STG-Sichtungstreffen: Kite- versus Windsurfen – erste Annäherungsversuche

Bretter, die die Welt bedeuten

Heute beginnt im irischen Dun Laoghaire die Jahressitzung des Weltseglerverbandes ISAF, bei der besonders die Surfer hoffen, dass die Entscheidung zu ihrem überraschenden Olympia-Aus rückgängig gemacht wird. Dafür wird allerdings eine zwei Drittel Mehrheit benötigt, an die nicht viele glauben wollen.

So sind die Kitesurfer sehr aktiv, um ihren Sport entsprechend zu promoten. Das Video oben ist ein Versuch, unter anderem Seglern verständlich zu machen, wie man mit Kiteboards Regatten segelt und warum diese Bretter die Welt bedeuten.

Beim Sailing Team Germany hat man sich auch schon auf die Zeit ohne Olympiasurfer eingestellt. So fand das erste Sichtungstraining potenzieller Olympia-Kiter Mitte Oktober in Surendorf statt. SAT1 berichtete darüber. Mit dabei waren neben den Top Kitern Florian Gruber, Christine Bönniger, Jannis Maus und der fünffachen Weltmeisterin Kristin Böse auch die deutschen Surfer Moana Delle und Toni Wilhelm.

Gruppenbild mit Surfern – Kite und Windsurfer! © STG

Gruppenbild mit Surfern – Kite und Windsurfer! © STG

Ein wenig traurig muss es für sie schon gewesen sein. Eben noch waren sie in ihrer Sportart dem Olymp sehr nahe und verpassten in Weymouth nur knapp die Medaillen, und nun testeten sie die neue Sportart als Anfänger.

Offiziell, um ihre Erfahrungen auf dem Weg zu den Spielen auszubreiten und den Kitern funktionierende Möglichkeiten zur Professionalisierung zu zeigen – inoffiziell, um von den Könnern der Szene in einen Sport eingeweiht zu werden, der sie vielleicht nochmals in den Olympischen Zirkus bringen wird.

Doch wie der kleine Filmbericht von Sat1 zeigt, hängen beide noch ziemlich wackelig „in den Seilen“. Kristin Böse relativiert jedoch: „Das mit der Technik haben die schnell raus – dafür sind sie taktisch versierter!  Und genau das fehlt uns Kitern…!“

Ob die Kitsurfer wirklich in die Segler-Familie aufgenommen werden, muss sich noch zeigen. Das Drachensegeln ist sogar noch weiter von der üblichen Segelei entfernt als das RSX Surfen. Und vor den Drachen-Spezialisten liegt noch viel Überzeugungsarbeit, um deutlich zu machen, dass es nicht nur um eine reine Speed-Disziplin handelt, die eigentlich im Sprung und Trick-Bereich bleiben sollte.

Die Geschwister Heineken – amtierende Kite-Weltmeister © heineken

Die Geschwister Heineken – amtierende Kite-Weltmeister © heineken

Aber von dem zusätzlichen Coolness-Faktor könnte auch der gesamte Segelsport profitieren. Immerhin scheinen sich die Kiter selbst anders als zuvor, auch mit der neuen Kite-Kursrenn-Disziplin anfreunden zu können. Die erste Weltmeisterschaft nach der Olympia-Entscheidung im Mai brachte 153 Männer und 42 Frauen an die Startlinie. Es siegten die Geschwister Erica (26) und John Heineken (24). Christine Bönniger belegte als beste Deutsche Rang fünf und Florian Gruber bei den Männern Platz sieben.

Und man lese und wundere sich: Windsurf-Legende Robby Naish, der auch maßgeblich für den Kite-Boom verantwortlich ist. hat ebenfalls angekündigt, sich für Olympia in Rio 2016 qualifizieren zu wollen.

Internationale Kiteboard Association

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