Brite Adam May entwickelt Flügelsegel für die Motte

"The eagle has landed"

Adam May testet seinen innovativen Über-Wasser-Flügel. © Ben Rhodes

Mit Spannung war bei der Moth EM am Silvaplanasee der Auftritt von Adam May erwartet worden. Denn der Brite hat seiner Motte neben dem üblichen Unterwasser-Flügel auch eine feste Schwinge über Wasser verpasst. May sagte die EM kurzfristig wegen seiner Verpflichtungen als Technik-Coach beim America´s Cup Team Origin. Aber gibt Einblicke in seine Entwicklung.

Das Profil von der Seite. Es weist zwei Segmente auf. Das hintere wird bewegt.© Ben Rhodes

„Seitdem ich mit dem Segeln angefangen habe, bin ich von den futuristischen C-Klasse-Katamarane und ihren Fügelsegeln fasziniert. Ich wollte selber auch einmal so einen bauen“, erzählt May auf seinem Blog.

„Ein guter Plan, wenn dein Boot nicht schon ohnehin eines der extremsten Segelgefährte überhaupt ist…Aber man muss eben manchmal ein wenig mutig sein.“

May hatte gehört, dass auch in den USA, Australien und der Schweiz an festen Profilen für die Konstruktionsklasse Moth gebaut wurde. Er wollte der erste sein. „Es war ein Rennen, bei dem man immer damit rechnete online zu gehen, um zu sehen, dass ein anderer schneller war. Ich witzelte mit Bora (Gulari, ex Weltmeister; Anm.d.Red), dass das Codewort für die Fertigstellung des Flügel „The Eagle has landed“ sein sollte.“

May berichtet, dass die Überlegungen bezüglich des Gewichts die kritischen waren. Motten werden im gekenterten Zustand gewassert. Mit einem schweren Rigg wäre das kaum möglich gewesen. So vereinfachte er das Design immer mehr um Gewicht zu sparen.

Nach dem ersten Segeln war es klar, dass sich das etwas höher Gewicht auch beim Kentern beherrschen ließ und der Effekt bei Wenden und Halsen nicht zu spüren war. Die zwei Elemente des Profils mit einem beweglichen hinteren Teil ließen sich gut kontrollieren. Bei der Größe sei May aber zu vorsichtig gewesen. Etwas mehr Quadratmeter hätten auch gepasst.

Aber der Brite, der als Tornado Vorschoter von Hugh Styles sechster bei Olympia 2000 wurde, betont, dass es klar war, dass er kein fertiges Produkt hinbekommen würde. Erst wenn es weiter entwickelt wird, könne es entsprechend seines Potenzials funktionieren.

Bei den ersten Tests in England gegen die Motte des australischen 49er Weltmeister Nathan Outteridge, sei er am Wind höher gesegelt aber langsamer vor dem Wind. „Ich habe eine lange Liste mit Verbesserungen in meinem Kopf. Ich bin aber sehr froh, jetzt zu wissen, wie groß das Potenzial ist.“ Im Vergleich zu den britischen 49ern Skiffs, war er schneller und konnte vor dem Wind oft auch etwas tiefer segeln. Am Wind steuerte er mit dem Flügel höher.

Zu den Kosten sagt May, dass er neben dem Geld für die Form kaum mehr ausgegeben hätte, als für einen neues Rigg plus Segel. Ein ansässiger Bootsbauer würde ihm einen zweiten Flügel sogar noch kostengünstiger als ein aktuelles konventionelles Rigg bauen können.

Ob die Klasse allerdings diese Innovation anerkennen wird ist fraglich. Viele erwarten, dass Flügelsegel in Zukunft verboten werden. Aber May sagt: „Das macht mich nicht nervös. Es war klar, dass eines Tages jemand mit einem Wing kommen würde und ich hatte einfach Lust, der Erste zu sein. Es ist ein cooles Projekt und war schon jetzt jeden Penny wert.“

Team Origin Technik Chef Adam May mit Luvkrängung an der Kreuz. "Der Wing segelt höher" © Ben Rhodes

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Carsten Kemmling

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