Transat Jacques Vabre: Hai überfahren – Spitze schiebt sich zusammen

Kompression vor der Flaute

Bei der Transat Jacques Vabre wurde eine Class 40 durch die Kollision mit einem Hai gestoppt. Die führenden Boote spüren die Auswirkungen der Doldrums. “mare” holt zum führenden Boot auf verliert aber auf die Verfolger.

“Irgendetwas hing an unserem Steuerbord Ruder. Es sah aus wie ein Stück Gummi”, berichtet Brian Thompson von Bord der zehntplatzierten Class 40 “Caterham Challenge”. “Es ließ sich nicht lösen. Wir bargen den Gennaker, drehten das Schiff in den Wind und ich griff ins Wasser. Plötzlich sah ich in die Augen eines Hais. Er war etwa eineinhalb Meter lang und wir hatten ihn in der Mitte getroffen. Sehr unglücklich.”

Jörg Riechers. "mare"

Jörg Riechers nähert sich auf “mare” den Doldrums. © riechers

Aber auch Jörg Riechers und Pierre Brasseur berichten von ihrer “mare” über Kontakte mit allerlei Getier auf hoher See. Erst schwamm 15 Minuten lang eine große Delfin Schule neben ihnen her. “Mit weiten Sprüngen über die Wellen. Faszinierend!”Dann klatschten wieder fliegenden Fische an Deck. “Wichtig: In Deckung gehen und Nase zuhalten. Die stinken!”

Riechers glaubt, dass sie von den roten Segeln der “mare” besonders angelockt werden. Wenn sie im Cockpit zappeln wirft er sie aber wieder zurück ins Wasser. Er glaubt: “man sollte sich gut stellen mit den Unterwasser Tieren.” Ob er von ihnen einen Tipp erhofft, wie man am besten durch die Flautenzone der Doldrums kommt?

TJV

Im Class 40 Rennen über den Atlantik ist noch nichts entschieden. Die Spitze schiebt sich zusammen.

“Wir haben eine Idee, wie es am besten klappen könnte”, sagt der Hamburger. Aber es wird schwer, sich die Konkurrenz vom Leibe zu halten. “mare” war in den vergangenen Tagen immer ein wenig langsamer als die führende “GDF Suez” und um fast 60 Meilen zurückgefallen. Die Franzosen an der Spitze beginnen nun aber schon mit dem Einbremsen in der Flautenzone und “mare” ist um gut 20 Meilen bis auf 42 Meilen herangekommen.

Das Feld rauscht heran

Gefährlicher ist aber das Feld von hinten heranrauschende Feld. Die Spanier auf der “Tales Santander”, die nach einem Boxenstopp zurückgefallen waren, zeigen mit ihrem neuen Botin Design den besten Speed. Und Skipper Alex Pella sollte mit seiner Erfahrung vom Barcelona World Race 2011 (Platz 4) auch in der Lage sein, eine funktionierende Strategie auf dem Kurs zu entwickeln.

Transat, TJV

Jörg Riechers (rot) liegt mit 40 Meilen Rückstand auf Platz zwei. Aber die Meute hetzt heran.

Immer besser kommen auch die Österreicher Andreas Hanakamp und und Christof Petter mit ihrer nagelneuen Humphreys Konstruktion “Vaquita” in Schwung. Sie rasten in drei Tagen von Platz zehn auf vier vor und liegen nun weniger als 60 Meilen hinter Riechers.

Aber die “mare” Crew macht sich noch nicht verrückt. “Wir hatten ein paar Problemchen und segeln das Boot mit 99 Prozent ihres Potenzials. Das ist aber ziemlich gut für die Hälfte der Strecke.” In den nächsten Tagen dürfte eine Vorentscheidung bei den Class 40s fallen.

Bei den Open 60s haben Gabart und Desjoyeaux inzwischen den besseren Speed ihrer “Macif” im direkten Zweikampf in Sichtweite gegenüber dem Duo Riou/Le Cam deutlich gezeigt. Sie sind auf 17 Meilen davon gefahren.

Shark Tipp: Peter Nielsen

Transat Jacques Vabre Race Tracker

Transat Jacques Vabre Event Seite

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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Ein Kommentar „Transat Jacques Vabre: Hai überfahren – Spitze schiebt sich zusammen“

  1. avatar coist sagt:

    Macif mit Mastbruch.

    Gut 1000nm bis zum Ziel für PRB.

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