusammen mit dem Amerikaner Brian Ledbetter die Bronzemedaille gewann.

SSL City Grand Slam 2016 - Day 1

Start der Gruppe 1 auf der Alster. © SSL/Marc Rouiller

Deshalb sagt Melleby: “Um ehrlich zu sein, bin ich etwas überrascht, dass wir so schnell waren. Das letzte Mal, dass ich eine Starbootregatta gesegelt bin, ist über ein Jahr her, aber heute waren wir wirklich schnell und sind super gestartet.”

Mit Mateusz Kuznierewicz und Dominik Zycki aus Polen liegt ein Team gleichauf, das ebenfalls in London segelte (8.) und schon einen goldenen Weltmeister-Stern im Segel führt. Mit einem spektakulären Steuerbord-Start vor dem Feld machte der Finn-Dinghy-Olympiasieger von 1996 und ISAF World Sailor of the year seine Ansprüche auf den Gesamtsieg deutlich. Im dritten Rennen musste er sich den Sieg mit den Italienern  Negri/Lambertenghi teilen. Wettfahrtleiter Klaus Lahme sah beide Boote gleichzeitig über die Ziellinie gehen.

SSL City Grand Slam 2016 - Day 1

Der Olympia-Vierte Eivind Melleby aus Norwegen führt überlegen. © SSL/Marc RouillerCrew: Joshua REVKIN

Kuznierewicz hatte sichtbar wenig Probleme mit dem drehenden Wind. „Ich habe das Segeln auf verschiedenen Seen gelernt und bin damit aufgewachsen. Insofern ist das hier nichts Ungewöhnliches für mich. Dominik und ich sind allerdings nicht so häufig zusammen unterwegs, wie einige der anderen Teams. Wir kennen uns aber von früher und verstehen uns so gut, dass es ein bisschen so intuitiv wie Fahrradfahren ist. Unser Ergebnis heute ist unseren guten Starts und der guten Bootsgeschwindigkeit geschuldet.“

Platz drei der jungen US-Amerikaner Luke Lawrence und Ian Coleman ist dagegen eine Überraschung. Sie sind eines der jüngsten Teams im Wettbewerb um den SSL City Grand Slam. Bei der Weltmeisterschaft im April aber wurden sie Fünfte. „Wir sind gut von der Startlinie weggekommen und haben versucht, das Ganze möglichst einfach zu halten“, sagte Luke Lawrence. „Auf der kurzen Kreuz haben wir uns für die rechte Seite der Bahn entschieden, weil es sich fast immer auszahlt, auf Backbordbug anzukommen. Selbst wenn die linke Seite noch eine Brise abbekommt, ist es immer besser mit Wegerecht an die erste Bahnmarke zu kommen.“

Weitere gute Ergebnisse lieferten Johannes Polgar und Markus Koy ab, die den Tag auf dem vierten Platz beendeten. Auf Platz fünf folgen mit Michael Koch und Carsten Witt echte Lokal-Matadoren. Koch segelt viel im Drachen auf der Alster. Für 2004 absolvierte er eine Olympia-Kampagne Markus Koy an der Vorschot, verlor die Qualifikation aber gegen Altmeister Alexander Hagen.

SSL City Grand Slam 2016 - Day 1

Johannes Polgar und Markus Koy liegen auf Rang vier. © SSL/Marc Rouiller

Die Ergebnisse an den ersten Tagen des City-Grand-Slams haben eigentlich noch kaum Relevanz im Hinblick auf den späteren Gesamtsieg. Bis einschließlich Donnerstag wird die Qualifikation ausgesegelt, für die es allerdings eine eigene Regatta-Wertung gibt, die “Heinz Nixdorf Trophy”.

Es ist nur wichtig, sich unter den Top 30 Booten zu plazieren, um die nächste Runde zu erreichen. In dieser Flotte wird das Feld nach fünf Rennen auf zehn Crews dezimiert, die KO-Rennen absolvieren, bis schließlich am Sonntag vier Teams den Sieger in einem Rennen ermitteln.

So gibt es jetzt noch keine größeren Ausfälle unter den prominenten Seglern aus Übersee. Die brasilianische Olympia-Legende Torben Grael hat sich zum Beispiel mit drei vierten Plätzen weit nach vorne geschoben.

Mastbruch starboot

Der Mast knickt fast ab, als die Saling bricht bei Griese/Marcour.

Sehr schwierig wird es allerdings für die deutschen Olympia-Silber-Gewinner von 1984 Achim Griese (63) und Michael Marcour (57), die sich seit langer Zeit für diese legendäre Regatta auf der Alster noch einmal zusammen auf ein Starboot gesetzt haben. Im zweiten Rennen brach ihnen vor laufender Kamera im zweiten Start die Saling, und sie konnten auch zu dritten Lauf nicht mehr antreten.

Ergebnisse City Grand Slam

Replay Tag 1 (Saling-Bruch von Griese/Marcour bei 5:52:40)

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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