Test-Fazit Frauen-Skiff Olympia Trials: Meike Schomäker über Kats und Skiffs

"Alles Schlag auf Schlag"

Dei 505er Europameisterin Meike Schomäker testet als Vorschoterin das Arup-Skiff. © Czech Skiff

Bei den ISAF Evaluation Trials vom 17.-25. März in Santander kamen über 50 Seglerinnen und Segler aus der ganzen Welt zusammen, um potentielle Bootsklassen für die in Rio 2016 erstmals ausgesegelten Disziplinen Women’s High Performance Skiff und Multimull Mixed zu testen.

Die Testsegler wurden von ihren nationalen Verbänden vorgeschlagen und dann von der ISAF nominiert. Das Prince Felipe High Performance Sailing Center in Santander bot optimale Voraussetzungen für unser Vorhaben. Es standen sechs Skiffs und sieben Multihulls zur Auswahl.

Einige Seglerinnen kamen sogar in beiden Disziplinen zum Einsatz, so auch ich. Am Ende brachten wir es auf sechs Segeltage, die uns eine große Bandbreite an Bedingungen boten. Ob Flachwasser oder Atlantikwelle, ob Schwachwind oder 5 Windstärken, alles wurde getestet.

Diskussion über Optimalgewicht

Bei den Multihulls bewarben sich Viper, SpitfireS, Nacra F16, Nacra 17, Hobie Tiger, Tornado und Hobie 16. Als Seglerin, die meist im 505er unterwegs ist und ohne besondere Affinität zu einem der Kats, konnte ich ganz vorbehaltlos ans Werk gehen.

Früh zeichnete sich eine grundsätzliche Diskussion über die geeignete Bootsgröße für ein gemischtes Team ab. Das Optimalgewicht soll in dieser Disziplin laut ISAF bei 120-140kg liegen.

Viper überzeugt

Mir persönlich hat bei den 16-Fuß-Katamaranen ihre Wendigkeit und Spritzigkeit gut gefallen. Zudem konnte ich als Frau mit meinem Mitsegler Jason aus Guatemala problemlos Pinne und Vorschot tauschen. Ich mochte bei den 16-Füßern die Viper am meisten. Jedoch muss man sich fragen, ob 16 Fuß für zwei Erwachsene nicht zu klein sind.

Die F18/Tornado sind beeindruckende, schnelle Schiffe, die ausbalanciert wirken, jedoch viel Kraft und ein gewisses Gewicht erforden. Wer schon mal auf einem Tornado saß, weiß was für ein tolles Schiff das ist und wie schön es segelt. Ich bin jedoch der Ansicht, dass der Tornado mit seinen 20 Fuß für eine Frau an der Vorschot grenzwertig ist (wenn man sich diese Option offenhalten möchte).

Bei den F18 hat sich nur der Hobie Tiger beworben, der wie ich finde ein gutes Schiff ist, jedoch ein altes Konzept und sehr schwer. Der Hobie 16 ist aus meiner Sicht keine Option für Olympia.

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3 Kommentare zu „Test-Fazit Frauen-Skiff Olympia Trials: Meike Schomäker über Kats und Skiffs“

  1. avatar Christian sagt:

    Schöner Bericht aus Santander. Erstaunlich (oder auch nicht), wie ähnlich die Urteile der diversen Test-Segler/innen ausfallen.

    Jetzt können wir gespannt sein, was die ISAF daraus macht. Leider muss man erfahrungsgemäß mit haarsträubenden Überraschungen rechnen.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 0

  2. avatar Berit sagt:

    Was ist den der Unterschied zwischen einem Rack und einem Wing bei den Skiffs.?

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    • avatar Christian sagt:

      Wing ist ein seitlicher “Festflügel” wie beim 49er. Entweder ausziehbar (49er vor 2010) oder gesteckt/ verschraubt (49er seit 2010)

      Rack ist ein Gestell, wie beim Mustoskiff. Der Zwischenraum zwischen äußerer Stange und Rumpf ist entweder leer (wie bei Aura) oder mit einem Netz bespannt (Rebel oder 18-Footer).

      Beides hat spezifische Vor- und Nachteile, wie Meike ja schon schreibt. Kein System ist eindeutig überlegen, sonst hätte sich eines von beiden längst durchgesetzt.

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