Trofeo Princesa Sofía: Deutsche 470er mit starkem Auftakt – Tagessieg für Nik Willim

Standort-Bestimmung

Bei der ersten großen Standort-Bestimmung der Olympiasegler 2018 in Palma hat sich die deutsche Flotte auch ohne die Besten aussichstreich platziert.

Nadine Böhm und Ann-Chrstine Goliass qualifizieren sich auf dem starken 3. Rang für die Goldfleet der 470er Frauen. © Jesus Renedo/ Energy Sailing

Die 49th Trofeo Princesa Sofía Regatta hat noch nie so viele Segler in den zehn Olympiaklassen an den Start gebracht. 1156 Segler aus mehr als 60 Nationen kämpfen mit 840 Booten auf dem Revier vor Palma de Mallorca um wichtige Punkte für den Verlauf der Saison. Die Regatta gehört zwar nicht mehr zur exklusiven World Cup Serie, aber hier kann man sich qualifizieren für den Weltcup in Hyères in Frankreich oder den Höhepunkt des Jahres, die WM aller olympischer Klassen in Aarhus.

Außerdem zählt die Regatta schon als Standort-Bestimmung. Die Rio-Olympioniken, die eine weitere Kampagne für Japan 2020 gestartet haben, steigen nach einem traditionell ruhigeren nacholympischen Jahr wieder voll in die Wettkämpfe ein, wenn sie den Anschluss nicht verpassen wollen. Und die Newcomer wollen ihre Chance nutzen, die Arrivierten vom Thron zu stoßen.

So kristallisiert sich aus deutscher Sicht nach zwei leichtwindigen Auftakt-Tagen vor Palma heraus, dass viele DSV-Segler im Winter sehr gut gearbeitet haben. In Abwesenheit der Leistungsträger in der 49erFX-Klasse, im Laser – Philipp Buhl ist die Moth WM gesegelt und im 49er – Erik Heil und Max Böhme müssen an der Uni Gas geben, sind andere in der Lage, in die Bresche zu springen.

Allen voran segelt das neu formierte Team Simon Diesch Philipp Authenrieth im Feld der 79 470er. Das Duo hat schon international sehr gute Leistungen bei starkem Wind abgeliefert, nun beenden sie die Qualifikation aber sogar nach vier guten Leichtwind-Läufen auf Platz drei. Ihre nationalen Gegner Winkel/Cipra konnten ebenfalls einen Tagessieg verbuchen liegen aber noch auf Rang 32.

Stark präsentiert sich auch die Frauen-Crew im 470er Nadine Böhm und Ann-Christine Goliaß, die ebenfalls auf Platz drei in die Goldgruppe gerutscht ist und bei wenig Wind offenbar ganz vorne mitmischen kann. Besonders erfreulich: Mit dem Team vom Deutschen Touring Yacht-Club haben sich gleich drei Nachwuchs-Mannschaften für die Top 24 qualifiziert.

Im 49er haben nur Justus Schmidt und Thomas Plößel das Finale der Top 25 von insgesamt 91 Crews erreicht. Normalerweise steuert Schmidt für Max Böhme und Plößel hängt an der Vorschot von Erik Heil. Aber für diese Regatta und den Weltcup in Hyéres haben sich die Teams gemischt, da Heil und Böhme noch in Stettin Prüfungen für ihr neu begonnenes Medizin-Studium absolvieren müssen.  So müssen sich Schmidt und Plößel noch finden, haben aber nach Rang 16 und zwei zweiten Plätzen noch alle Chancen weiter nach vorne zu segeln.

Bemerkenswert ist auch die Qualifikation von Nik Aaron Willim im Laser für die Goldgruppe im Laser. Der Nachwuchssegler laborierte ein Jahr lang an einer Knieverletzung und versucht nun wieder in Schwung zu kommen. Das schien erst überhaupt nicht zu klappen mit den Gruppen-Rängen 47 und 21 im Feld der insgesamt 183 Laser. Aber am zweiten Renntag gelang ihm sogar ein Tagessieg sowie Rang 10. So qualifizierte sich als einziger Deutscher für die 61 Boote starke Goldgruppe.

Im Laser Radial schafften gleich vier Seglerinnen die erste Hälfte im 113 Boote Feld. Svenja Weger liegt als beste Deutsche auf Rang 20. Den gleichen Platz bekleidet Max Kohlhoff nach einer für ihn unglücklich verlaufenen Starkwind-EM im Finn Dinghy. Die 73 Finn Dinghies segeln bis zum Medalrace in einer Flotte.

Etwas ärgerlich ist die Sofia Regatta für Johannes Polgar und Carolina Werner im Nacra17 verlaufen. In Abwesenheit des deutschen WM-Fünften Kohlhoff/Stuhlemmer verpassten sie die Goldgruppe um drei Punkte.

Ergebnisse Princesa Sofia Regatta 2018

Event Website Princesa Sofia

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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