Transat Jacque Vabre: 100 Fuß Tris und Monohull Foiler rasen über den Atlantik

Duell der Giganten

Die Transat Flotte unter der Küste:

Die neuen IMOCA 60 sorgten in der Vorbereitung auf das prestigereiche Transat Jacques Vabre Atlantikrennen von Le Havre nach Itajai in Brasilien mit atemberaubenden Videos für große Aufmerksamkeit. Aber beim Start zum 5400 Meilen langen Rennen konnten sie ihre Schwingen genauso wenig ausbreiten wie der Rest der 42 Zweihand-Crews.

Die überwiegend französischen Shorthand-Stars dümpelten alle gemeinsam auf der Startlinie herum. Selbst die riesigen 100 Fuß Trimarane mussten lange Zeit tatenlos neben den kleinen Class 40s verharren bis sie die Atlantik-Rennstrecke erreichten.

Die großen Trimarane nehmen Fahrt auf:

Aber nach der ersten Nacht ist die Flotte dann doch in Fahrt gekommen und erste Erkenntnisse sind möglich. So standen Alex Thomson und Guillermo Altadill bei der neuen “Hugo Boss” sehr lange auf der Bremse. Nur auf Rang 14 segelten sie an Cherbourg vorbei und drehten danach scharf nach Süden auf den direkten Kurs ab.

Transat Jacques Vabre

Die beiden gigantischen Trimarane kreuzen vor der französischen Küste. © Liot/DPPI/TJV

Deshalb werden sie virtuell auf Rang eins geführt. Denn das Gros der IMOCAs segelt auf einem nördlichen Kurs zum stärkeren Wind. Diese Strategie Thomsons erstaunt, da er mit dem neuesten Boot der Flotte eigentlich Erkenntnisse gewinnen wollte im Vergleich mit der direkten Konkurrenz.

Der Extremschlag lässt das vorerst allerdings kaum zu, da die Boote bei unterschiedlichen Bedingungen segeln. Thomson will offenbar seine Karten noch nicht offen legen. Die Vendée Globe 2016 ist das Ziel. Thomson dürfte hoffen, dass es nicht wieder so läuft, wie bei seinem letzten Neubau, der nie überzeugen konnte. Er segelte bei der Weltregatta 2012 schließlich mit einem Gebrauchtboot auf den starken dritten Platz.

Transat Jacques Vabre

Hilfloser Rennbolide mit schlagenden Segeln. © Blanchet/DPPI/TJV

Die übrigen vier Neubauten, die mit ihren Seiten-Foils im Fokus stehen, haben dagegen den Hebel schon mächtig auf den Tisch gelegt. “Edmond de Rothschild” führt die Gruppe auf dem Weg nach Osten an und segelt zurzeit mit 21 Knoten. Aber auch die älteren Designs  wie “PRB” halten zurzeit den Speed.

Beim Duell der gigantischen 100 Fuß-Trimarane liegen Thomas Coville und Jean-Luc Nélias mit ihrer “Sodebo” überraschend vor der neuen “Macif” von Vendée Globe Sieger Francois Gabard, die erst im August zu Wasser gelassen wurde und einmal schnellste Einhand Yacht der Welt werden soll.

“Sodebo” dagegen ist aus der alten “Geronimo” entstanden, die schon 2001 vom Stapel lief. Aber ein massiver Umbau hat sie um sieben Tonnen erleichtert und offenbar tatsächlich auch gegen die neue “Macif” Boliden konkurrenzfähig gemacht. Beide Trimarane liegen allerdings gleichauf, und Gabart dürfte erst vorsichtig die Limits seiner Neukonstruktion austesten.

Erste Probleme hat der Jérémie Beyou vermeldet, der mit seiner “Maitre CoQ” einen Stopp in Roscoff eingelegt hat, als sich die Vorstag-Befestigung am Bug löste. Bis zu den Problemen lag er gut platziert auf Rang vier, nun muss er dem Feld hinterher segeln.

Race Tracker Transat Jacques Vabre

Event Website Transat Jacques Vabre

Der Flauten-Start:
Transat Jacques Vabre 2015 – FEED DEPART TJV 2015 von TransatJacquesVabre

Hugo Boss im Fokus:

Alex Thomson and Guillermo Altadill have started the Transat Jacques Vabreonboard the new HUGO BOSS. In the 5,400 mile…

Posted by Alex Thomson Racing on Sonntag, 25. Oktober 2015

Transat Jacques Vabre

“Hugo Boss” wird in der Flaute auf Gegenkurs gedreht. © Blanchet/DPPI/TJV

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Der 100 Fußer “Macif” bahnt sich seinen Weg durch das Feld. © Liot/DPPI/TJV

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Das “Macif” Cockpit mit Mega-Traveller. © Liot/DPPI/TJV

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“Hugo Boss” beim Start. © Blanchet/DPPI/TJV

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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