Volvo Ocean Race: Team New Zealand sagt ab – Nur fünf Yachten am Start?

Schwerer Schlag

Das Volvo Ocean Race ist um eine Attraktion ärmer. Das Team New Zealand wird nicht dabei sein. Es könnten nun maximal sechs oder sogar nur fünf Teams am Start sein.

Camper Volvo Ocean Race

Das neuseeländische Camper Team beim vergangenen Volvo Ocean Race. © TNZ

Die Meldung aus Auckland platzte in der Nacht zum 3. Mai ins Hauptquartier der Regattaleitung in Alicante. Das Team New Zealand hat seine Hoffnungen endgültig begraben, beim nächsten Rennen rund um die Welt ab 4. Oktober dabei zu sein.

Das Syndikat um Teamchef Grant Dalton hatte sich mit den Spaniern um Pedro Campos zusammentun wollen, doch nun ist die Zeit davon gelaufen. Für die Mannschaft war die Baunummer sieben der neuen Einheitsklasse Volvo Ocean 65 reserviert. Das Boot ist derzeit bei der Werft Green Marine in Southampton in der Endfertigung.

Eine Woche vor Ostern hatte der Boss des Volvo Ocean Race, Knut Frostad, SR nochmals bestätigt, dass er fest mit den Neuseeländern rechne. Ein Etappenstopp in Auckland, wo das Rennen ein Zuschauermagnet ist, sollte Anreiz genug bieten. Chris Nicholson, voriges Mal mit der „Camper“ Zweiter, stand als Skipper auf dem Plan.

Doch die Sponsorensuche glich in den zurückliegenden Monaten einem ständigen Auf und Ab, auch wenn kurz vor dem Aus nochmals Hoffnung aufgekeimt war. Rund 15 Millionen Euro wurden gesucht. „Mit jedem weiteren verstrichenen Tag sanken unsere Chancen auf eine professionelle Vorbereitung“, erklärte Dalton gegenüber www.stuff.co.nz, „und das hätte auch negativen Einfluss auf unsere anderen Projekte.“ Das Team New Zealand sei in erster Linie dazu da, den verlorenen America’s Cup wieder zurück zu holen, und dürfe nicht den Fokus darauf verlieren.

Nun droht der härtesten Hochseeregatta mit Yachten in voller Crewstärke im Vergleich zum vorigen Rennen 2011-12 die Stagnation mit sechs Teilnehmern oder sogar ein Rückgang auf fünf. Denn zu Ostern stand der sechste VO65 noch ungebrandet ohne Sponsorenlogos in der Werfthalle. Eine Bekanntgabe müsste in Kürze erfolgen, doch es gibt noch nichtmals brauchbare Gerüchte.

Frostad bemühte sich in einer ersten Stellungnahme gegenüber SR, den Ernst der Lage herunterzuspielen. „Das siebte Boot war nie ausschließlich für die Neuseeländer vorgesehen. Sie waren nur eine Option dafür. Wir arbeiten an mehreren anderen Kandidaten, helfen diesen genauso und bleiben zuversichtlich, sieben Boote an die Startlinie zu bringen.“ Der Regattachef sieht sich durch Absage zumindest darin bestätigt, dass „wir nicht wirklich durchfinanzierte Projekte auch nie offiziell bekanntgegeben haben“, auch wenn Team New Zealand das selbst anders gehandhabt habe.

Gemeldet haben „SCA Racing“ mit einer reinen Frauencrew, „Abu Dhabi Racing“ zum zweiten Mal, „Dongfeng“ aus China sowie das niederländische „Team Brunel“, in dem der Berliner Robert Stanjek noch auf einen Crewplatz hofft, und Außenseiter „Alvimedica“ mit einer türkisch-amerikanischen Kampagne.

Für das gesamte Volvo Ocean Race ist die Absage der Neuseeländer ein schwerer Schlag. Die Sympathieträger von der fernen Insel stehen für allererste Qualität im Segelsport. Aber genau das ist offenbar einer der Hauptgründe für die Absage. Sie wollen ihre Marke nicht mit einem halbgaren Projekt beschädigen, das sportlich nicht optimal vorbereitet ist.

Der Wechsel zu den Einheitsbooten hat zwar theoretisch die Vorbereitungszeit für die Teilnahme verkürzt. Andererseits ist beim Einsatz von gleichen Waffen das Training der Crew auch noch entscheidender. Am Ende sah Grant Dalton wohl die Konkurrenz außer Reichweite geraten.

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3 Kommentare zu „Volvo Ocean Race: Team New Zealand sagt ab – Nur fünf Yachten am Start?“

  1. avatar Sebastian Weiner sagt:

    Jetzt verstehe ich das damalige Gelästere von Juan Kouyoumdjian, dass die Einführung einer Einheitsklasse nichts bringe. Er hat Recht behalten. Schade für dieses phantastische Rennen!

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 6 Daumen runter 4

    • avatar w m sagt:

      Das ist m.e. absolut richtig! Es gibt, ich glaube sogar hier auf SR, ein super Interview mit JK.

      Like or Dislike: Daumen hoch 1 Daumen runter 1

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