Sydney-Hobart: “Wild Oats XI” mit neuer 14 Meter Vorschiff-Sektion – Erster Test erfolgreich

Gennaker mit 965 qm

Beim Sydney Hobart Race wird mit Spannung das zweite Duell zwischen den schnellsten Yachten der Welt “Wild Oats XI” und “Comanche” erwartet. Die Australier jubeln nach dem ersten ernsthaften Test mit ihrem neuen Bug.

Das Wild Oats Team äußert sich begeistert über die Auswirkungen des massiven Umbaus an ihrem 100 Fußer. “Sie fühlt sich nun völlig anders an”, sagt Skipper Mark Richards nach dem Absolvieren der Qualifikationsmeilen für das Sydney Hobart Race über 24 Stunden.

Wild Oats

Wild Oats Refit-Feier vor dem alten Bug. 14 Meter Segelboot wurden neu gestaltet. © Wild Oats

Das Schiff hebe nun ihren Bug aus dem Wasser, so wie es das nie getan habe. “Ich glaube, wir haben nun die Yacht, die wir wollten.” Die 18-köpfige Crew puschte ihr 30 Meter langes Sportgerät so hart wie möglich auf den gut 300 Meilen vor Sydney und es machte Hoffnung, dass die neue 14 Meter lange Vorschiff-Sektion in Verbindung mit einer neuen Konfiguration bestens funktioniert.

Das muss sie auch, wenn sie gegen die von Puma Skipper Ken Read geführte Profi-Crew von “Comanche” eine Chance haben will. Denn im Gegensatz zum vergangenen Duell, das “Wild Oats XI” mit 49 Minuten Vorsprung klar gewann, hat de Fastnet-Sieger und Etmal-Weltrekordler “Comanche” nun viele Meilen im Kielwasser und sollte sein Potenzial deutlich besser ausschöpfen können.

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Der alte Bug wird abgeschnitten. © Wild Oats

Dem Wild-Oats-Team ist dennoch bewusst, dass der zeitweise sehr leichte Wind beim vergangenen Sydney-Hobart dem schmalen Design geholfen hat. So ist der massive Eingriff in die Strukturen des achtmaligen Hobart-Siegers mit einer zwei Meter längeren Bug und zwei Meter kürzeren Heck-Sektion zu erklären. Es muss sich zeigen, ob das Schiff der Oatley Brüder beim Start am zweiten Weihnachtstag den Erwartungen entsprechen kann.

Richards sagt, dass die mit Reichel-Pugh errechneten Modifikationen mehr Auftrieb im Vorschiff gebracht haben und deutlich mehr Speed bei fast allen Konfigurationen. Allerdings ist sich der Skipper auch sicher, dass “Comanche” bei harten Raumschots-Bedingungen kaum zu schlagen sein wird.

Für die normalerweise herrschenden Allround-Bedingungen beim Sydney-Hobart-Race sei die Form der “Wild Oats XI” nun allerdings optimal. Auch ein Neubau würde kaum anders aussehen sagt Miteigner Sandy Oatley, der durchaus in Betracht gezogen hatte, einen neuen 100 Fuß Racer auf Kiel zu legen. Aber die Modifikationen seien logischer gewesen.

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Die schmale Rennschüssel “Wild Oats XI” © Rolex

Sie ermöglichen eine deutlich effizientere und größere Segelfläche. So könne bei Leichtwind ein mit 280 Quadratmetern ein 23 Prozent größeres Vorsegel gesetzt werden. Und der verlängerte Bugspriet erlaubt es, den Gennaker um 120 Quadratmeter auf 965 zu vergrößern

Das ausschiebbare Seitenschwert des DSS (Dynamic Stability System) ist modifiziert worden und erzeugt mehr Lift bei weniger Widerstand. Der Rumpf wurde 500 Kilo leichter, durch den Einsatz von neuen Materialien. Und 300 Kilo können durch die Verwendung neuer Segeltuch-Entwicklungen gespart werden.

Wild Oats XI

“Wild Oats XI” vorher – nachher© Andrea Francolini

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Sydney-Hobart: “Wild Oats XI” mit neuer 14 Meter Vorschiff-Sektion – Erster Test erfolgreich“

  1. avatar stefan sagt:

    zu den Rumpfmodifikationen kommt noch ein um 6m längerer Mast, was auch die Vergrößerung des Gennaker erklärt.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 8 Daumen runter 0

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