Starboot: Die Deutschen Hubert Merkelbach und Markus Koy sind Europameister

Nerven behalten im Leichtwindpoker

Hubert Merkelbach und Markus Koy sind Europameister © Gabor

Hubert Merkelbach und Markus Koy sind Europameister © Gabor

Die Europameisterschaft 2014 der Starboote  wurde in Balathonföldvar am Plattensee/Ungarn ausgetragen. 31 Boote aus 12 Nationen waren am Start.

Viele hatten es sich schlimmer vorgestellt: Nach dem definitiven olympischen „Aus“ für die Klasse prognostizierte man den Starboot-Seglern eine eher düstere Zukunft: Weniger bis gar keine Profis mehr bei internationalen Regatten,  deutlich reduzierte bzw. rasant schwindende Anzahl Teilnehmer, auch bei Meisterschaften.

Laue Lüftchen zerrten an den Nerven © Gabor

Laue Lüftchen zerrten an den Nerven © Gabor

Doch ganz so dramatisch wurde es bislang noch nicht; offenbar kann auch die Starbootklasse auf ein derzeit häufig zu beobachtendes Phänomen, dem „Revival“ alter Olympia-Klassen (wie etwa Finn, Drachen) hoffen.

Zwar sind 31 Boote am Start einer Europameisterschaft mit Sicherheit keine Erfolgsmeldung, es war jedoch deutlich zu erkennen, dass die „alten“ Enthusiasten „ihrem“ Traumboot nicht den Rücken zukehren.

Wegen eines zentralen Hochdruckgebietes über Europa konnten die vier Wettfahrten nur bei Leichtwindbedingungen gesegelt werden. Mit teils aufreibenden Wartephasen (an zwei von vier Tagen wurde mangels Wind überhaupt nicht gesegelt) und einem wahren vier-Stunden-Marathon gleich am ersten Tag, war diese Europameisterschaft ein buchstäblicher Nervenkitzel.

Was nicht heißen soll, dass nicht auch hart gearbeitet wurde © Gabor

Was nicht heißen soll, dass nicht auch hart gearbeitet wurde © Gabor

Souveräner Sieg

Hubert Merkelbach ( Überlingen ) und Vorschoter Markus Koy (Hamburg)   gewannen  mit den konstanten Platzierungen  2-2-4-3  überlegen den Europameistertitel.

Die Verfolgerteams hatten mindestens eine oder zwei Platzierungen  außerhalb der Top 10. Die Silbermedaille ging an das schwedische Team Tom Löfsted/Jasper Sundman  ( 28 Punkte) , Bronze gewannen Marton und Peter Gereben aus Ungarn mit 31 Punkten.

Dabei segelte Hubert Merkelbach zum ersten Mal mit Vorschoter Markus Koy zusammen, der an der Vorschot von Johannes Polgar 2010 Star Europameister geworden war und eine knallharte Olympiakampagne durchgezogen hatte. Mit einem 3. Platz bei den europäischen und einem 2. Platz bei den Nordamerikanischen Kontinentalmeisterschaften im letzten Jahr zählte Merkelbach zum engeren Favoritenkreis.

… manchmal, zumindest © Gabor

… manchmal, zumindest © Gabor

„Obwohl es unsere erste gemeinsame Regatta war, hatten wir uns schnell aufeinander eingestellt, da gab es keine Probleme“ sagte Merkelbach „unsere Stärke war, dass wir  trotz der leichten und schwierigen Windbedingungen taktisch eher konservativ gesegelt sind und eine super konstante Serie hingelegt haben. Von  Vorteil war sicher auch, dass ich hier bereits schon 5 Meisterschaften gesegelt hatte, so dass ich die Besonderheiten des Reviers bereits kannte.“

„Keule“ Koy war sichere Bank an der Vorschot

„Wir waren auf allen Kursen sehr schnell und konnten immer  maximalen Speed  aus dem Boot und den Segeln trotz des leichten Windes holen, dadurch mussten wir taktisch nicht so viel riskieren,“ ergänzte Markus Koy. Für den Erfolgssegler war es bereits der vierte Gewinn einer Europameisterschaft.

Den Starboot Teams bleibt nur eine kurze Erholungspause, da bereits in der ersten Juliwoche die Weltmeisterschaft der Starbootklasse in Malcesine am Gardasee stattfindet.

Hier wird ein Rekordfeld mit fast 100 Booten am Start erwartet – der Klassenerhalt scheint im wahrsten Sinne des Wortes noch zu funktionieren!

Ergebnisse Starboot EM

Impressionen vom spiegelglatten Plattensee © Gabor

Impressionen vom spiegelglatten Plattensee © Gabor

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