Tornado WM Bieler See: Vize-Titel für Ehepaar Gäbler. Werbung für Mixed-Olympia-Spot

Heißer Tanz

Einbeinig am Limit. Der letzte Tag der Tornado-WM setzte den Katamaran wie zu besten Zeiten in Szene. © M. Kobel/www.mko.ch

Roland Gäbler und seine Frau Nahid haben bei der Tornado-Weltmeisterschaft die Titelverteidigung knapp um einen Punkt verpasst. Gäbler musste seinen ehemaligen Olympia-Trainingspartnern aus Griechenland Jordanis Paschalides/Kostas Trigonis passieren lasssen.

Das deutschdänische Duo holte damit den neu eingeführten Mixed-WM-Titel. Es war aber besonders stolz auf den Sieg im letzten Rennen bei extrem starkem Wind. Gäbler schreibt: „Was für ein grandioses Finale. 4 Rennen an einem Tag. Durchgehend zwischen 18 und 28 Knoten Wind (5-7 Bft). Fall-Böen aus den Bergen. Durchschnitt über 20 Knoten. Und das auf dem Bieler See. Dieser Finaltag hat die Tornado WM gerettet.“ Vorher hatten die 32 Teams Tage lang auf Wind gewartet.

Die Entwicklung der Tornado-Klasse wird auch deshalb beobachtet, weil Gäbler sie als internationaler Klassenpräsident gerne bei den Olympischen Spielen 2016 für die neue Mixed-Konkurrenz sähe. Mehrere Bootstypen bewerben sich um den Spot.

Dabei tut sich besonders sein langjähriger Trainingspartner und Freund Darren Bundock hervor. Der siebenfache Tornado-Weltmeister hat sich von dem traditionellen 20 Fußer abgewendet und promotet inzwischen seine eigene Klasse.

Im Juli siegte er mit einer holländischen Vorschoterin bei der Formel 16 WM mit einem Design vom Typ Viper, das er vertreibt. Und seine Freundin Carolijn Brouwer belegte als Steuerfrau Platz vier im gemischten Team. Ihre Mission ist es, die Viper für den Olympiaspot zu promoten.

Ihr Argument gegen den Tornado: Zu hart für Frauen. Das Ehepaar Gäbler versucht mit seinen Siegen diese Annahme ad absurdum zu führen. Deshalb schreibt Gäbler: „Mit dem Sieg im letzten Rennen hat Nahid als Vorschoter auch noch mal gezeigt, das alles möglich ist.“

Es gelingt den beiden auf hohem Niveau zu segeln, allerdings ist die Leistungsdichte in der Tornadoklasse nach dem Olympia-Aus deutlich abgesackt. 32 Teams an der Startlinie bei einer WM lassen einigen Glanz der Vergangenheit vermissen.

Aber die Gäblers bleiben dran. Ein Beschluss, One-Design-Segel von Ullman einzuführen soll die Klasse günstiger machen. Vom 8.-11. September segeln sie bei der Tornado-EM auf dem Comer See.

Ergebnisse

 

 

 

 

 

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Carsten Kemmling

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4 Kommentare zu „Tornado WM Bieler See: Vize-Titel für Ehepaar Gäbler. Werbung für Mixed-Olympia-Spot“

  1. avatar Andreas Ju sagt:

    Tolle Leistung der Rollos, tolle Fotos. Zur Chronisten-Pflicht und zur Einordnung der Bemühungen, den Tornado wieder olympisch zu machen, würde vielleicht dennoch gehören, dass bei der “Mixed-WM” insgesamt gerade einmal 6 Teams am Start waren (nach meiner Interpretation der Vornamen auf der Ergebnisliste)

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  2. avatar WM-Teilnehmer sagt:

    Samstag war wirklich saugeiles Segeln!!! 4 Wettfahrten haben die meisten Schotten (fahren idR alle Schoten) reichlich geplättet. Spektakuläre Stunts und actionreiche Tonnenmanöver waren für die Zuschauer am nahen Ufer faszinierend. Multihullsegeln ist einfach doppelt besser!!!

    @Artikel
    Der Bielersee ist nicht gerade der Gardasee der Schweiz. Die große Wahrscheinlichkeit einer WM mit eher schwachen Winden hat dazu geführt, dass einige Crews – insbesondere auch aus Norddeutschland – nicht wirklich bereit waren 1.200 km anzureisen, 350 € Startgeld zu latzen und dann von den Leichtwind-Binnenseerutschern eins verpult zu bekommen. Da mit der EM am Comer See nächste Woche und im Anschluss der Trobole Trophy Reviere mit etwas mehr zu erwartendem Wind laufen, war das Feld dezimiert.

    Faszinierend war die Leistung der Australier auf Rang 3 Overall. Die hatten ein 20 jahre altes Charterschiff aus der Schweiz, welches sie 3 Tage lang gepimpt haben (neue Fallen, Schoten, Blöcke etc.) Eigene Segel drauf und los. Da erzähl noch jemand, dass der Tornado teuer ist…war aber auch Aussie-Wetter…

    @Bundock & Carolijn
    Das Bundi Multihull segeln kann ist bekannt (Tornado, F18 etc.) und Carolijn ist schon immer im Tornado Mixed (Seb Godefroj) gefahren. Der F16-Titel und die Plazierung überraschen also nicht. Als aktiver Sportler sein “eigenes” Material zu vertreiben und zu promoten ist auch i.O. Komisch wird es nur wenn Carolijn als offizielles ISAF-Gremien-Mitglied (Technik?) direkt die Entscheidung beeinflussen kann, welcher Multihull denn nun 2016 in Rio startet. Ich würde da auch für “mein” Design stimmen und reichlich Lobbyareit machen.

    Und Geschmäkle hat es auch, wenn man als früherer ITA-Präsident, mehrfacher Tornado-Weltmeistere etc. offen Front gegen den Tornado macht und für das eigene Design. Hätte etwas mehr Größe erwartet, aber was interessiert die ihr Geschwätz von gestern…

    Roland und Nahid haben dagegen nicht nur einfach weitergemacht sondern haben sich der “TornadowirdwiederolympischKampagne” total verschrieben. Trotz Extreme40-Projekt zeigen die beiden eine extreme Regattapräsenz und arbeiten für die Klasse wo es nur geht. Neue Formate wie “TW-Trave-Race” oder KiWo-Sailing-Arenea etc. werden reaisiert und die Präsenz auf Messen fehlt auch nicht. DANKE!!!

    Meine persönliche Meinung ist, dass ein F16 einfach kein Design für Olympia ist – für die Jugend ok aber mit 160kg Crewgewicht und bei >3 Bft. nicht meine erste Wahl. Die O-Kandidaten sollten erst bei 18ft beginnen – lieber 20ft. Der Tornado ist dank langem Olympiastatus eines der effizientesten und entwickelsten Schiffe der Multihull-Szene. Der “oldfashioned” Rumpf hat aber an den richtigen Stellen soviel Auftrieb und Rocker, dass das Schiff (fast) immer beherrschbar bleibt – auch von mixed-Crews.

    @Andreas Ju
    Die Gäblers sind overall Vize-Weltmeister – die durften also zweimal aufs Podest. Der Tornado ist weiterhin open hat jedoch eine gesonderte Mixed-Wertung eingeführt.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 9 Daumen runter 1

  3. avatar Kathrin sagt:

    Also, ich bin auch schon 2 Tornado Regatten als Vorschoterin gesegelt- und zwar auch auf einem See! Ich fands so brutal, dabei war noch nicht mal so viel Wind, aber vllt lag das auch an meinem Steuermann 😉

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 7 Daumen runter 4

  4. avatar hanseatic sagt:

    Erstmal Glückwunsch an Nahid und Roland! Niveau des Feldes hin oder her – Nasenbohrer waren da nun aber auch nicht gerade am Start. Der Tornado zu hart für die Frauen? Ich denke, dass ist sicher immer auch eine Frage der Fitness – und wie man bei Nahid sieht, können fitte Frauen den T durchaus (sehr)gut segeln – egal ob als Schotte oder an der Pinne. Ich glaube kaum, dass Nahid mit so viel Begeisterung dabei wäre, wenn es ihr keinen Spass machen würde. Die selbe Begeisterung sah man vor Jahren übrigens auch schon bei Vater und Tochter Elvstroem. Das “Argument” von Carolijn ist da wohl wirklich eher als Promotion für ihren Bundi zu verstehen 😉 Wenn es Roland gelingt das pimp-Tempo noch etwas zu steigern und die Kosten weiter zu senken, könnte ich mir den T durchaus gut bei Olympia 2016 als Mixed Boot vorstellen. Also Roland: pimp it up!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 3

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