Weltsegler des Jahres: Lasersegler Slingsby und Surferin Manchón

Tom Slingsby: Segel-Olymp nach tiefem Fall

Von Carsten Kemmling

Tom Slingsby 2008 auf dem Weg zum Laser WM Titel Nummer zwei. © Laser Worlds/C&C

Der Australier Tom Slingsby (27) ist in Athen zum ISAF Rolex World Sailor of the Year gewählt worden. Slingsby hat in dieser Saison seinen dritten Laser WM Titel gewonnen und ist nach Robert Scheidt und Ben Ainslie der dritte Weltsegler des Jahres aus der Laserklasse.

Die Griechin Sofia Bekatorou-Kosmatopoulos (l) und Rolex-Mann Arnaud Boetsch übergeben die Preise an die spanische Surferin Blanca Manchón. © Kurt Arrigo / Rolex

Die spanische Surferin Blanca Manchón (23) hat den Titel bei den Frauen geholt, nachdem sie bereits dreimal nominiert worden war. Sie dominierte diese Saison in der olympischen RS:X-Klasse.

Besonders für Slingsby hat die Karriere damit einen emotionalen Höhepunkt erreicht, den er durch den Ausfall seines Fluges nicht vor Ort in Athen erleben konnte. Denn eigentlich war er nach den Olympischen Spiele in Peking am Tiefpunkt seiner Karriere angekommen.

Slingsby bei seinem dritten WM Titelgewinn im Laser 2010 mit unglaublichen 36 Punkten Vorsprung. © Laser Worlds

In China hatte der Ausnahmesegler punkten wollen. Darauf hatte der damals zweimalige Weltmeister alles ausgerichtet. Der Starkwindspezialist reduzierte sein Gewicht, verbesserte seinen Leichtwindspeed deutlich und ging als Nummer eins in der Welt an den Start.

Tom Slingsby siegt bei der Etchells WM an der Vorschot des legendären John Bertrand, der 1983 den America´s Cup für Australien gewann. © Etchells Worlds/Ingrid Abery

Aber Slingsby stürzte auf einen unglaublichen 23 Platz ab. Das Schlimmste: er hatte keine richtige Erklärung. Ihm blieb nur die Erkenntnis, unter Druck versagt zu haben. Er verschwand nach der Niederlage für einige Zeit von der Bildfläche, stieg 2009 noch einmal kurz für die Laser WM in Kanada auf das Boot und wurde 17. Eine glorreiche Karriere schien beendet.

Nach 13 Jahren im Laser holt sich Slingsby den Segelspaß unter anderem beim Motten-Segeln. Er bereitet sich gerade auf die WM in Australien vor. © Slingsby

Aber Slingsby kam zurück. Er verarbeitete die Niederlagen und fand wieder den Spaß am Sport. Auch nach 13 Jahren im Laser will er noch einmal angreifen. Die Schmach von Qingdao soll mit einer Goldmedaille in London vergessen sein.

Slingsby kam nach seinen Niederlagen stärker zurück als zuvor. Er siegte bei sechs Grade 1 Regatten und düpierte die Konkurrenz bei der Weltmeisterschaft mit einem unglaublichen Vorsprung von 36 Punkten.

Dabei reiste er direkt von der Etchells WM an, die er an der Vorschot des legendären America´s Cup Siegers John Bertrand gewann.

Den Spaß holte er sich durch solche Ausflüge zu anderen Klassen zurück. So ging er bei der A-Cat WM an den Start (14. von 76.) und wurde Vize-Weltmeister als Taktiker in der Farr 40. Zurzeit bereitet er sich auf die Moth WM in Australien vor. Der Mann hat das Zeug zu einem echten Superstar.

Er wird sich geärgert haben, dass sein Flieger wegen eines Unwetters in Australien nicht starten konnte. So verpasste er in Athen den Tanz mit der hübschen Surferin.

Hübsch und schnell. Surferin Blanca Manchón. © Kurt Arrigo / Rolex

avatar

Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
Spenden
https://northsails.com/sailing/de/

Ein Kommentar „Weltsegler des Jahres: Lasersegler Slingsby und Surferin Manchón“

  1. avatar Marc Bäuml sagt:

    Schön wenn auch Spitzensportler die eine Menge Druck haben, sich wieder auf das wichtigste im Segelsport besinnen: Spaß am segeln.

    Like or Dislike: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sicherheitsfrage (SPAM-Schutz): *