Sydney Hobart: “Haspa Hamburg” gegen “Wild Oats XI” – Deutsche Youngster Downunder

Großes Abenteuer

Schon mal mit “Wild Oats XI” angepasst:

Die junge Crew der “Haspa Hamburg” bereitet sich in Sydney mit der einzigen deutschen Yacht auf das Sydney Hobart Race vor. Vor dem Opernhaus haben sie schon ein wenig mit “Wild Oats XI” angepasst.

csm_SAM_1783_1_6725dbed7cEs ist ein spannendes Projekt, das sich der Hamburgische Verein Seefahrt (HVS) da ausgedacht hat. Das Flaggschiff “Haspa Hamburg” ist per Frachter nach Sydney verschifft worden, um dort an der legendären Langstreckenregatta teilzunehmen.

Danach geht es auf eigenem Kiel  über Neuseeland um das Kap Hoorn nach Ushuaia, weiter nach Buenos Aires, und schließlich zu den Olympischen Sommerspielen nach Rio, wo das Schiff der Segel-Nationalmannschaft als eine Art Mutterschiff dienen soll.

"HASPA Hamburg" mit zerrissenem Großsegel

“Haspa Hamburg” in Aktion. © RORC/Tim Wright/Photoaction.com

Nach dem Abschluss der Spiele soll das Schiff von Rio mit einem Zwischenstopp auf den Azoren nach Hamburg segeln. Zu diesem Zweck wird das internationale Rennen “Hamburg-Süd Southern Ocean Challenge” kreiert, das unter der Schirmherrschaft von Hamburgs Senator Frank Horch steht.

Olympische Fackel transportieren

Als Clou der Reise sollte eigentlich für die Hamburger Olympiabewerbung eine Originalfackel der Olympischen Sommerspiele in München 1972 von Sydney über Neuseeland, durch den Südpazifik, rund Kap Hoorn nach Rio gebracht werden. Die Crew wollte sie dort am olympischen Feuer entzünden (“irgendwie bekommen wir das schon hin”) und im Rahmen der Regatta bis nach Hamburg segeln. Aber diese Aktion hat jetzt ihren Sinn verloren.

Die "Haspa Hamburg" will rund Kap Hoorn.

Die “Haspa Hamburg” will rund Kap Hoorn.

Für die “Haspa Hamburg” Crew trübt das den Spaß allerdings nicht. Seit Monaten hat sie sich auf den Höhepunkt ihres bisherigen Seglerlebens vorbereitet. Aber es gibt noch einige Baustellen, bevor die Freigabe für den Start beim Sydney Hobart Race erteilt wird.

Im jüngsten Blog-Eintrag heißt es: “Die aktuell wichtigsten Themen sind für uns die Gasversorgung, Elektrik und Funk. Während in Deutschland und Frankreich Butangas verwendet wird, setzt der Rest der Welt auf Propan. Noch dazu ist die Platine für das Magnet-Sicherheitsventil der Gasanlage auf der Reise korrodiert und muss ausgetauscht werden, ein Lötversuch scheiterte schon.”

Aber die Crew ist zuversichtlich: “Entsprechend aufwändig ist also die Vorbereitungsphase, die Mühen werden aber immer wieder durch einen Segelschlag vor der traumhaften Kulisse Sydneys bei fantastischen Wind- und Wetterbedingungen belohnt. Wir stehen morgens um halb sechs auf und sind abends nicht vor zehn im Bett, dennoch kommt der tägliche Sport bei den meisten Crewmitgliedern nicht zu kurz.”

HVS Blog der Haspa Hamburg Crew

Das Schiff

Die „HASPA HAMBURG“ ist das Flaggschiff des Hamburgischen Vereins Seefahrt und die 14. Yacht, die den Namen „Hamburg“ trägt. Sie wurde von dem renommierten Designbüro Judel/Vrolijk 2009 nach Vorgaben des Vereins gezeichnet, bei der Hakes Marine in Neuseeland gebaut und 2010 in Hamburg in Dienst gestellt.  Dem Trend folgend, ist di Yacht als schneller „Long Distance Cruiser-Racer“ konzipiert. Die Crew von zehn bis zwölf Personen kann auch im Hafen vollständig an Bord schlafen. Das Schiff ist sportlich, ohne jeglichen Luxus eingerichtet. Modernste technische Erkenntnisse sind sowohl im Linienriss als auch im Rigg, der Elektronik und der Navigation eingeflossen, ohne dabei unser oberstes Gebot, die Sicherheit, zu vernachlässigen.
Länge inkl. Bugspriet: 17,20 m, LÜA:15,95 m, Breite:4,80 m

Kurzprofil Hamburgischer Verein Seefahrt

Ein Verein, der 1903 gegründet wurde, ist stolz auf seine Tradition. Geboren aus der Idee von Albert Ballin, Generaldirektor der Hamburg-Amerika-Linie, die Schoneryacht “METEOR” des Kaisers mit einem ebenbürtigen Gegner unter den Farben der Hansestadt herauszufordern, wurde der HVS gegründet. Die erste “HAMBURG”, ein 49-Meter-Schoner der J-Klasse, trat so erfolgreich an, dass der Kaiser den Kapitän kurzerhand abwarb.

Unter allen Vereinen, die sich mit dem Segelsport befassen, nimmt der Hamburgische Verein Seefahrt infolge seiner Geschichte und seiner Aufgaben eine ungewöhnliche, einzigartige Stellung ein. Er ist ein reedernder Verein. Das heißt: Der Hamburgische Verein Seefahrt stellt den See- und Hochseeseglern Yachten zu Fahrten und Regatten auf offener See zur Verfügung. Er hat damit vielen hundert meist jungen Seglern die Möglichkeit gegeben, einen Sport zu betreiben, den sie sonst in dieser Form nicht hätten ausüben können.

Diesem Ziel, junge Menschen durch das Hochseesegeln zu fördern und zu fordern ist der HVS auch nach über 100 Jahren verpflichtet und somit stehen nach wie vor Ausbildung und Förderung an erster Stelle.

Zahlen: Mitglieder HVS: ca.210; Segelgruppe Störtebeker, d.h. die aktiven Segler: ca. 300; Skipper: ca. 90, davon 25 aktiv, 5 Frauen

Website HVS

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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Ein Kommentar „Sydney Hobart: “Haspa Hamburg” gegen “Wild Oats XI” – Deutsche Youngster Downunder“

  1. Liebes Segelreporter-Team – hallo Carsten,

    das ist ein supertoller Bericht über unsere jungen Crew in down-under! Vielen DANK dafür! Es wäre toll, wenn wir den Bericht sowohl auf unserer facebook-Seite (Segelgruppe Störtebeker) als auch auf unserer “richtigen” Seite verlinken könnten. Kriegen wir das irgendwie hin? Immerhin ist die Haspa in diesem Jahr das einzige deutsche Boot in Sydney und mit der jungen Crew auch wirklich was besonderes. Danach geht es gen NZ und dann gen Kap Hoorn! Das ist doch was für das “Winter-Segel-Loch”
    Dir und dem ganzen Team erstmal ein paar schöne Weihnachtstage, ich hoffe wir hören uns dann im neuen Jahr. – oder vielleicht schon vorher?
    viele Grüße
    Wibke Borrmann

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