Super 12 Cup: Retro Regatta im Zwölfer Stil – Segeln für die alten Helden

"Wimbledon des Segelns"

Tom Ehman, langjähriger Repräsentant des Oracle Team USA, bastelt weiterhin an seinem Ersatz AC, der keiner sein soll. So sehen die neuen alten Yachten aus, mit denen die Zeit zurückgedreht werden soll.

Super 12

Großes Cockpit für die zwölfköpfige Crew. © Farr Design

Erst schien es nur der Witz eines geschassten ewig Gestrigen zu sein. Als Tom Ehman nicht mehr die Rolle einer Art von Außenminister bei Oracle spielen durfte, weil der moderne Foiler-Cup jünger sein sollte, kreierte er die Idee vom Revival.

Aber die vermeintliche Schapsidee wird immer realer. 2017, wenn auch der echte America’s Cup auf Bermuda stattfindet, soll nahezu parallel im windigen San Francisco mit alt aussehenden neuen Yachten eine hochklassige Rennserie gesegelt werden.

Super 12

Idealvorstellung als Vorbild. 12er Flotte in Fremantle vor dem America’s Cup 1986/87. © Gilles Martin Raget

Ehman sagt: “Jeder wartet, was 2017 passiert. Es wird einige Jahre dauern, bis die Leute realisieren, wie gut die Serie für den Sport ist. Es wird das Wimbledon des Segelns werden, und das wird schmerzlich gebraucht.  Die Leute vermissen das Match Race, die symmetrischen Spinnaker und die Nationalitäten-Regel. Wir werden das Beste des Sports nehmen, mit dem wir aufgewachsen sind”.

Klassisch und modern

Die Yachten sollen entsprechend dem jüngsten Rendering von Farr Design über Wasser wie die letzte Generaration der klassischen Zwölfer aussehen. Unter Wasser folgen sie eher den Erkenntnissen, die zuletzt 2007 in die schnellsten IACC Yachten eingeflossen sind.

Super 12

Segelplan. Hohes, schlankes Rigg, überlappende Genua. © Farr Design

Für die Konstruktion der Linien ist Designer Bruce Farr höchst persönlich aus dem Ruhestand zurückgekehrt. Es sollen bei Westerly Marine identische Zwölfer entstehen, die wenigstens 15 Jahre halten. Ein Boot kosten etwa 1,9 Millionen Dollar, die Betriebskosten für ein Team werden auf unter eine Millionen Dollar geschätzt, sollen aber durch Sponsoren verlässlich refinanziert werden.

Für 2017 sollen sicher fünf Yachten entstehen, möglicherweise auch sechs. Laut Ehman sind Teams aus Australien, Kanada, Neuseeland, Niederlande, Thailand und Spanien sehr interessiert. Drei Interessenten kommen aus den USA. Das ursprüngliche Interesse aus Deutschland scheint sich nicht vertieft zu haben.

Super 12

Hauptsache Wind. Der Zwölfer Kookaburra vor der australischen Küste. © Gilles Martin Raget

Dabei ist besonders wichtig, dass die strikte Nationalitäten-Regel eingehalten wird. Die Crew muss aus dem Land des teilnehmenden Vereins stammen. Mindestens zwei U22,  zwei Frauen und ein Ü62 Segler müssen an Bord sein. Es geht um Back to-the-Root-Segeln. Computer und Speed-Messer sind nicht erlaubt.

Ob sich ein solches Format wirklich realisieren lässt, muss sich noch zeigen. Es wird davon abhängen, wie groß die Qualität der teilnehmenden Teams schließlich sein wird. Aber das Format mit Fleet und Match Race könnte sehr attraktiv sein, um die Stars zurückzuholen, die vor acht Jahren in Valencia auf dem Höhepunkt ihres Schaffens waren.

Sicher ist, dass bei Starkwind in San Francisco jedes Segelschiff spektakulär aussieht. Das Revier alleine sorgt schon für beste Optik und Dramatik pur.

Super 12

Oben klassisch, unten moderner Flügelkiel. © Farr Design

Die Eckdaten der Super 12

– Preisgeld: 500.000 Dollar. 1. Platz erhält 300.000 Dollar, 2. 150.000 Dollar, 3. 50.000 Dollar
– Klasse: “Super 12″. Ein neues Design, das den Zwölfern nachempfunden ist mit der klassischen Rigg-Silhouette.  Aber es weist Karbon-Masten und mit ein modernes Unterwasserschiff auf.- Einheitsklasse: Folgend dem Laser-Prinzip. Auch die Segel sind gleich.
– Kosten: Ein Schiff zwischen zwei und drei Millionen Dollar kosten, die Kampagne 500.000 bis eine Million pro Jahr.
– Revier: San Francisco
– Bedingungen: Starkwind. Zum Zeitpunkt der Regatta im Juli werden 13-30 Knoten erwartet
– Zeitpunkt: Einmal im Jahr. Premiere: 2017
– Format: Fleetrace/Match Race. Die besten vier Fleetracer duellieren sich im Match Race um den Titel.
– Kurs: Wie beim aktuellen Cup ist ein kurzer Raumschots-Start vorgesehen gefolgt von einem langen Vorwind, Upwind, Vorwind, Ziel.
– Crew: 12 Segler aus einem Land. Mindestens zwei U22,  zwei Frauen, ein Ü62
– Profiregel: Es gibt keine Restriktionen

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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3 Kommentare zu „Super 12 Cup: Retro Regatta im Zwölfer Stil – Segeln für die alten Helden“

  1. avatar Fastnetwinner sagt:

    Tom ist visionär, hat sehr gute Kontakte und weiß traditionell wovon er redet. Es gibt nicht so viele Leute, die so etwas hinbekommen könnte. Tom gehört dazu. Sehr spannend!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

  2. Jo, Tom wird das schon machen!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

  3. avatar AC 90 sagt:

    Hoffentlich wird für dieses Event genauso ein Livestream instaliert wie für den AC.

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