Transat Jacques Vabre: Sieg zeigt gelungenen Foiler Test – “Macif” leitet neue Ära ein

Flieger auf Hoher See

Vendée Globe Sieger Francois Gabart und Volvo Star-Navigator Pascal Bidégorry (Dongfeng) haben die Transat Jacques Vabre mit dem neuen Trimaran Monster “Macif” gewonnen. Am Ende half der Flügel.

Macif, TJV

Der 30 Meter Tri in seinem Element. © TJV

Der Sieg als solcher ist vermutlich weniger bemerkenswert. Er konnte für einen Neubau gegen die ältere Konkurrenz erwartet werden. Aber die souveräne, kontrollierte Art und Weise des Erfolges ist wahrlich ein Meisterstück seglerischer Risiko-Abwägung.

Vor der Regatta hat der 30 Meter Trimaran rund 3000 Test-Meilen hinter sich gebracht. Aber das ist nur etwa die Hälfte der Jacqes Vabre Strecke. So konnte das Dreibein längst nicht mit den 100 Prozent gesegelt werden, die nötig sind, um schon im nächsten Jahr Einhand-Rekorde zu brechen.

Macif, TJV

Francois Gabart und Pascal Bidegorry freuen sich über ihren Sieg. © TJV

Dafür ist “Macif” gebaut. Dafür werden Informationen benötigt. Dafür war “Sodebo” ein guter Sparringspartner. Das Schiff (ex “Geronimo”), mit dem Olivier de Kersauson schon 2004 die Route du Rhum gewonnen hatte, war 2014 nach einem umfassenden Refit bei der französischen Multiplast Werft mit einem neuen Mittelrumpf vom Stapel gelaufen und dann vor einem Jahr bei der Route du Rhum in einen Frachter gekracht.

Danach päppelte Coville seinen Tri wieder auf und nun gab er einen sehr effektiven Gegner für “Macif” ab. Am Tracker ist gut navollziehbar, wie Gabart über eine Woche lang möglichst nahe bei dem führenden Duell-Gegner blieb.

Macif, TJV

Zwei kleine Menschlein auf großem Boot. © TJV

Dabei konnte das Macif-Team wichtige Informationen über die besten Einstellungen für seine junge Rennmaschine gewinnen. Nach den Doldrums machten die Franzosen dann aber ernst. Navigator Bidégorry fand wohl auch eine bessere Ausfahrt aus der Flautenzone, aber noch mehr half die Windrichtung.

Mit Wind von Backbord konnte das L-Foil zum Einsatz kommen, das nur am Steuerbord Schwimmer montiert wurde. Zu mehr hatte die Zeit in der Vorbereitung nicht ausgereicht. “Man muss wissen, dass diese Tragfläche im Vergleich zu den America’s Cuppern die vierfache Last auszuhalten hat”, sagt Gabart. “Wir hätten auch zwei kleine Foils für das TJV bauen können, aber ich wollte schon nahe an die Dimensionen kommen, die unseren Ambitionen entsprechen.”

Macif, TJV

Der Macif Flügel für den Steuerbord-Rumpf. © Isabelle MAGOIS / MerConcept

Und das scheint schon sehr gut zu funktionieren. In zwei Tagen nahm “Macif” der “Sodebo” mehr als 200 Meilen ab und raste mit über 30 Knoten Speed teilweise fünf Knoten schneller als der Gegner davon. Die Tragfläche scheint schon richtig gut zu funktionieren.

Eine neue Ära im Hochsee-Rennsport ist eingeläutet. Es scheint nur eine Frage der Zeit, wann um den Globus gefoilt wird. Auch die Konkurrenz schläft nicht. Der Gitana 70 Fuß Tri ist längst ein foilendes Versuchslabor.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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